Neu auf DVD: The Model

Unschuldiges Mädchen vom Land kommt in die Stadt, wo sie binnen Sekunden zum angesagtesten, begehrtesten, beneidetsten Model aufsteigt, was dann aber auch irgendwie Folgen hat…

Nein, sorry, das war „The Neon Demon“. Naja, ähnliches Thema. Models. Diesmal in Paris. Und ganz so triumphal ist der Aufstieg nicht. Es gibt… Schwierigkeiten, aber dann kriegt sie die Kurve und den Fotografen rum und alles wird gut… bis es anfängt, nicht mehr so gut zu sein. Denn, anders als erwähnter anderer Film, hat dieser hier eine nachvollziehbare Handlung. Er ist nicht ganz so hochglanzpoliert, dafür aber verstehbar. Leider geht er nicht so tief in die Materie, wie er könnte, also minderjähriges Modelleben inklusive begrapscht werden von reichem alten Sack und Drogen zum Frühstück. Das hätte man vielleicht noch liebevoll einflechten können, aber auch so gibt es einen kleinen Einblick in die nicht ganz so glamouröse Seite des Modeldaseins in der Stadt der Liebe.

Models, ungeschminkt

Was dagegen sehr schön funktioniert, ist der Unterschied zwischen geschminktem und ungeschminktem Model. Auch da hätte man vielleicht noch etwas mehr herausarbeiten können, aber es ist doch sehr nett, in Ansätzen zu sehen, dass das Mädel normal nicht ganz so aussieht, wie dann, wenn sie zurechtgemacht ist. Es ist ein kleiner Hauch auf die Diskrepanz zwischen Schein und Sein. Aber auch inhaltlich sollte der Film eigentlich direkt nach der letzten Folge von „Supermodel“ betrachtet werden, zeigt er doch, dass die Modebranche vielleicht nicht ganz so toll ist, wie man es den minderjährigen Anwärter- und Zuschauerinnen weismachen will. Ein bisschen Ernüchterung würde da vielleicht mal ganz gut tun.

Mit

Fashionmodel Maria Palm, also einem Mädel vom Fach, und Ed Skrein, der seine Rolle in „Game of Thrones“ hat sausen zu lassen, um das „Transporter“-Franchise in den Graben zu setzen, war danach aber auch noch in „Kill Your Friends“ (thematisch nicht so weit weg von diesem hier) und „Deadpool“ (thematisch so weit weg von diesem hier wie’s überhaupt nur geht) zu sehen.

Fazit

Nicht der Thriller, den man uns verspricht, eher ein Drama um ein hübsches, junges Mädchen, das mit der Situation (Modeln und alles Drumherum) nicht ganz so gut fertig wird, wie sie sich das bei ihrer Reise nach Paris erhofft hat. Ab 25.8.2016 auf DVD und Blu-ray.

Neu im Kino: Chasing Niagara

Kayakfahrer Rafa Ortiz will die Niagarafälle bezwingen. Dazu muss er erstmal an anderen Wasserfällen trainieren…

Sport und Landschaft

Wir bekommen ein wenig Action zu sehen und ein bisschen Landschaft. Dazwischen werden uns natürlich noch die Beteiligten vorgestellt und das, worum es geht und was die Schwierigkeiten dabei sind. Da gibt es durchaus beeindruckende Aufnahmen, aber irgendwie hätte man das Ganze auch noch ein wenig ausbauen können. Spektakuläre Bilder vom Bezwingen der Flüsse und Wasserfälle, mehr wie eine Achterbahnfahrt aus der Sicht des Zuschauers inszeniert – denn wozu sonst tragen die Jungs Helmkameras. Statt also öfter mal einen ähnlichen Sturz vom selben Gefälle zu zeigen, hätte man auch eine längere Reise durch stürmische Gewässer präsentieren können – vielleicht mit dem Off-Text, den die Jungs uns so erzählen. Aber es geht hier um Sport und Action und da wäre noch ein bisschen mehr drin gewesen. Ab 25. August 2016 im Kino.

Neu auf DVD: The Choice – Bis zum letzten Tag

Junge trifft Mädchen, aber es ist schwierig.

Ähm…

Im Prinzip weiß man, wie solche Filme ausgehen, wer mit wem zusammen ist und auch hier wird das sprichwörtliche Rad nicht neu erfunden. Also kann man nur damit punkten, dass man etwas bietet, das die anderen Filme nicht haben. Schöne Dialoge. Charmante Figuren. Gute Schauspieler. Das bietet „The Choice“, so dass das Deja-vu-Gefühl, das man zwischenzeitlich hat, nicht so schlimm ist, denn es ist nicht das Gericht selbst, das einem bekommen soll, es ist die Art, in der die Zutaten abgeschmeckt sind. Und das funktioniert hier ausgesprochen gut – was aber vor allem an der guten Besetzung liegt.

