Neu im Kino: Die glorreichen Sieben

Ein Schwarzer, ein Mexikaner und ein Indianer sitzen beim Arzt, kommt ein Asiate rein…

Die chlorreichen Sieben

Scheiß Political Correctness! Früher waren die „glorreichen Sieben“ noch eine Bande von Weißen (und einem Mexikaner [der von einem Deutschen gespielt wurde {nämlich Horst Buchholz}]), aber heute muss man ja politisch korrekt sein, auch wenn’s der Wilde Westen garantiert nicht gewesen ist. Nun, die Geschichte ähnelt der von „Die glorreichen Sieben“, die wiederum der von „Die sieben Samurai“ ähnelt, denn, kleiner Filmexkurs für alle, die das vielleicht noch nicht wissen, „Die glorreichen Sieben“ ist ein Remake… also quasi beide jetzt, wenn man’s genau nimmt. Der erste war ein Remake des genannten Akira Kurosawa Films – der wiederum Western gerne mochte und sich dann bestimmt ein Loch in den Bauch gefreut hat, dass man aus seinem Samurai-Film dann einen solchen gemacht hat. Also wäre dann jetzt eigentlich wieder eine japanische Variante dran gewesen… aber dafür haben wir wenigstens einen Asiaten im Film, und der ist mit das Beste daran.

Die Moorleichen siegen

Die Handlung ist, wie gesagt, in etwa die alte: Dorf wird von Bösmann bedroht, man möchte eine Truppe Söldner aufstellen, insgesamt sieben Leute kommen, die die Dorfbewohner ausbilden und dann gibt es am Ende ein großes Gemetzel und alle sind glücklich. Also außer die Toten. Und davon gibt es jede Menge. Fast lässt dieser Film den Zweiten Weltkrieg wie einen Kinderspaziergang aussehen, soviel wird hier gemetzelt. Das ist einerseits ganz unterhaltsam, andererseits langweilen zu lange Kampfszenen dann doch irgendwann. Aber nicht alle überleben und das ist ja auch schon mal was.

Die Glorreichen sieben

Siebt man die Figuren aus, dann gibt es ein paar interessante. Denzel Washington, der sich mal wieder selbst spielt, Bibelzitate eingeschlossen, gehört nicht dazu. Chris Pratt ist Starlord im Wilden Westen, das is dann auf Dauer auch ein wenig wenig. Spannende Figuren sind die von Ethan Hawke und seinem asiatischen Freund. Die sind wirklich interessant. Und Vincent D’Onofrio hat Freude am Spielen, herrlich bärig – und inzwischen sieht er wirklich aus wie ein in die Jahre gekommener Orson Welles (Hat er den nicht mal irgendwo gespielt? Ich denke immer in „Ed Wood“, aber ich glaube, es war eher irgendwas Australisches oder so?). Er ist eine große Freude – und Peter Sarsgaard zelebriert die Bösartigkeit, so dass man ihm fast ein Spin-off wünscht. So hat dieser Film also genau das, was „Ben-Hur“ fehlt, nämlich genau die richtige Starpower für einen Film dieses Namens. An das Original heranreichen tut er damit aber nicht – dafür macht er einem Lust, das noch mal zu sehen!

Das glorreiche Fazit

Bevor wir dann demnächst vielleicht auch noch ein „Das dreckige Dutzend“-Remake durchstehen müssen, zugegeben, der Film ist gut inszeniert und gespielt, aber er ist auch genauso notwendig wie jedes Remake. Nämlich gar nicht. Wer aber trotzdem mal einen Western auf der großen Leinwand sehen möchte, besonders einen, der nicht komplett in einer Almhütte spielt, der kann es mit dem hier ab dem 22.9.2016 versuchen.

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