Neu auf DVD: Downton Abbey – Season 6

downton_abbey_s06_fr_xp_dvd1925 – elf Jahre nach Beginn der Geschichte findet sie nun ihr Ende. Wir erleben, was mit den Personen aus Downton Abbey, den Adeligen und den Bediensteten, geschieht und sehen, wohin sie ihr Weg in Zukunft führen wird…

Taschentücher raus!

Wird es traurig? Nun, auf jeden Fall wird es traurig – denn nach sechs Jahren Erzählzeit und elf Jahren erzählter Zeit kommt nun mit dieser sechsten Staffel und dem darin enthaltenen Weihnachtsspecial das Ende der Serie – und das ist durchaus ein Grund, traurig zu sein. Denn hier endet eine sehr gute Serie und sie gibt uns genügend Grund, bei diversen Ereignissen zu schluchzten und mit einer Träne im Auge mit der Person auf der Couch neben uns Händchen zu halten, denn das Ende macht das, was es tun soll: es geht zu Herzen! Aber was passiert? Wird geheiratet? Gestorben? Werden wir Zeuge einer Beerdigung nach der anderen? Nun, das… muss jeder für sich selbst herausfinden!

Season 6

Da es eine britische Serie ist, müsste es eigentlich „Series 6“ heißen, oder, wenn man sich mal endlich von der Anbiederung an Amerikanismen lösen würde, ganz schlicht „Staffel 6“. Hier läuft nun alles zusammen, was vor sechs Jahren begonnen wurde, in einer Serie, die man u.U. als eine Art „Das Haus am Eaton Place“ auf dem Lande bezeichnen könnte. Da sind die Adeligen, die auch ihre Probleme haben, bei denen aber vor allem das Ansehen wichtig ist. Und da sind die Bediensteten, die für diese Adeligen arbeiten. Fast ist das alles es ein bisschen zu harmonisch, man ist loyal, aber so richtig viele Antagonisten oder gar Klassenstreit gibt es nicht. Natürlich gibt es hier und da Probleme, besonders mit und durch die Töchter aus hohem Hause, bei denen es eigentlich nur um eins geht, nämlich sie standesgemäß unter die Haube zu bringen, woraus mit das größte Konfliktpotential in der Serie entsteht. Aber auch die unteren Stände haben so ihre Probleme… und auf beiden Seiten erfährt vieles davon in dieser Staffel eine Auflösung.

Was besonders schön an der Serie ist, ist die Entwicklung. Nicht nur der Figuren, sondern auch der Welt. Als die Serie beginnt, ist man noch vor dem Ersten Weltkrieg. Nach und nach entwickelt sich die Welt, aber dadurch bedingt auch das Leben in Downton Abbey weiter. Elektrizität wird eingeführt. Und das Auto. Man stellt sich der Frage, ob man auf Dauer noch so viel Personal braucht – oder ob man es sich überhaupt leisten kann. Besonders, dass man Zeuge dieser Entwicklung ist, macht die Serie interessant, erhält sie damit frisch und neu und verankert sie in der Realität.

Starke Frauen

Zwar gibt es hier auch ein paar Männerrollen, aber getragen wird diese Serie doch eigentlich von starken Frauen – und starken Schauspielerinnen. Hugh Bonneville (spielt in „Notting Hill“ einen Versager, wer’s mal nachschauen möchte) ist zwar der gutmütige Herr im Haus, dessen Seele ist aber eher seine von Elisabeth McGovern („Es war einmal in Amerika“, wir erinnern uns… ja?) dargestellte Ehefrau. Samantha Bond war an der Seite von James Bond (Pierce Brosnan) eine erinnerungswürdige Monneypenny und auch hier kann sie als Gast hin und wieder zeigen, was sie so drauf hat. Ebenfalls interessant ist Penelope Wilton (Harriett Jones, PM aus „Doctor Who“), die so charismatisch ist, dass man ihr ein bisschen mehr von dem wünscht, was Maggie Smith tun darf. Denn die ist das Glanzlicht dieser Serie – und ein Beweis dafür, dass man auch in die Jahre gekommene Frauen tolle Rollen schreiben kann. Anders als in dem enttäuschenden „The Lady in the Van“, wo sie mehr oder weniger nur eine alte Frau spielt und damit in keinster Weise ihre Möglichkeiten genutzt werden, gibt man ihr hier wunderbare Texte, die sie wundervoll umsetzt, so dass es eine reine Freude ist. Ein bisschen bissig, ein bisschen Humor – und viel Vergnügen!

Bonus

Anders als bei einer anderen Serie mit starken Frauen, „Orange is the new Black“, bekommt man hier im Zusatzmaterial auch mal ein paar der Hauptdarstellerinnen so zu sehen, wie sie in Wirklichkeit und Gegenwart aussehen und nicht nur im Kostüm der 20er Jahre – was durchaus interessant ist. Zudem bekommen wir Einblick in die Entstehung eines alten Autorennens – und in das echte „Downton Abbey“. Wer es einmal selbst besuchen möchte, sollte frühzeitig buchen!

Downton Fazit

Sehr schönes, zu Herzen gehendes Ende einer guten britischen Serie, die uns interessante Geschichten aus Adel und Dienerschaft und nebenbei auch den Wandel der Zeit zeigt. Ab 4. August 2016 auf DVD und Blu-ray von Universal Pictures.

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