Charme-Offensive

Die männliche Hauptrolle in diesem Film… das hätte sehr leicht schief gehen können. Denn die Figur ist ein Frauenheld, letztendlich einer, der einem anderen das Mädel ausspannt, und wenn man da einen leicht arrogant angehauchten Richard Gere gehabt hätte, wäre die Sache möglicherweise arg nach hinten losgegangen. Aber die heimliche Entdeckung des Films ist Benjamin Walker, dem nicht nur nette Dialoge in den Mund gelegt werden, sondern der sie auch so charmant rüberbringt, dass man ihn einfach sympathisch findet – und das ist etwas, das heutzutage nicht mehr allzu viele Darsteller leisten können (ja, ich meine euch, ihr Jai Courtneys und Sam Worthingtons!). Walker kann und tut und das ist notwendig, nicht nur, damit wir ihn mögen, sondern auch, damit wir mit ihm mitfühlen. Denn an der Stelle, an der viele Filme dieser Art enden, geht es weiter – und ja, man hat den Titel gelesen, man weiß, ich welche Richtung das gehen wird. Die Zutaten machen es.

Das Objekt (oder, politisch korrekt, lieber Subjekt) der Begierde wird von Teresa Palmer (Tochter von Präsident Palmer?) dargestellt – und man kann durchaus verstehen, warum er sich für sie interessiert. Dann ist da noch Maggie Grace (aus „Lost“), die zeigen darf, dass sie mehr kann, als im Bikini am Strand zu liegen… obwohl sie auch das recht gut hinbekommen hat. Abgerundet wird die Besetzung von Tom Wilkinson, einer sicheren Bank für gutes Schauspiel.

Bonus

Making-ofs und Interviews, bei denen wir nicht nur erfahren, wie Teresa Palmers Haus entstand, sondern vor allem, wie sie zu Nicholas Sparks steht und wie alle Beteiligten ihre Rollen bekommen haben. Zudem gibt es noch einen ausgesprochen sympathischen Audiokommentar mit Regisseur und Hauptdarsteller.

Bis zum letzten Fazit

Vorhersehbare Liebesgeschichte nach Nicholas Sparks, die es schafft, sich durch witzige Szenen, nette Dialoge und wunderbare Schauspieler von der Masse ähnlicher Filme abzuheben. Ab 26. August 2016 auf DVD und Blu-ray.

Neu im Kino: Die Unfassbaren 2

Nicht:

Die unfassbaren Zwei

Sondern die Fortsetzung (Teil 2) von „Die Unfassbaren“. Das alte Team an Zauberlehrlingen oder -meistern ist wieder zusammengekommen… also mit Ausnahme von Isla Fisher, die jetzt durch eine neue Frau, dargestellt von Lizzy Caplan, ersetzt wird, also ein neues Mitglied in der geheimen Zaubergruppe… was niemand hinterfragt und das wollen wir hier auch nicht tun. Die Gruppe wird von einem jungen schnöseligen Engländer (Daniel Radcliffe) angeheuert, um den supersten Computerchip der Welt oder so was zu klauen und eigentlich wäre das doch ein wirklich cooles Konzept, Meister der Illusion darauf anzusetzen, spektakuläre Verbrechen zu begehen und irgendwie soll das hier auch so sein und wenn man sich darauf einlassen kann, dann ist das Ganze auch ganz unterhaltsam. Es gibt eine Menge Kniffe und Überraschungen und Wendungen, wie sich das gehört und so gesehen macht das dann auch irgendwie Spaß. Es ist natürlich kein „Prestige“, aber das kann man dann wohl auch nicht erwarten.

Cie Gie Ei

Was bei einem Film, bei dem es um Zauberei und Illusion geht, schön wäre, wäre, wenn die Tricks, die man sieht, irgendwie echt sind – und nicht aus dem Computer stammen. Nicht nur, weil es dadurch glaubwürdiger wäre, sondern weil es auch einfach weit beeindruckender ist! Bei manchen der Tricks hier wirkt es so, als könne man sie wirklich machen, bei anderen dagegen drängt sich die Computeranimation unangenehm auf. Und das ist eher schädlich, denn, wie wir wissen, die besten Effekte sind die, die man nicht als solche erkennt. Sollte es also eine weitere Fortsetzung geben – und mit so was ist ja wohl zu rechnen – wäre es schön, wenn sich die Macher mehr echt umsetzbare Tricks ausdenken – aber mit so was ist wohl nicht zu rechnen.

