Neu auf DVD: HAIL, CAESAR!

hail_caesar_fr_xp_dvdEin Problemlöser, der für ein Studio im goldenen Zeitalter Hollywoods arbeitet. Und es gibt viele Probleme zu lösen: Ein Star, der entführt wird, eine schwangere Schauspielerin, ein untalentierter Cowboydarsteller und jede Menge Kommunisten…

Hail, Hollywood!

Ein Rückblick in eine Zeit, in der es noch ein Studiosystem gab, in dem die Stars den Studios quasi gehörten – und in dem man andere Filme gemacht hat als heute. Und von all dem bekommen wir kleine Ausschnitte, kleine Einblicke, herrliche kleine Vignetten aus verschiedenen Genres. Da ist der Western, das Musical, das Drama, der teure Sandalenfilm und vielleicht das erste Esther Williamsianische Wasserballett seit „Austin Powers 2“. Das war die Art Filme, die man in dieser Zeit gemacht hat – und die Coen Brüder scheinen ein immenses Vergnügen daran gehabt zu haben, sie für ihren Film noch einmal wiederauferstehen zu lassen und mit modernen Mitteln altmodisch in Szene zu setzen. Und die Freude überträgt sich auf den Hollywoodaffinen Betrachter!

Hail, Coens!

Offensichtlich scheint das Studio des Films tatsächlich denselben Namen zu tragen wie das, für das „Barton Fink“ einst engagiert wurde – doch dieser Film ist der ungleich unterhaltsamere von beiden. Bei den Coens ist das so eine Sache. Oder, um es so zu formulieren: Es kann einem ja nicht alles gefallen. Während für viele „Millers Crossing“ einer der Höhepunkte ihres Schaffens zu sein scheint, konnte ich damit nie soviel anfangen. Sehr gut sind „No Country For Old Men“ und „Fargo“, sehr stimmig „The Man Who Wasn’t There“, aber mein Lieblingsfilm von ihnen wird wohl immer „The Big Lebowski“ bleiben. Daran reicht „Hail, Caesar!“ nicht heran, aber er ist trotzdem ein herrliches Vergnügen, ein Einblick ins alte Hollywood, der wahrscheinlich näher an der Realität ist, als manche Hollywoodgröße zugeben würde. Er gibt phantastisch das Flair dieser Zeit wieder und ist einfach wunderbare Unterhaltung mit der richtigen Prise Humor – und einer großartigen Besetzung.

Hail, Clooney!

George Clooney gibt den leicht schwer von Begriff-lichen Star sehr überzeugend und mit Vergnügen, Tilda Swinton darf zwei Schwestern spielen, Frances MacDormand hat eine wunderbare Szene als Cutterin und Josh Brolin kann beweisen, dass er seine Klischeebesetzung des harten Kerls auch mit Humor versetzen kann. Die Entdeckung des Films dürfte aber Alden Ehrenreich sein, der hier als Cowboy brillieren und als Dramaschauspieler versagen kann – beides wunderbar gespielt. Er erinnert an den Cowboyschauspieler Audie Murphy, was wohl kaum Zufall sein dürfte. Und, was mir beim ersten Schauen gar nicht so bewusst geworden ist, aber mit Christopher Lambert und Clancy Brown bietet der Film überdies die beiden Endgegner aus „Highlander“… es kann eben wohl doch nicht nur einen geben.

Hail, Bonus!

Nette Interviews, in denen man nicht nur erfährt, wie alle Beteiligten zu den Coens stehen, sondern auch, wie und warum George Clooney dafür verantwortlich ist, dass es diesen Film überhaupt gibt.

Hail, Besetzung!

Josh Brolin (Klaus Dieter Klebsch), Alden Ehrenreich (Ricardo Richter), George Clooney (Detlef Bierstedt), Max Baker (Frank Röth), Ralph Fiennes (Udo Schenk), Heather Goldenhersh (Katrin Zimmermann), Ian Blackman (Erich Räuker), Veronica Osorio (Maja Maneiro), Tom Musgrave (Jaron Löwenberg), David Krumholtz (Tommy Morgenstern), Tilda Swinton (Karin Buchholz), Fisher Stevens (Gerald Schaale), Patrick Fischler (Oliver Siebeck), Fred Melamend (Hans Eckart Eckhardt), Michael Gambon (Christian Rode), Robert Picardo (Stefan Staudinger), Clancy Brown (Jürgen Kluckert), Christopher Lambert (Joachim Tennstedt) – Regie: Joel Coen & Ethan Coen

Hail, Fazit!

Verbeugung und Parodie auf Hollywood. Erzählt in vielen schönen Vignetten, die aber alle zusammenfinden und einen Sinn ergeben, wobei die Szene mit den Geistlichen nach wie vor einer der Höhepunkte des Films bleibt. War beim ersten Schauen im Kino für mich einer der besten Filme des Jahres – und ist nach dem zweiten Ansehen immer noch! Ein Film, von Filmfreunden für Filmfreunde. Ein echter Genuss für Filmliebhaber. Einfach ein guter Coen! Ab 30. Juni 2016 auf DVD und Blu-ray von Universal Pictures.

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