Teppichrot für Smaragdgrün

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Guten Abend, liebe Leser,

wir melden uns hier live vom roten Teppich, der tatsächlich grün ist, womit man mir eine schöne Überschrift kaputtgemacht hat, aber so ist das nun einmal im Filmgeschäft und allen angeschlossenen Anstalten – in die man einige aus dem Filmgeschäft verfrachten sollte, aber das steht auf einem anderen Blatt und von dem spielen wir heute ja nicht.

Wir – und das sind in dem Fall ich – sind – und das ist in dem Fall bin – ich, äh… aus dem Konzept gekommen. Dies ist der grün geschminkte rote Teppich zu „Ferris macht blau“… „Smaragdgrün“, dem neuen Film, bei dem nicht nur hier und jetzt und dann und dort die Premiere stattgefunden hat, sondern den ich auch das Missvergnügen hatte, vorher sehen zu dürfen (siehe Kritik), weswegen ich während dieses Events die ganze Zeit die Hoffnung hegte, dass mich keiner der Beteiligten fragen würde, was ich denn von diesem Film halte. Zum Glück geht es beim rotgrünen Teppich aber nicht darum, die Presse um ihre Meinung zu fragen, sondern sich ebendieser zu präsentieren und gute Mine zum schlechten Spiel zu machen, das man vorher vor der Kamera abgeliefert hat – und der geneigte Leser wird sich nun natürlich fragen, warum ich (also ich, nicht er, der sich das in der Ich-Perspektive fragt) da überhaupt hingegangen bin? Die Antwort ist leicht: Sekt und Schnittchen!

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Wer im künstlerischen Bereich tätig ist, weiß, dass man jede Gelegenheit für freies Essen und Getränke wahrnehmen muss und welche Chance auf so was bietet eine Filmpremiere im Kölner Dom? Kölner Cinedom, um genau zu sein. Nun, die Antwort lautet: Es gab weder das eine noch das andere. Das ist natürlich schade, darf man dann aber Leuten, über die man eine schlechte Kritik geschrieben hat, auch nicht übel nehmen – selbst, wenn die das zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wissen und mangels Interesse an meiner Kolumne auch wahrscheinlich niemals erfahren werden. Nun, getrieben von der sehr zurückhaltenden Hoffnung auf Alkohol und Buffet war ein weiteres Ziel jedoch, einmal eine Premiere und all das Drumherum zu erleben und von dem Standpunkt war das vielleicht die beste Veranstaltung, die man für so etwas wählen konnte, denn wie oft sonst bekommt man ein solches Teppichpublikum (nicht zu verwechseln mit Teppichluder) zu sehen? Eine riesige Anzahl blutjunger Mädels – wobei die Bezeichnung nicht ganz zutreffend sein dürfte, denn es war die Art Menge, bei der man auf seine laut hinausgeschrieene Frage: „Hat schon jemand seine Periode?“ bestenfalls ein „Meine was?“ und wohl eher kein „Ja.“ zu hören bekommen würde… oder vielleicht ist ja genau das mit dem Begriff gemeint?!

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Fatalerweise schien ein Grossteil der Kinder jedoch, wie sich herausstellte, weniger wegen der „Stars“ des „Films“ (ja, das muss man beides in Anführungsstriche setzen) vor Ort zu sein, sondern wegen einem „Youtube“-„„Star““ (so viele Anführungsstriche gibt es gar nicht, um das angemessen auszudrücken), irgendeine dürre Tussi mit grünlichem Haar, wahrscheinlich in einem Zustand der Verwesung. Man schrie sich die jugendlichen Kehlen aus den Leibchen und selfiete sich wo es ging und nachdem alle gegangen waren, kam auch noch Gülcan (Gülschan?), um sich auf dem grünen Teppich ablichten zu lassen, womit die Kölner „Prominenz“ abgehalftert, äh, abgefrühstückt wäre (außer Peter Nottmeier aus „Switch“, bei dem ich vor Jahren mal mitgekriegt habe, wie er seine Begleiter fragte, als er aus einer Kneipe auf der Aachener kam, ob jemand nach Nippes? fahren würde und ihn mitnehmen könne – soviel also zu Kölner Promis auf dieser einmaligen Filmpremiere (die Anführungsstriche können Sie selbst nach Belieben setzen)). Dass es aber doch noch Hoffnung gibt, zeigten zwei junge Mädels, die höchstens zwei bis vier Jahre älter als die Kreischsusen sein dürften, aber dieses ganze Youtube-Zeugs auch nicht nachvollziehen konnten. Danke!

Ansonsten war es ganz nett, man hat sich mit den Kollegen unterhalten, dann kamen Leute über den Teppich, aber das Interessantere war eigentlich das Drumrum, zum Beispiel Bruder und Schwester, die die Tochter des Bruders (13 Jahre, also die Tochter) im Kino hatten, während Vadda auf Autogrammjagd für das Buch war – und am Ende auch alle zusammen hatte, ein schöner Erfolg und ein befriedigender Abend… aber immerhin mussten die beiden auch den Film nicht ansehen. Und die Dame, die nach dem Film noch einmal zu mir kam und meinte, sie (und ihre Tochter) wären mit dem Ende des Films durchaus zufrieden, auch wenn es, Vorsicht, Spoiler, von dem des Buches abweicht – und das kein Mann für sinnvoll halten würde, aber egal. Ganz am Ende kam dann noch mal die Schwester zu Kollege Richard vom Wild Magazin und mir und sagte, dass sie eine alte Lehrerin wiedergetroffen hätte, die die Mutter von einem der beteiligten Schauspieler wäre und dass sie jetzt zum Sommerfest eingeladen wäre, um alte Bekanntschaften wieder aufzuknöpfen… an sie anzuknöpfen, klingt weniger gewalttätig. So war es offenbar für alle ein runder Abend, auch ohne Buffet und Alkohol.

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Da ich es wider Erwarten geschafft habe, die Bilder von meinem billigen Smartphone auf die Festplatte zu ziehen, hier ein paar unscharfe Eindrücke vom blauweißrotgrünstichigen Teppich, wobei man sagen muss, dass die Darstellerinnen in Wirklichkeit weit dürrer wirkten als auf der Leinwand – was nicht zwingend als Kompliment gemeint ist. Hier nun also zum Abschluss noch ein paar Photos – und wenn man mich nach diesem Artikel tatsächlich wieder zu einer Premiere in Köln einladen sollte, werde ich da wohl hingehen… und freudig darüber berichten!

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Die Leute, die den Film verbrochen haben.

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„Filmpaar auf Teppich“, 28.6.2016.

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Laura Köln in Berlin?

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Laura Berlin… in Köln!

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Ehrich währt am längsten…

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…Hauptdarstellerin…

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…Maria Ehrich, ehrlich!

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Drei Brötchen, bitte.

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