Neu im Kino: Agnes

Sachbuchautor lernt Frau kennen, die ihn überredet, über sie eine Geschichte zu schreiben. Geschichte und Beziehung entwickeln sich…

Seufz!

und das wäre der Punkt gewesen, an dem man schön zweigleisig hätte fahren können, eine unklare Trennung zwischen Phantasie und Wirklichkeit, die sich zu einer klaren entwickelt, bei der der Autor seine geschaffene Wirklichkeit der realen vorzieht, was zu Beziehungsproblemen führt. Ein Spiel mit der Wirklichkeit, mit den Ebenen, mit den Figuren, das wäre das, was man aus dieser Grundsituation hätte herausholen sollen. Doch der Film nutzt seine Grundidee nicht, hin und wieder taucht die Geschichte innerhalb der Geschichte zwar auf, aber so richtig große Bedeutung und vor allem Einfluss auf die Handlung hat das nicht – und wenn etwas keinen Einfluss auf die Handlung hat (und weder besonders witzig noch sexy noch spannend ist), dann kann man es weglassen, ohne, dass es dem Gesamtwerk schadet. Wenn man also mit dieser Geschichtsgeschichte nichts macht, kann man’s auch lassen!

Alle Frauen sind gestört!

Nun, das ist die Erfahrung, die wir aus den deutschen Filmen der letzten Wochen ziehen. Frauen sind gestört. Alle. Komplett. Obwohl… letztlich ist es in diesem Fall nicht sicher, ob die Hauptdarstellerin nun gekonnt eine gestörte Frau spielt oder einfach nur schlecht ist. Hölzerne Textwidergabe (von hölzernen Texten) ist man im deutschen Film ja leider gewöhnt, aber helfen tut das nicht. Hier wäre wieder ein Spiel mit den Geschichten hilfreich gewesen, wenn Agnes in der Wirklichkeit gestört wirken und in der Phantasiewelt anders, besser, lockerer erscheinen würde. Dann hätte man sehen können, ob die Entscheidung für diese Art zu spielen bewusst oder eher nicht war. Dass sie keine Probleme hat, sich vor der Kamera auszuziehen, hilft also leider über die angesprochenen Schwächen nicht hinweg.

Faznes

Eine schöne Grundidee, aus der man nicht viel gemacht hat. (Schieben wir’s auf den Roman, auf dem der Film basiert.) Wo man sich neben der Wirklichkeit eine bunte Phantasiewelt hätte schaffen und mit den Diskrepanzen zwischen beiden hätte spielen können, versackt der Film in hölzernen Dialogen und Nacktszenen, die nicht darüber hinwegtäuschen können, dass hier viel Potential genauso brach liegt wie die Brüste der Hauptdarstellerin. Ab 2.6.2016 im Kino.

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