Neu im Kino: URMILA – für die Freiheit

Junge Frau aus Nepal war früher Sklavin und kämpft nun dafür, alle Sklavinnen in ihrem Land zu befreien…

Dokumentation

Mädchen, die versklavt werden, in diesem Jahrhundert, HEUTE! Das hätte die Grundlage für einen interessanten, spannenden, aufrüttelnden, ja den Zuschauer verärgernden Film sein sollen. Leider ist nichts davon wirklich vorhanden. Wir sehen zwar, wie die junge Urmila nun nach ihrer Befreiung versucht, eine selbständige Frau zu sein und anderen Sklavinnen zu helfen, aber irgendwie kratzt das alles nur an der Oberfläche, ergeht sich in nichtssagenden Landschaftsaufnahmen und bringt weder Emotionen von Fakten.

Show, don’t tell“

heißt es im Englischen so schön, und das hätte der Film machen müssen. Uns zeigen, wie es ist, eine Sklavin zu sein, was damit verbunden ist, wie diese Mädchen ausgenutzt, geknechtet, missbraucht werden. Damit wir wissen, worum es geht, was für diese Mädchen auf dem Spiel steht, wie hart die Situation ist. Dann hätte man die eine zeigen können, die es geschafft hat, aus dieser Versklavung herauszukommen, hätte zeigen können, wie sie sich für die anderen einsetzt, wie schwer es aber auch ist, ihre Wünsche und Träume mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen. Das hätte anrührend sein können und dann hätte alles die nötige Schwere und Bedeutung gehabt, die dieses Thema verdient.

Und wenn man es schon nicht zeigen kann, dann hätte man doch wenigstens genügend Zeugenaussagen aufbringen können, die uns das Leid anschaulich schildern. Doch dieses Leid wird nicht dargestellt, die Sklaverei bleibt eine vage Erwähnung, ohne ihre bedrohliche Gestalt anzunehmen. Dann gibt es da 10 Dinge, die die Regierung tun wollte, wovon sie aber bisher nur 2 umgesetzt hat. Das wissen wir, weil wir es mehrmals zu hören bekommen. Was wir aber nur andeutungsweise zu hören bekommen, ist, welche 10 Forderungen das nun sind und welche 2 davon Realität wurden. Schaubilder, Leute, eine klare Liste. Zeigt dem Zuschauer auf, worum es geht, was gefordert und was davon erst erreicht wurde. So haben wir gefühlt dreimal die Szene, wo Urmilas Leute Regierungsvertretern diese Sache vorhalten, dann aber auch nicht so dargestellt, dass man das Gefühl hat, da tut sich nichts und die Regierung müsse langsam mal ihren Arsch hoch kriegen. Was daran liegt, dass man uns nicht klarmacht, was genau gefordert wird.

Fazitla

Herausarbeiten, herausarbeiten, herausarbeiten! Das fehlt diesem Film. Genau wie eine klare Struktur. Das Leben eines ehemaligen Sklavenmädchens zu zeigen ist ja ganz nett, aber bei diesem Thema wäre eine nähere Auseinandersetzung mit der Situation sinnvoll und notwendig gewesen. Um Sympathie aufzubauen für die Mädchen und Antipathie gegen ihre Unterdrücker. Klarmachen, was die Situation ist, denn die ist Grundlage für das, was Urmila macht und wonach sie strebt. In all diesen Punkten versagt der Film leider völlig – und damit wird er weder seinem Thema noch seiner Hauptfigur wirklich gerecht. Ab 26.5.2016 im Kino.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Filme veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s