Neu im Kino: Lou Andreas-Salomé

Lou will mit Männern eigentlich nix zu tun haben, außer quatschen, auch wenn sie von Nietzsche bis Rilke jeder flachlegen will. Einer davon schaffts, wir verraten aber nicht, wer, damit noch ein bisschen Spannung bleibt. Ach, schön wärs, von Spannung keine Spur. Die Geschichte einer Frau, die zahlreiche bekannte Persönlichkeiten der Geschichte kannte und immer frei leben wollte, die laut Presseheft „als Philosophin, Schriftstellerin und Psychoanalytikerin eine der gelehrtesten und produktivsten Frauen ihrer Generation“ war, was sie 1933 jemandem erzählt, der es zu Papier bringt, so dass wir heute diesen überaus langweiligen Film sehen dürfen…

Oh

Da hab ich mit dem Fazit wohl etwas vorweggegriffen. Oder vielmehr das Fazit vorweggenommen. Wie dem auch sei, arbeiten wir das Positive heraus:

Die Postkarten!

Der Film hat eine schöne Idee: Er verwendet alte Postkarten, die er belebt und in die er seine Figuren bewegt hineinbaut. Das ist sehr schön… aber das reicht leider nicht für einen fast zweistündigen Film!

Der Fall Nietzsche

Wenn man schon den guten alten Fritz im Film hat, dann erwartet man natürlich, dass er irgendwann Gott umbringt und jemand gegen ihn ermittelt, möglicherweise Lou selbst, die ihren alten Kameraden, der behauptet „Gott ist tot“ sofort in Verdacht hat. Natürlich kommt es nicht so und natürlich hätte es dieses lahme Machwerk mehr als aufgewertet.

Zu der eher desinteressierend anmutend aufbereiteten Handlung kommen noch fast durch die Bank weg fürchterliche darstellerische „Leistungen“, von gekünstelt bis overacting, da bleibt nicht viel Gutes zu berichten. Am schlimmsten ist allerdings „Rilke“, vielleicht dicht gefolgt von „Ernst Pfeiffer“. Die Namen ihrer Schauspieler sollte man sich merken – um ihre Filme in Zukunft meiden zu können. Schlechtes Spiel und deutscher Film scheinen also weiterhin zwei Dinge zu sein, die sich ungern voneinander trennen wollen. Schade, sehr, sehr schade!

Lou Andreas-Fazit

Die schöne Postkartenidee siehe oben – ansonsten siehe Rest der Kritik. Ab 30. Juni 2016 im Kino. Ach, hätte sich Sigmund Freud (auch im Film) mit Schlaflosigkeit beschäftigt, dieser Film wäre ihm möglicherweise als die Heilung erschienen…

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