Neu im Kino: HOPE FOR ALL – Unsere Nahrung – Unsere Hoffnung

Essen macht nicht nur dick, sondern auch den Planeten kaputt. Der Film zeigt uns, was falsch läuft… und predigt leider auch eine Lösung, die doch ein wenig zweifelhaft ist.

Predigen wie Denzel Washington

Es ist eigentlich ein wichtiges Thema, umso schlimmer, wenn es falsch angegangen wird. Wir leben über unsere Verhältnisse. Also die Menschheit. Wir beuten aus, wen wir nur ausbeuten können, machen die Landschaft kaputt, unsere Lebensgrundlage und letztendlich auch uns selbst. Und es sollte sich verdammtnochmal was ändern. Das wäre die Aussage des Films – und die Aussage jedes normaldenkenden Menschen, der die Welt nicht nur in Profit sieht. Und es ist grauenvoll, ekelhaft und widerlich, wie in der Massentierhaltung mit Tieren umgegangen wird. Wüssten die Ingenieure aus „Prometheus“ davon, sie würden uns als Menschheit kollektiv in den Arsch treten – und das völlig zu recht.

Das Problem bei diesem Film ist allerdings, dass er erst mit einer Predigt darüber anfängt, dass das Heil im – und allein im – Vegetarismus zu suchen sei. Nur noch Pflanzen essen, so predigt uns der Film, heilt sogar Krebs und als dann einer in der Kirche davon berichtet, dass Gott ihn zum Pflanzenfressen bekehrt hat, ist der a) Ofen aus und b) Bogen überspannt. Die Aussage hätte sein sollen: In Maßen, Freunde, nicht in Massen. Zuviel von etwas ist schlecht (anders, als Liberace meint), man sollte einen AUSGEWOGENEN Weg finden, also auch eine AUSGEWOGENE Ernährung. Doch als Propagandafilm ist da für Ausgewogenheit kein Platz und so soll man den Fleische komplett abschwören und nur noch pflanzlichen Sex betreiben… oder so.

Wenn wir die Menschen in Afrika essen dürften, würde es keinen Hunger in der Welt geben!

Wäre dies ein Zitat aus dem Film, sollte man ihn loben, doch es ist lediglich meine Zusammenfassung der zweiten Hälfte. Da bekommen wir nämlich Tierhorror vom Feinsten zu sehen, die Art Bilder, die einen daran zweifeln lässt, dass die Begriffe „menschlich“ und „human“ eigentlich positiv gemeint sind, denn so, wie der Mensch mit Tieren umgeht, ist, ich sagte es bereits, widerlich. Das bekommen wir in angemessener Härte und Ekelhaftigkeit vorgeführt.

Und während in Afrika Kinder verhungern, werden Ressourcen verschwendet, um damit Tiere zu mästen, die in Massenhaltung gequält und missbraucht werden. Wie gesagt, dürften wir die afrikanischen Kinder essen, müssten die nicht hungern, denn dann würden die gemästet werden – aber viel besser würde es ihnen dann wohl auch nicht gehen. Prinzipiell sollten einen diese Bilder natürlich davon abhalten, Fleisch zu essen – aber eigentlich auch nicht. Denn auch wenn uns der Film in seinem nicht zum Ende kommenden Ende sagen will, dass wir alle etwas erreichen können, sind wir doch in diesem Fall irgendwie die falsche Zielgruppe.

Was sinnvoll wäre, wäre, wenn jemand Druck auf die Staaten ausüben würde, die Regierungen, um einen solchen Umgang mit Lebewesen zu verhindern, die entsprechenden Lobbys bekämpfen und dafür zu sorgen, dass Regierungen dafür sorgen, dass so etwas aufhört – was möglich sein sollte, da die doch mit Steuererhöhungen auf andere Produkte auch schnell bei der Hand sind, wenn es ihnen in den Kram passt. Einfuhrverbote für Billigfleisch, harte Strafen für Tiermisshandlungen, es gäbe Möglichkeiten, aber die scheint keiner so richtig durchsetzen zu wollen. Wenn 1.000 Leute, die den Film gesehen haben, aufhören, Fleisch zu essen, ist dadurch nichts erreicht. Denn es ist kein deutsches Problem, sondern ein globales. Aber wir haben ja schon bei der Flüchtlingskrise gesehen, wie leicht sich globale Probleme lösen lassen, weil alle mitmachen… Also theoretisch wäre eine Lösung dieses Problems möglich – dieser Film wird jedoch wahrscheinlich keine sein. Ab 12. Mai 2016 im Kino – oder in einem Schlachthof Ihrer Wahl.

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