Neu im Kino: Bolschoi Babylon

Dokumentation über das berühmte russische Ballett, seine Bedeutung… und die Leute, die damit verbandelt sind.

Intrigen, Attentate, Drama

In Moskau hat man es geschafft, das, was eigentlich auf die Bühne gehört, auch hinter den Kulissen zu praktizieren. Und in der Öffentlichkeit. Manches davon zeigt uns der Film. Einer der Angelpunkte ist das Säureattentat auf Sergej Filin, ehemaliger Tänzer und zu diesem Zeitpunkt wichtiger künstlerischer Leiter. Wir erfahren einiges über ihn, lernen den möglichen Auftraggeber des Attentats kennen und sehen, was sich danach abgespielt hat. Es ist ein faszinierender Einblick in eine Welt, in der das Drama offenbar auf allen Ebenen gelebt wird, nicht nur mit Musikuntermalung, sondern auch mit Angriffen und Ausgrenzungen von Kollegen. Dabei gibt es eine Menge, was man zwischen den Zeilen lesen kann, z.B. dass Filin sagt, er habe nie in seinen Tanzschuhen oder Kleidern Nadeln vorgefunden – also andere offenbar schon? Allgemeines Gesprächsthema? Eigene Erfahrung von der anderen Seite der Nadel?

Interessant ist auch die Offenheit, in der einige hier sprechen, vom neuen Theaterleiter bis hin zum Staatslenker. Der sagt uns auch, dass das Bolschoi eine große Waffe Russlands ist, die man gerne und gezielt auf den Westen loslässt. Danke, Genosse!

Bolschoi Fazitlon

Wer sich an den grazilen Bewegungen des Balletts delektieren will, wird hier weniger auf seine Kosten kommen als derjenige, der mal ein bisschen etwas über Skandale und Intrigen in der Künstlerwelt allgemein und der des Moskauer Bolschoi Balletts im besonderen erfahren möchte. Und in dem Bereich bietet die Dokumentation einige sehr interessante Einblicke. Ab 21. Juli 2016 im Kino.

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