Neu auf DVD: Sebastian Bergman: Spuren des Todes II

Psychologe mit Problemen klärt für die Polizei Mordfälle auf…

Für alle Fälle… Bergman?

Psychisch angeschlagene Psychologen sind nicht eben neu. „Fitz“ war da wohl einer der ersten, ein versoffener Spieler, der auch gerne dem außerehelichen Geschlechtsverkehr frönte, ein Dreckskerl, wie er im Buche steht – aber doch irgendwie noch sympathisch. Was genau das ist, was seinem Kollegen Bergman aus dem unterkühlten Skandinavien irgendwie zu fehlen scheint. Zwar ist er gleichermaßen gestört wie clever, zieht aber auch die ganze Zeit eine Flappe, als wäre er Jennifer Lawrence, die noch ein paar vertraglich vorgeschriebene Fortsetzungen runterkurbeln muss, anstatt in oscarnominierbaren Filmen mitzuwirken. Bergman ist wenig sympathisch und irgendwie machen seine Fälle – und seine Arbeit – dadurch etwas weniger Spaß. Nicht umsonst hat der Begriff „Witz“ mehrere Bedeutungen; Fitz hatte Witz in zweierlei Hinsicht, Intelligenz und Humor.

Gespielt wird er von Rolf Lassgard, der vor kurzem als „Ein Mann namens Ove“ zu sehen war, eine nicht wirklich sympathische Figur… in der er weit sympathischer wirkte als hier!

Tod in der Silbermine

Tod im Kloster

Dies sind die beiden Fälle, in denen Bergman hier ermittelt. Das Ganze geht ein wenig behäbig los, erst gegen Ende kommt dann ein wenig Spannung auf. Zwischenzeitlich nutzt der Psychologe dann die Gelegenheit, grimmig dreinzublicken und verwandten Kolleginnen die Karriere zu versauen. Leider ist seine Arroganz, anders als bei seinen Kollegen Fitz und House, nicht so richtig durch Brillanz gerechtfertigt, denn ein wirklich cleverer Ermittler sollte seinen Tätern ab einem gewissen Punkt einen Schritt voraus sein und nicht quasi aus der Zeitungsbeilage inklusive Geständnis erfahren, wer für die Morde verantwortlich war.

Bonus

Ein Interview mit den beiden Autoren, in dem man u.a. erfährt, wie es zu Serie und Buch gekommen ist – und dass die Figur bewusst eher unsympathisch angelegt ist. Kann man als Fehler ansehen, tu ich auch.

Sebastian Fazit

Krimis aus Skandinavien um einen wenig sympathischen Psycho(logen), der alles flach legt, was nicht rechtzeitig „Unterlassungserklärung“ sagen kann, der es aber doch noch schafft, irgendwie an der Aufklärung der Morde beteiligt zu sein. Seit 6.5.2016 auf DVD.

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