Neu im Kino: Suicide Squad

Im DC Universum fürchtet man, dass der nächste Superman ein Terrorist werden könnte, also sucht man sich eine Spezialeinheit zusammen, die in einem solchen Fall gegen ihn antreten würde. Leider besteht diese Gruppe komplett aus Verbrechern und Durchgeknallten (und durchgeknallten Verbrechern), was okay wäre, wenn nicht gerade der Notfall eintreten und man sie brauchen würde – was man aber wie in „Age of Ultron“ bewerkstelligt, indem man sich sein Problem selber schafft…

DC muss aufholen

Wie wir alle wissen, versucht DC Boden gut zu machen und an den Erfolg des Marvel-Universums anzuschließen. Die haben sich seinerzeit Zeit gelassen und ihr Filmuniversum langsam aufgebaut, da DC nun aber aufholen will, packt man noch mehr in die Filme, als es Marvel ohnehin schon tut. So gibt es hier denn auch Hinweise auf kommende Attraktionen („Wonder Woman“, „Aqua Man“, „Disoriented User Person“), aaaaber das fällt eigentlich nicht so sehr ins Gewicht. Ein bisschen schade ist denn eigentlich nur, dass man das Überbordende auch bei der Selbstmord Einheit direkt hat. Sicher, man ist Film und will viel auf die Leinwand bringen, aber niemand scheint mehr Ökonomie zu kennen. Für den Anfang wäre es einfach schön gewesen, eine Gruppe zu haben, bei der man maximal fünf bis sechs Personen hat, von denen man alle braucht – bei Bond kriegt er von Q ja auch nicht gleich 24 Gimmicks vorgestellt und während des Films entscheidet er sich dann für Schleudersitz und Sprengstoffuhr. Ökonomie, Freunde, nehmt nur das, was ihr braucht und verbratet den Rest beim nächsten Mal. So ist denn die Hauptkritik eigentlich, dass man an der Gruppe noch ein wenig hätte feilen können, aber gut, das war wohl eh nicht zu erwarten.

Oscar für Margot Robbie!!!

Da wir also zu viele Figuren haben, bleibt die eine oder andere davon ein wenig blass (was es uns erspart, uns über Jai Courtney aufzuregen, den man komplett hätte streichen können, a) weil man den Schauspieler nicht mag und b) weil die Figur nix zur Handlung beiträgt). Beschränken wir uns also auf die, die ins Auge fallen. Viola Davis als Frau mit den Fäden in der Hand ist klasse. Da kann und möchte man gerne mehr von sehen. Sagen wir es direkt, Jared Leto als der Joker ist eher schwierig. Jack Nicholson war der Cartoon, Heath Ledger der realistische Psychopath; Leto nun scheint zu versuchen, beides irgendwie unter einen Hut (oder eine grüne Frisur) zu bringen, aber trotz Make up bleibt er dabei irgendwie zu glatt. Natürlich hat man es schwer nach Ledger, weil der die Latte ungeheuer hoch gelegt hat, aber Leto will da einfach nicht funktionieren.

Doch kommen wir zu Herz und Seele des Films, wenn es auch eine arg gestörte Seele ist: Will Smith gibt mit seinem Charisma dem Film die nötige Basis, die er braucht, damit Margot Robbie so richtig auf den Putz hauen kann. Und die ist schlicht und ergreifend a) das Beste am Film und b) wirklich verflixt großartig! Wenn sie auf ihr zu sehen ist, beherrscht sie die Leinwand. Ein wahres Vergnügen, sexy, verrückt, durchgeknallt, gefährlich. Ja, Zack Snyder, man kann auch in einem düsteren Ambiente Humor haben! Robbie ist toll, das Glanzstück des Films, eine Freude – und man sollte sie für diese Performance für den Oscar nominieren!

Fazit Squad

Ein bisschen überfrachtet, aber dank Will Smith und vor allem der phantastischen Margot Robbie als Harley Quinn immer dann ein Vergnügen, wenn die beiden zu sehen sind. Letztere kann gerne ihr Soloabenteuer bekommen… aber dann vielleicht lieber ohne Jared Leto an ihrer Seite. Denn wenn man Robbie als Quinn in seinem Film hat, wofür braucht man dann noch einen Joker? Ab 18. August 2016 im Kino.

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3 Gedanken zu “Neu im Kino: Suicide Squad

    • Sagen wir, die Handlung ist eh eher zweifelhaft. Da gibts dann am Ende viel Geknalle und son Zeugs, aber das ist ja in den meisten Filmen dieser Art so. Handlung und Effekte wären also nicht das, was an dem Film Spaß macht, sondern lediglich Smith und Wesson, äh, Robbie!

  1. Pingback: Kritik: Suicide Squad – filmexe

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