Mit

Jesse Eisenberg, Mark Ruffalo, Woody Harrelson, Dave Franco, Daniel Radcliffe, Lizzy Caplan, Jay Chou, Michael Caine, Morgan Freeman

Die Unfazitbaren

Es ist immer schön, Woody Harrelson zu sehen, denn der Mann wertet nahezu jeden Film auf – besonders, wenn man ihm was schönes zu tun gibt. Das ist hier der Fall. Jesse Eisenberg klingt irgendwie immer gleich, aber dafür ist Daniel Radcliffe nicht ärgerlich. Auch schon mal was. Ansonsten nette Unterhaltung mit ein paar hübschen Wendungen, aber zu sehr drüber nachdenken sollte man dann doch lieber nicht. Ab 25. August 2016 im Kino.

Neu auf DVD: Real Humans – Echte Menschen, Staffel 2

Schweden. Es gibt Roboter oder vielmehr Hubots, die wie Menschen aussehen. Sie werden, angemessen für den Begriff Roboter, wie Sklaven behandelt, aber es gibt auch ein paar, die scheinbar eigenständig denken können und die für ihre Freiheit bereit sind, alles zu tun…

Kill All Humans!“

Das war schon immer Benders Motto bei „Futurama“, aber letztlich ist es nur ein Standard, der sich von „Westworld“ über den „Terminator“ bis hin zu „Battlestar Galactica“ und „Ex Machina“ zieht: Maschinen, die sich gegen ihre Schöpfer auflehnen. Hier haben wir das, genauso wie Maschinen, die friedlich mit ihren Schöpfern zusammenleben. Doch wie bei allen künstlichen, intelligenten Lebensformen kommen irgendwann die Fragen nach Status in der Gesellschaft, nach Gleichberechtigung und natürlich nach Freiheit – und die will hin und wieder blutig erkämpft werden.

Real Humans“ ist sehr gut durchdacht und spielt parallel viele Möglichkeiten, die dieses Thema offenbart, durch. Es gibt viele Personen – und keine davon ist verschwendet, denn am Ende, wenn einiges zusammenläuft, haben sie alle eine Funktion, was ausgesprochen befriedigend ist. Es gibt gleichermaßen die mordende Maschine wie die friedliche, ja sogar mütterliche. Es gibt Menschen, die die Maschinen ablehnen und ihre Freiheit und Arbeitsplätze durch sie bedroht sehen, ebenso wie die, die sogar einen Fetisch für die menschenähnlichen Roboter entwickeln. Alles sehr schön durchdacht – und absolut realistisch. Am Ende fühlt man sich sogar ein wenig an „Star Trek: The Next Generation“ erinnert, wo dereinst Data ebenfalls einen Prozess durchstehen musste, in dem festgestellt werden sollte, ob er eher Mensch oder Toaster wäre… aber wie ist diese Sache eigentlich für die Hologramme aus „Star Trek: Voyager“ ausgegangen?

Gut gespielt, gut gemacht

Die Serie beweist, dass man mit wenigen Mittel viel erreichen kann. Wir haben hier keine Hochglanzroboter, die dank Computeranimation durch die Landschaft stolzieren, sondern allein durch ein wenig Make-up und das passenden Spiel wird erreicht, dass die Linie zwischen Mensch und Hubot leicht erkennbar ist. So einfach ist es, Roboter von Menschen abzusetzen – und das verdient einen großen Respekt. Überhaupt wirft die Serie die Frage auf:

Warum gibt es so wenig gute deutsche Serien?

In den letzten Monaten haben wir viele gute bis hervorragende Serien besprochen. Dass es den Amerikanern gelingt, ist bei deren Ausstoß an Material schon rein statistisch recht wahrscheinlich, die Briten haben eine Tradition guter Serien und jede Menge Erfahrungen in der Produktion, aber auch aus Frankreich, Italien und Schweden sind uns Serien begegnet, die, wie diese, beweist, dass es auch außerhalb des englischsprachigen Raums möglich ist, interessant, clever, witzig und schaurig fürs Fernsehen zu arbeiten. Mit Originalität und einfachen Mitteln. Also wo bitte sind die deutschen Gegenstücke zu diesen Produktionen?

Real Fazit

Sehr gute zweite Staffel der Science Fiction Serie um menschliche Roboter, die ihr Thema konsequent durchspielt und dabei eine gleichermaßen spannende wie interessante Handlung entwickelt. Ab 26.8.2016 auf DVD.

