Auf DVD: Ein Richter sieht rot

Nachdem mehrere Schwerverbrecher auf freien Fuß gekommen sind, weil die Grundlage für eine Durchsuchung, bei der eindeutige Beweise gegen sie entdeckt wurden, angeblich nicht legal war, findet der dafür zuständige Richter einen etwas anderen Weg, sich und anderen Gerechtigkeit zu verschaffen…

Ein Witz!

Das ist, wie wir hier einmal mehr sehen, das amerikanische Rechtssystem. Und es ist kein guter Witz. Nicht nur der Anwalt, der die beste Show macht gewinnt, hin und wieder scheinen auch verschiedene Grundlagen so absurd zu sein, dass einem die Haare zu Berge stehen. Mit diesen Problemen beginnt dieser Film, der auf dem Weg zu seinem Ende die eine oder andere Wendung nimmt. Er zeigt uns Dinge, die einem Menschen mit Rechtsempfinden eigentlich übel aufstoßen müssen. Denn, seien wir ehrlich, wenn man bei jemandem die Beweise findet, die einwandfrei bestätigen, dass er mehrere Morde begangen hat, wenn aber die Durchsuchung, durch die diese Beweise gefunden wurden, aus einem an den Haaren herbeigezogenen, völlig idiotischen Grund „illegal“ war und diese Beweise dadurch nicht zulässig sind und die betreffende Person frei kommt, dann ist das mit Schwachsinn noch recht harmlos umschrieben. Das ist eine Prämisse dieses Films – und wie ich fürchte ist sie in den USA Wirklichkeit. Drängt sich da einem nicht der Begriff idiotisch auf? Sicher, man darf nicht einfach Türen eintreten oder Leuten Beweismittel unterschieben, aber wenn man die Beweise für einen bis mehrere Morde findet… Ja, es kann einen schon sauer machen, nur darüber nachzudenken. Schutz der Persönlichkeit hin oder her, aber beim Schutz von Tätern sollte so was doch eigentlich aufhören…

Nun, wie man sehen kann, lässt der Film jemanden mit Rechtsempfinden nicht unbedingt unnbeteiligt zurück. Es gibt genügend Dinge, über die man sich aufregen kann und der Film zeigt uns ein paar schöne Beispiele dafür. Aber er ist eigentlich keine Anklage des amerikanischen Rechtssystems, er ist ein Thriller, bei dem die Frage in den Raum gestellt wird, ob man der schwachbrüstigen Justiz vielleicht mit Selbstjustiz ein wenig unter die Arme greifen könnte. Die Antwort auf die Frage ist nur halb klar formuliert, aber theoretisch wäre sie da…

Cagney & Lacey“ in den „Straßen von San Franzisko“

Erst vor kurzem hatten wir Karl Malden in „Der Gefangene von Alcatraz“, hier nun haben wir seinen langjährigen Kollegen, Michael Douglas. Zu einer Zeit, in der man in Amerika streng zwischen Fernseh- und Filmschauspielern trennte, war der Sohn von Kirk Douglas einer der wenigen, die den Sprung auf die große Leinwand schafften. Er war „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“, entdeckte bei einer „Enthüllung“ an der „Wall Street“ seinen „Basic Instinct“ bevor er mit „Falling Down“ ein wenig herunterkam und als „Liberace“ leider keinen Oscar bekam, weil der Film in Amerika nicht im Kino lief. Schade drum, er hätte ihn verdient.

Seine Filmehefrau wird gespielt von Sharon Gless, die später an der Ostküste eine Hälfte von „Cagney & Lacey“ werden sollte (nachdem die Figur schon zwei andere Schauspielerinnen verschlissen hatte). Yaphet Kotto wurde von James Bond in „Leben und sterben lassen“ als „aufgeblasener Typ“ bezeichnet und in „Alien“ von ebendemselben umgebracht. Und dann ist da noch James B. Sikking. Der scheint ein Lieblingsschauspieler von Regisseur Peter Hyams zu sein, denn er spielt ebenfalls in dessen Filmen „Outland“ und „Narrow Margin“ mit – und wie üblich macht er das ausgezeichnet.

Mit

Michael Douglas (Volker Brandt), Hal Holbrook (Klaus Miedel), Yaphet Kotto (Helmut Krauss), James B. Sikking (Norbert Langer) – Regie: Peter Hyams

Ein Fazit sieht rot

Spannend, interessant, teils für den Zuschauer genauso frustrierend wie für den Richter selbst. Eine Frage der Gerechtigkeit – oder eine Frage, wie man Gerechtigkeit erlangen kann? Krimi und Betrachtung des Rechtssystems in einem. Übrigens wurde wohl bei einer Fernsehausstrahlung kurz vor dem Ende des Films ausgeblendet, so dass dem Zuschauer das eigentliche Ende vorenthalten wurde… aber das kann einem ab 8.6.2016 bei der DVD und Blu-ray ja nicht passieren!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s