Neu auf DVD: The Killing – Die komplette Serie

Ein Mädchen verschwindet. Doch, wie leider so oft, erweist sich der schlimme Verdacht als Wirklichkeit: sie wurde ermordet. Nun beginnt die Suche nach dem Täter…

und die wird erst in der zweiten Staffel abgeschlossen. Später verschwinden junge Straßenmädchen und werden ermordet. Die Suche nach dem Mörder beginnt…

Die Komplettbox

Es mag ein wenig unbefriedigend sein, wenn der Fall am Ende einer Staffel nicht aufgelöst ist und man bis zum Ende der nächsten Staffel warten muss. Dieses Problem hat man jetzt nicht, denn nun kann man beide Staffelübergreifenden Fälle komplett sehen, ohne Monate auf eine Auflösung warten zu müssen. Und so, wie die Fälle gelagert sind, ist das eine gute Sache!

Twin Peaks“

In manchen Punkten erinnert „The Killing“ ein wenig an „Twin Peaks“ – nur ohne die übernatürlichen Elemente. Eine junge Frau wird ermordet und ein ganzes Dorf ist verdächtig. Hier ist es die Stadt Seattle, aber das scheint keinen großen Unterschied zu machen, denn nicht nur wurde die Leiche in einem der umliegenden Wälder gefunden, auch scheint jeder, der auch nur entfernt damit zu tun haben könnte, verdächtig. So zum Beispiel der Politiker, der Bürgermeister werden möchte. Irgendwie wirkt sich der Fall immer wieder auf seinen Wahlkampf und damit sein Leben aus, selbst wenn es keine direkten Berührungspunkte gibt. Seattle (dargestellt von Vancouver) ist eben auch nicht größer als Twin Peaks.

Und dann ist da natürlich die Musik. Die erinnert an einigen Stellen schon sehr an die der anderen Serie. Und dann ist da die Stimmung. Auch die ist recht ähnlich. Denn obwohl das alles in einer größeren Stadt spielt, ist die grüne Landschaft doch nie so ganz vergessen. Doch die Natur hat noch ein weiteres Element, mit dem sie sich in den Vordergrund spielt, quasi einen weiteren Darsteller, eine Hauptfigur, die in jeder Folge der Serie omnipräsent ist: der Regen! Vom Anbeginn der Serie bis zu ihrem Ende tropft, gießt und schüttet es vom Himmel, dass man sich auf der Couch zusammenrollen und den Kamin anmachen will, um wenigstens in der Wohnung ein Gefühl der Wärme zu bekommen.

Mehr als Krimi

The Killing“ basiert auf / ist ein Remake von der dänischen Serie „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“. Was man der Serie jedoch hoch anrechnen muss, ist, dass sie sich nicht nur mit dem Verbrechen und seiner Aufklärung beschäftigt, sondern auch mit den Personen, die sonst in einem Krimi für gewöhnlich ein bisschen auf der Strecke bleiben: den Opfern. Nicht dem Opfer, dem Opfer des Täters, sondern den anderen Opfern, den Verwandten, die unter dem Mord an einem geliebten Menschen zu leiden haben. Auch die stehen bei dieser Serie im Vordergrund und man kann miterleben, wie der Mord an der Tochter sie zerstört und was die Folgen davon sind.

Fortsetzung folgt

Manche Serien lassen sich in meinen Augen schwer auf einer wöchentlichen Basis anschauen – was daran liegt, dass Serien heute oft anders konstruiert sind als früher. Hatte man bei „Raumschiff Enterprise“, „Hart aber herzlich“ und „Starsky & Hutch“ noch Einzelfolgen, bei denen es sogar relativ egal war, in welcher Reihenfolge man sie sah, verfügen Serien heute meist über einen Handlungsbogen, der sich als roter Faden über eine komplette Staffel zieht – oder eben, wie bei „The Killing“, über einen Fall, der sich über mehrere Staffeln zieht. Das macht die Serie eher zu einem Roman mit aufeinander aufbauenden Kapiteln als zu einer Anthologie von Geschichten mit den selben Figuren. Und gerade etwas wie „The Killing“, das von seiner Erzählweise sehr langsam und zurückhaltend ist, kommt die Möglichkeit, es „am Stück“ zu gucken, sehr zugute.

Die zweite Hälfte

Wie auch in den ersten Staffeln gibt es in den beiden letzten neben dem Hauptfall auch eine Nebenhandlung, die aber auch hier mit dem Hauptfall zu tun haben könnte. Die Politiker aus den ersten beiden Staffeln sind nicht mehr dabei – wobei es ein bisschen schade ist, dass es nichtmal einen Hinweis auf sie zu geben scheint – an ihre Stelle ist ein Mann in der Todeszelle getreten. Auch das ist sehr düster, gibt er sich doch gleich zu Beginn als würdiger Anwärter auf den Hannibal Lecter Insassenpreis, bedrohlich, böse, aber irgendwie faszinierend. Großes Lob für seine Darstellung gebührt Peter Sarsgaard (nicht zu verwechseln mit Stellan oder Alexander Skarsgard!), der mit dieser Performance auch durchaus für „Hannibal“ hätte vorsprechen können. Die letzte Staffel nun setzt kurz nach dem Ende der vorherigen ein und bezieht sich durchgehend in einem roten Faden auf ein paar der Ereignisse. So lässt sich „The Killing“ in zwei Blöcke aufteilen, bei denen die ersten beiden und die letzten beiden Staffeln jeweils eine gewisse Einheit bilden und am besten zusammen geschaut werden sollten – zumindest, wenn man wissen will, wer der jeweilige Täter ist. Oder wie es ausgeht.

Mit:

Mireille Enos (Marie Bierstedt [1+2], Maria Koschny [3+4]), Joel Kinnaman (Björn Schalla), Billy Campbell (Peter Flechtner), Michelle Forbes (Andrea Aust), Brent Sexton (Detlef Bierstedt), Elias Koteas (Stephan Benson), Gregg Henry (Ronald Nitschke), Peter Sarsgaard (Axel Malzacher), Joan Allen (Liane Rudolph)

Das komplette Fazit

Düster, feucht und gut. „The Killing“ bietet gute, schmutzige Fälle, in einer düsteren Atmosphäre. Tipp: Am besten schauen, wenn der Herbst anfängt und es draußen grau und regnerisch ist, dann hat man die Stimmung der Serie perfekt eingefangen. Ab 19.8.2016 auf DVD und Blu-ray.

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