Neu im Kino: Don’t Breathe

Junge Einbrecher dringen in das Haus von blindem Kriegsveteran ein, der nach dem tödlichen Autounfall seiner Tochter jede Menge Geld haben soll, doch der kann die Eindringlinge hören, also heißt es…

Nicht atmen!

Schönes Konzept, ein bisschen eine Umkehrung des Klassikers „Warte, bis es dunkel ist“ mit Audrey Hepburn, Alan Arkin und Rambos Chef Richard Crenna. Auch wenn der Film nette Ideen und ein paar interessante Wendungen hat, wäre der Titel aber vielleicht auch mit

Don’t Think!

nicht ganz verkehrt gewählt, denn man darf, wirklich an keiner Stelle, niemals, irgendwo nachdenken! Damit macht man sich nur alles kaputt. Also bitte, um das Ganze zu genießen – und dann kann es wirklich funktionieren:

Nicht nachdenken!

Außerdem sind Sie da dann nicht allein, denn die Hauptfiguren tun es auch nicht. Also, Kopf zu, Augen auf und immer schön die Luft anhalten. Und das sind auch genau die Szenen, in denen der Film am besten funktioniert: Wenn er sich auf die Stille verlässt. Keine Musik, keine Geräusche – man schweigt mit den Figuren mit, damit der Blinde einen auch ja nicht hört!

Ein bisschen schwierig ist, dass man letztlich so richtig auf keiner Seite ist. Soll man für jugendliche Arschlöcher stimmen, die Behinderte ausrauben wollen? Oder für einen Kerl, der auch nicht so ganz astrein ist. Stärker wäre es vielleicht gewesen, wenn sich die jungen Leute in dessen Gewahrsam befunden hätten und versuchen würden auszubrechen, dann würden sie einem mehr bedeuten.

Jane Levy aus „Evil Dead“ (Remake) und „Suburgatory“ und Dylan Minette sind trotz ihrer Rollen ein wenig sympathisch. Angsteinflößend trotz Blindheit ist Stephen Lang. Es wird sich wohl niemand mehr daran erinnern, dass er dereinst in Michael Manns „Manhunter“ (oder Michael Mans „Mannhunter“?) den schmierigen Journalisten Freddie Lounds gab, der in dieser ersten von bislang drei Verfilmungen des Thomas Harris Romans „Roter Drache“ ein legendäres und erinnerungswürdiges Ende in der Kombination Bürostuhl/Parkhausauffahrt/Feuer fand – die meisten erinnern sich dann wohl eher an den fiesen Soldatenarsch aus James Camerons „Avatar“. Er war beides – und kann hier zeigen, dass er ein bisschen mehr draufhat als Militärklischees.

Don’t Fazit

Spannend mit einigen schönen Ideen und Wendungen, aber um Gottes Willen nicht anfangen, irgendwas zu hinterfragen! Ab 8. September 2016 im Kino.

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