Neu im Kino: Belladonna of Sadness

Japanischer Zeichentrickfilm über ein französisches Bauernmädchen, das sich nach einer Vergewaltigung mit dem Teufel einlässt, aber besser wird es dadurch auch nicht unbedingt…

Japsploitation

Gibt es eine japanische Version von Exploitation? Falls ja, hätte dieser Film vielleicht dort hineingepasst – würde uns der Film aus dem Jahr 1973 nicht erst jetzt erreichen, da er scheinbar lange verschollen war. Ob er vorher einen ploitativen Zwischenstopp in Amerika gemacht hat ist schwierig zu sagen, ist er doch recht sexuell freizügig geraten und damit für den amerikanischen Markt wohl eher gesperrt. Ein bisschen drängt sich dem wenig kundigen Zuschauer ein Vergleich mit einigen Werken von Ralph Bakshi auf, ein bisschen, als wäre er eine Mischung aus „Die Welt in 10 Millionen Jahren“ und „Fritz the Cat“ – ob er als Inspiration dafür gedient hat, lässt sich ebenfalls schwer sagen. Währende Bakshi jedoch mangelndes Budget durch Rotoskopie überspielen wollte, lässt sich dieser Film über weite Strecken eher als

In-Animations-Film

bezeichnen, denn in vielen Sequenzen wirkt es so, als habe man einfach Bilder abgefilmt, während man langsam an ihnen entlangfuhr und das dann mit Sprache und Musik unterlegt hat, in etwa ein abgefilmter Comic. Man könnte sich das damit schön reden, dass man sagt, das gibt dem Film einen ganz eigenen Stil, andererseits nimmt es aber auch ein wenig die Freude am Gesamtbild (und mehr ist es dadurch oft leider nicht), weil Film ja „bewegte Bilder“ sind und diese hier sich oft nicht rühren.

Mir fehlt leider das Wissen, um zu sagen, dass der Film zumindest filmhistorisch oder bezogen auf das japanische Kino oder den japanischen Animationsfilm ein Meilenstein ist, den man nicht auslassen darf und dass es deshalb ein Glücksfall ist, dass er endlich nach Deutschland kommt und auf der großen Leinwand betrachtet werden kann… Wer aber auf Japankino steht, oder auf alte Zeichentrickfilme mit weniger Trick, bei dem eigentlich kein Dialog als Gespräch animiniert ist, sondern über wenig bewegte Bilder gesprochen wird, in dem sich manche Sequenzen in psychedelisch anmutenden Animationen abspielen und der Teufel als sprechender Penis in Erscheinung tritt – ein Film, der so wirkt, als wäre LSD eine große Hilfe, sei es bei der Entstehung oder bei der Rezeption – der wird von diesem auf der Geschichte der Jeanne d’Arc basierenden vielleicht beigeistert sein? Ab 1. September 2016 kann man das im Kino herausfinden.

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