Neu auf DVD: Trumbo

8242521_st_r1_frightenersErfolgreicher Hollywoodautor wird vor Gericht zitiert, um zu sagen, ob er der Kommunistischen Partei angehört. Da die Geschichte im Land der Freien spielt, kann dies nur in Intoleranz und Hass ausarten…

Hollywoods Goldenes Zeitalter

Am Anfang des Films, wenn sich „die Kommunisten“ treffen, erwartet man fast, dass George Clooney in einer Centurion-Uniform ins Zimmer gestolpert kommt, hatte doch „Hail, Caesar!“ von den Coen-Brüdern vor kurzem durchaus ähnliche Ansätze. Doch während es dort nur gestreift wird und Teil des „Hollywood Kolorit“ ist, wird es hier zum zentralen Thema das Films: der Umgang Hollywoods (und Amerikas) mit dem Thema Kommunismus, die Hexenjagd, die Ausgrenzungen und Anfeindungen. Wir erleben, wie Stars der damaligen Zeit, wie Edward G. Robinson und John Wayne, darauf reagieren und wie sie damit umgehen – und natürlich, wie Autor Dalton Trumbo damit verfährt. Es ist, und das nicht nur aus der Retrospektive betrachtet, eine Zeit, in der sich Amerika nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat und das wird im Film auch angemessen gewürdigt.

Gute Dialoge für gute Schauspieler

Da die Hauptfigur ein Hollywoodautor ist, und dazu noch einer der besten seiner Zeit, watet der Film mit sehr schönen Dialogen auf, die der Sache durchaus angemessen erscheinen. Da aber auch die schönsten Texte von den miesesten Schauspielern verhunzt werden können, darf man dankbar sein, dass man eine Riege guter Darsteller für dieses Projekt engagieren konnte – wahrscheinlich alles selbst Kommunisten, die sich auf diese Weise an Hollywood rächen wollen. Bryan Cranston, vielen bekannt als auf der Sympathieschiene eher schwieriger Charakter aus „Breaking Bad“, gibt seinen Trumbo mit der richtigen Mischung aus Ernsthaftigkeit und intelligentem Humor. Ob Michael Stuhlbarg Edward G. Robinson gut trifft, kann ich nicht beurteilen, da ich dessen Filme aus dieser Ära nicht im Original kenne, aber er gibt wie üblich eine sehr schöne Performance. Über John Goodman kann man eigentlich das gleiche sagen, wenn seine erste Szene auch ein wenig an die mit Mike Starr aus „Ed Wood“ erinnert, nur ein wenig mit umgekehrten Vorzeichen. Ebenfalls immer großartig ist Helen Mirren – bei der man wiederum das Gefühl hat, die Figur, die sie hier verkörpert, könnte die Anregung für die beiden Schwestern sein, die Tilda Swinton im erwähnten „Hail, Caesar!“ spielt.

Bonus

Kurze Berichte über den Mann und den Mann, der ihn verkörpert – da wäre eine umfangreichere Dokumentation über ein paar Hintergründe auch schön gewesen.

Mit

Bryan Cranston (Joachim Tennstedt), Diane Lane (Arianne Borbach), Helen Mirren (Karin Buchholz), Louis C.K. (Lutz Schnell), David James Elliott (Peter Flechtner), John Goodman (Klaus Sonnenschein), Michael Stuhlbarg (Axel Malzacher), Christian Berkel (dto.) – Regie: Jay Roach

Fazit

Wunderbarer Film über eine nicht ganz so wunderbare Zeit, in dem gezeigt wird, wie ein Mann, den man durchaus auch als besessenes Arbeitstier bezeichnen könnte, versucht, mit der Situation umzugehen, die ihm sein ach so freies Land aufoktroiert hat. Die sehenswerte Filmbiographie gibt es ab 21. Juni 2016 auf DVD und Blu-ray von Universal Pictures.

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