Neu im Kino: Mechanic: Resurrection

Ex-Profikiller wird mit Entführung von Neufreundin zur Arbeit motiviert…

The Mechanic

Vor wenigen Jahren gab es das Remake eines Charles Bronson-Films („Kalter Hauch“), in dem Jason Statham als Killer unterwegs ist und, nachdem er dessen Vater umgelegt hat, einen jungen Mann ausbildet, was halbwegs gut geht, bis man dem steckt, wer für den Tod seines Vaters verantwortlich ist. Das war ein ziemlich guter Film, gute Handlung, gute Darsteller (neben Statham Donald Sutherland und Ben Foster), ein bisschen so, wie man sich die Arbeit eines James Bond vorstellt, der für Geld und professionell Menschen umbringt. Teil 2 nun hat NICHTS!!! davon!

Es beginnt langweilig und kulminiert in langweiligem Rumgeballere. Irgendein alter Auftraggeber findet Statham wieder, der sich aus nicht nachvollziehbaren Gründen (weil er wissen sollte, dass ihn das angreifbar macht), mit Jessica Alba (noch immer hübsch, noch immer kein Talent) einlässt, auf dass die entführt werden und als Druckmittel gegen ihn herhalten kann. Viel zu lange Einführung, zumal man den beiden das Paar und die Romanze eh nicht abkauft. Außerdem soll Albern eine Ex-Soldatin sein, was so gar nicht passt, weder zum Aussehen noch zum Betragen. Nachdem die Olle also vom Oberbösmann gekäscht ist, muss Statham Leute umbringen, was man auch irgendwie anders hätte hinbekommen können. Es knallt und explodiert und verfolgt und schießt und irgendwann trifft er Tommy Lee Jones und… ähm, mal ganz ehrlich, wenn man als Böser seine teure Yacht in die Luft jagt, warum nimmt man zum Fliehen dann nicht den auf dem Heck geparkten Hubschrauber? Warum bleibt man überhaupt auf dem Kahn, wenn man weiß, dass Statham zum Nachmittagstee vorbeischaut? Und warum stellt sich am Ende nicht heraus, dass in Wirklichkeit Jessica Albern hinter allem gesteckt hat, eine Überraschung, mit der man zwar rechnet und auf die man hofft, die aber nicht eintritt, was den Film umso lahmer macht.

Fazit

Weglassen. Nicht reingehen. Lieber den ersten Teil gucken. Denn der hier… nee, wirklich nicht. Wenn ich mir blutiges Rumgeballere ansehen will, kann ich mir auch n Steven Seagal Direct-to-DVD-from-Bratislava-Film reinziehen (was ich tatsächlich einen Tag vor dem hier gemacht habe und das Ergebnis war durchaus ähnlich). Wer bis zur Ausstrahlung im Free-TV nicht warten kann, der Mist läuft ab im 25.8.2016 Kino.

Neu auf DVD: Shelter – Auf den Straßen von New York

Illegaler Einwanderer lernt auf der Straße eine Obdachlose kennen. Er wird ihr Beschützer und die beiden lernen sich näher kennen – doch die Lage ändert sich, als er krank wird…

Requiem for a bum

Wer Zweifel daran haben sollte, dass das Leben als Obdachloser hart ist, der sollte hier eines Besseren belehrt werden, auch wenn das hier kein Portrait der Obdachlosenszene von New York ist. Wir erfahren etwas über die beiden Protagonisten und ihre Hintergründe – und über die Ausweglosigkeit eines Obdachlosen in einem Schneesturm am Big Apple. Der Film ist keine Vergnügungsfahrt, keine Romantisierung des Lebens auf der Straße, er wirkt ungeschönt und realistisch.

Was vor allem durch die beiden hervorragenden Hauptdarsteller möglich wird. Anthony Mackie und Jennifer Connelly kommen sehr authentisch rüber und man fühlt mit ihnen und ihrem Leid. Welches besonders Connelly trifft, deren Körper hier so ausgemergelt ist, wie es die Rolle verlangt. In einigen ihrer Szenen fühlt man sich an Szenen aus „Requiem for a Dream“ erinnert, in dem sie ähnlich Drogen nahm und ähnliche Leiden über sich ergehen lassen musste. Irgendwie wünscht man ihr, dass ihr Leiden endlich aufhört.

Requiem for a Fazit

Buch und Regie stammen von Paul Bettany, der bislang eher als Schauspieler in Erscheinung trat, u.a. neben Mackie in „Avengers: Age of Ultron“. Er liefert hiermit einen harten aber absolut sehenswerten Film ab, der durchaus unter Haut geht. Ab 26.8.2016 auf DVD.