Neu im Kino: Stolz und Vorurteil & Zombies

Ein Klassiker der Weltliteratur wird um Zombies bereichert…

Klingt besser

Als es ist. Nicht, dass die Idee so neu wäre, sprach doch, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, Rob Reiner im Zusatzmaterial von „Spinal Tap“ von seinem nächsten Filmprojekt „Kramer vs. Kramer vs. Godzilla“ und natürlich müssen wir nach dem wohl nicht ausbleibenden Erfolg von diesem Film auch mit Streifen wie „Zimmer mit Aussicht mit Vampiren“ und „Was vom Tage übrig blieb mit Haien“ rechnen, wie wohl unschwer zu befürchten steht. Jedenfalls hat man hier ein altes Werk mit neuen Zombies verschmolzen und das Endergebnis… lässt Wünsche offen.

Prinzipiell gibt es für so etwas eigentlich nur zwei Wege: Man parodiert „Stolz und Vorurteil“ und macht das ganze saulustig. Oder man bildet den Klassiker ab und kontrastiert die Originalszenen knallhart und brutal mit Zombiematerial, so dass eine Kluft entsteht, durch die der (wahrscheinlich angestrebte) Humor sich entfalten kann. Letzteres scheint hier in Ansätzen der Fall zu sein, aber dafür sind die Kontraste einfach nicht gut genug herausgearbeitet. Man muss eine spießige Klassikerszene haben und die muss durch Zombies durchbrochen und quasi ad absurdum geführt werden. Aber dafür sind die Zombies hier zu sehr Teil des Gesamtbilds, der Geschichte, der Handlung, der „Originalgeschichte“, wenn man so will. Zu gut integriert – und dass sie sprechen können, macht die Sache auch nicht unbedingt einfacher. Schieben wir’s aufs Buch, das wohl auch nicht anders sein wird, aber prinzipiell wird hier eine an sich möglicherweise interessante Grundidee verwässert und ihrer potentiellen Möglichkeiten beraubt.

Stolz und Vorurteil & Nazis

Als nächstes kommt dann der Film, denn Nazis ziehen doch eigentlich immer (siehe Oscars) und da könnte man beide Themen sicher auch sehr schön miteinander verweben. Wie dem auch sei, der Film weist ein paar gute Schauspieler auf, aber leider keinen Colin Firth als Mr. Darcy. Wahrscheinlich zu alt. Wir haben Lena Headey und Charles Dance aus „Game of Thrones“ und wie eigentlich immer kann man sagen: Mehr Charles Dance hätte dem Film bestimmt nicht geschadet. Für den wenigen – und fast schon unpassenden – Humor sorgt Ex-„Doctor Who“ Matt Smith, doch auch wenn der ganz nette Dialoge hat, so erscheint das im Gesamtzusammenhang eher halbherzig, was seine Auftritte nicht zu dem Vergnügen macht, die sie hätten sein können.

Stolz und Vorurteil & Darsteller

Lily James, Sam Riley, Jack Huston, Bella Heathcote, Douglas Booth, Matt Smith, Charles Dance und Lena Headey

Stolz und Vorurteil & Fazit

Irgendwie genauso Untot wie seine Titelfiguren. Die Grundidee mag nette Möglichkeiten bieten, aber der Film ist nicht lustig genug für eine Parodie und nicht gut genug dafür, dass er sich zu ernst nimmt. Irgendwie nicht homogen – aber den Massen von Zombies wird es sicher gefallen. Ab 9. Juni 2016 im Kino.

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