Neu im Kino: Warcraft: The Beginning

Als ihre Welt den Bach runtergeht, macht sich eine Horde Orks durch ein Portal auf den Weg, eine andere Welt einzunehmen. Natürlich kommt es zum Kampf mit den Einheimischen, was auch ein bisschen daran liegt, dass die Orks sie angreifen. Ob man sich wohl friedlich einigen kann… Nope!

World of Warcraft

Was nicht unbedingt ein Spoiler ist, da der Film auf einem Videospiel fußt und die sind ja nur in den seltensten Fällen Diplomatietrainer. Es geht also heftig zur Sache im Film zum Spiel, nicht blutig, aber heftig, brutal, hart. Was eigentlich clever gemacht ist, da man sich die blutige Brutalität denken kann – und ein Bild im Kopf ist oftmals stärker als eins auf der Leinwand.

Was man dem Film anrechnen kann, ist, dass all die Dinge, bei denen man sich am Anfang fragt, was das denn bitte soll, mehr oder weniger irgendwohin führen – und sei es auch zur Fortsetzung. Am Anfang kann man mit der Weltenbildung noch ein paar Probleme haben, Namen, Orte, Figuren, da kann man leicht ins Schlingern kommen, aber letztlich stellt das doch eine ganz brauchbare Einführung dar. Einfach wird’s einem dadurch gemacht, dass, nunja, wie formuliert man das am besten, die Rassen nicht so unbedingt neu und originell sind?! Zwerge, Elfen, Menschen, Orks, hm, wo hat man das schon mal gehört?

Und so muss sich jeder Film, der sich ins Territorium der Fantasy begibt, so oder so einen Vergleich mit dem Urvater des Genres, dem „Herr der Ringe“, gefallen lassen – ganz besonders dann, wenn vieles davon „entliehen“ wirkt. Dass bisher kein Film an Peter Jacksons Meisterwerk herangekommen ist, muss nicht extra erwähnt werden – aber sein eigener „Hobbit“ hat das ja auch nicht geschafft, man sieht also, dass das gar nicht mal so einfach ist. Lediglich „Game of Thrones“ kann da noch mithalten – bei dem man auch Anleihen erkennen kann. Es sei denn natürlich, George R. R. R. R. Martin hat sich bei seinen Büchern vom Videospiel inspirieren lassen.

Fans des Spiels

würden das wissen, und für die ist dieser Film ja irgendwie auch gemacht. Wie man hört, gibt es für die Fans einiges wiederzuerkennen und genau so sollte es bei einer solchen Verfilmung auch sein. Denn die Fans möchten, verständlicherweise, das, wofür ihr Herz schlägt, auch auf der Leinwand verewigt sehen, weshalb ein solcher Film dem Spagat schaffen muss, Altfans zu befriedigen und Normalzuschauern eine halbwegs verständliche Handlung zu präsentieren. Das funktioniert eigentlich ganz gut, ist aber auch nicht wirklich überbordend komplex angelegt, so dass man nicht überfordert wird. Wie gesagt, Elfen, Zwerge, Menschen, Orks, Zauberer. Beide Seiten haben große Krieger und große Zauberer, aber ganz so schwarz/weiß sind die Seiten dann doch nicht gezeichnet, was eine nette Abwechslung ist – auch wenn man damit leider weniger macht, als möglich gewesen wäre. Ein bisschen schade ist allerdings – wie ich annehme, der Optik des Spiels geschuldet – dass Figuren aussehen wie… Figuren. Besonders die Zwerge wirken irgendwie furchtbar, sprich: gekünstelt. Das nimmt dem Ganzen ein wenig die „Realitätsnähe“ eines Peter Jackson… oder sagen wir lieber, es sieht alles weniger echt aus.

Regie: Duncan Jones

Bevor wir in einem nicht niederschetternden (und auch leider nicht Mieder schmetternden) Fazit enden, sei noch ein Wort über den Regisseur verloren. Der zeichnet nämlich verantwortlich für einen der besten Science Fiction Filme der letzten Jahre: „Moon“ mit Sam Rockwell und… Sam Rockwell. Ein großartiger Film, der hier allen ans Herz gelegt sein will, die ihn noch nicht gesehen haben. Und kann denn ein Mann, der ein solches kleines Meisterwerk abgeliefert hat, einen schlechten Film machen? Nun, wir haben letztens „Gods of Egypt“ von dem Mann gesehen, der „Dark City“ gemacht hat… die Antwort ist also leider: Ja, er kann, und wie er kann!

Warfazit

Hat Jones aber nicht gemacht! Der Film ist durchaus unterhaltsam, teils in seinen Effekten vielleicht etwas überbordend, fühlt sich von der Welt her nicht so „realistisch“ an wie HdR und GoT, beleidigt einen aber auch nicht, wie es DaD tut. Also wer seinen Fix an Fantasy noch nicht bekommen hat – oder wer ein Fan des Spiels ist – sollte hier eigentlich das finden, was er sucht. Ab 26. Mai 2016 im Kino.

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