Ghostbusties

Keine Ahnung, warum man den Film nicht gleich so genannt hat, denn es ist

Ghostbusters

mit Frauen… jedenfalls dem Namen nach. Und groben Teilen der Handlung. Und den Andeutungen und Hinweisen auf das Original. Den Gastauftritten. Anspielungen. Und natürlich ist er, genauso wie „Independence Day 2“, eine Enttäuschung, denn er ist keineswegs so grauenvoll, wie er es hätte sein müssen und wie der Aufschrei nach dem ersten Trailer durchs Internet klang. Verstehen wir uns da nicht falsch, nur weil er nicht furchtbar ist, ist er damit noch lange kein guter Film, aber er ist fern davon, das Schlimmste seit Erfindung des Celluloid zu sein… oder in dem Fall seit Erfindung des Digitalfilms.

Die Handlung ist dem Original nachempfunden, Wissenschaftler, niemand glaubt an Geister, dann kommen die aber doch und nur drei mutige Frauen und eine Schwarze kämpfen dagegen an. Man kann auch ungefähr erkennen, welche Figur wem nachempfunden ist, aber da haben wir ein bisschen das Problem, denn beim Original sind die Charaktere irgendwie besser abgesteckt. Murray als der Con-Artist und Frauenfänger, Aykroyd als der Gläubige, Ramis als der emotionslose, Spock-artige Wissenschaftler und Hudson als der… Schwarze. Gut, zumindest in der Richtung hat sich nicht viel geändert.

Sexxxxxismus!

Ist erlaubt, wenn Frauen es machen. Jawohl! Und davon gibt es hier eine ganze Busladung voll – wofür bei umgekehrten Vorzeichen die Frauenbeauftragte auf die Barrikaden gegangen wäre und ihren BH verbrannt hätte, aber so ist das völlig okay und da sagt keiner was. So ist denn Chris Hemsworth hervorragend als Sexobjekt und Dummchen in einer Person, darstellerisch eigentlich der Höhepunkt des Films. Melissa McCarthy ist überraschend okay, wahrscheinlich das erste Mal außerhalb der „Gilmore Girls“, Leslie Jones funktioniert recht gut, Kate McKinnon ist zwar eigentlich ganz gut, irgendwann wird einem aber klar, dass ihr der Begriff „subtil“ fremd zu sein scheint, was die Sache dann auf Dauer ein wenig anstrengend macht, nur…

Kristen Wiiiig is weak

Um es mal mit einem englischen Wortspiel zu umschreiben, also schwach, dünn… blass? Und das nicht, weil sie nicht die Schwarze spielt, sondern irgendwie ist sie einfach… ohne die klaren Linien, die die Figuren des Originals haben.

Von denen – Vorsicht, Spoiler! – geben sich auch alle die Ehre, Harold Ramis wie dereinst Denholm Elliott in „Kristallschädel“ als Büste, Dan Aykroyd (gesprochen von Thomas Danneberg), Ernie Hudson (gesprochen von Jürgen Kluckert), Annie Potts (gesprochen von Philine Peters-Arnolds – also alle wie im Original!), Sigourney Weaver (Karin Buchholz) und der Mann, der schon im zweiten Teil eigentlich nicht dabei sein wollte: Bill Murray (nach dessen Tod leider nicht gesprochen von Arne Elsholtz, sondern von… Oliver Kalkofe, was irgendwie auf keiner Ebene so richtig funktionieren will!).

Feig dich selbst!

Eigentlich sollte man ja einen Film für sich selbst sprechen lassen, ungeachtet der Personen, die dafür verantwortlich sind, aber da es im Vorfeld schon Anfeindungen im Internet gegeben hat, wollen wir uns heute mal von diesem Pfad trennen. Nach dem ersten Trailer schrieen irgendwelche Leute, das wäre furchtbar – und der Regisseur Paul Feig und seine Mannen schrieen zurück, indem sie alle, die ihren Trailer nicht mochten als Frauenfeinde deklarierten und damit zukünftigen Kritiken jeden Wind aus den Segeln nehmen wollten, denn wer die Ghostbusties nicht mochte, musste ein Frauenfeind sein, Stempel drauf, abgeurteilt, scheißegal wie schlecht der Film wirklich ist. Das kann wohl kaum der richtige Weg sein – und, seien wir ehrlich, es war die beste Werbung für einen Film, die man sich ohne Geld kaufen kann. Das Problem, warum „Ghostbusters, Womens Edition“ nicht so richtig funktioniert, ist u.a. Regisseur Paul Feig, denn der versteht offenbar nichts von vernünftigem Filmemachen. Denn, seien wir ehrlich, die Kamera irgendwo aufzubauen und die Leute mal machen zu lassen, führt in den seltensten Fällen zu guten Filmen. Ich mag da ein wenig traditionalistisch sein, aber erst schreibt man ein gutes Buch und dann verfilmt man es und wenn das Buch wirklich gut ist, dann braucht man seine unbegabten Schauspielaffen nicht improvisieren zu lassen! Da Paul Feig aber offensichtlich nicht weiß, wie so was funktioniert – oder nicht in der Lage ist, ein gutes Drehbuch zu schreiben – kommt dann dabei oft ungarer Mist heraus. Einfachstes Lösungsproblem für diesen Film hier: Ihn im bereits bestehenden „Ghostbusters“-Universum ansetzen, die alten Jungs sind in Vergessenheit geraten, die Regierung hat Geister totgeschwiegen und dann passiert etwas, das die neuen Geisterjägerinnen auf den Plan ruft. Dann hätte sich niemand beklagt… aber man hätte auch nicht all die billige Werbung gehabt!

Ghostfazit

Das Problem ist, dass man ihn mit dem Original vergleichen muss, und da hat er einfach keine Schnitte. Er macht nichts besser als der alte Film, er hat zwar durchaus ein paar nette Szenen und Dialoge, aber im Großen und Ganzen ist es eine mäßig lustige Komödie, die Lust darauf macht… sich das Original mal wieder abzusehen. „Ghostbusties“ gibt es ab 4. August 2016 im Kino.

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Ein Gedanke zu “Ghostbusties

  1. Pingback: Ghostbusters (2016) – Extended Cut | FilmkritikenOD

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