Neu im Kino: Die Welt der Wunderlichs

Als Komödie hätte das ein super Film werden können. Ab 13. Oktober 2016 im Kino.

Die Welt des Fazits

Katharina Schüttler, Mike Müller, Ewi Rodriguez, Hannelore Elsner, Martin Feifel, Steffen Groth, Christiane Paul, Peter Simonischek

Mit

Darstellerisch schwankt das Ganze ein wenig. Auch wenn man hier größtenteils das Gekünstelte und Unechte es Deutschen Films missen lässt, so ganz befriedigend ist es dann im Endergebnis auch nicht. Ein Hauch von Unechtigkeit schleicht sich hier und da noch ein, zum einen liegt das daran, dass hier auf traurige Weise die Filmweisheit „man soll nicht mit Tieren oder Kindern arbeiten“ anschaulich umgesetzt wird, zum anderen krankt es aber auch ein wenig an den Dialogen, die mitunter ein bisschen hölzern geschrieben sind und Begriffe enthalten, die kein Mensch außerhalb eines Kostümdramas aus dem 18. Jahrhundert benutzen würde. Hauptdarstellerin

Katharina Schüttler ist oder spielt auch immer nahe der Zerbrechlichkeit, so dass sie stets ein bisschen wirkt, wie ein aus dem Nest gefallenes Vögelchen, dem man unbedingt den gebrochenen Flügel schienen möchte. Das passt hier zur Rolle, aber da man sich bei einem Drama gerne eine gewisse Entwicklung in zumindest einer der Hauptfiguren wünscht, hätte man ihr hier ein wenig mehr Gelegenheit geben können, eine ebensolche auch darzustellen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich Christiane Paul seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe, wenn ich drüber nachdenke das letzte Mal bewusst in dem wunderbaren „Im Juli“ von Fatih Akin, aber wenn sie es vorher noch nicht irgendwo gezeigt hat, dann beweist sie hier, dass sie mehr kann als das hübsche, nette Mädchen – und es ist eine Freude, das mitanzusehen.

Spielarten des Lebens

Ein bisschen hat man das Gefühl, ein kleines Sonnenscheinchen hätte hier Pate gestanden, um nicht zu sagen, „Little Miss Sunshine“. Wobei die Grundkonstellation durchaus interessant ist. Eine Familie von Psychos (O-Ton) fährt zu einer Talentshow, die heute Castingshows heißen, wahrscheinlich, weil Talent dort wenig zu finden ist, ganz gleich auf welcher Seite der Jury. Die Idee ist also ganz schön und bietet Potenzial für eine tolle Komödie. Leute, die sich benehmen sollten, es aber leider nicht tun, weil sie dazu nicht in der Lage sind. Hätte phantastisch sein können. Also warum zum Herr der Hölle (aka des Deutschen Films) macht man daraus dann ein blödes Drama? Und das, wo Regisseur Dani Levy mit „Alles auf Zucker“ doch bewiesen hat, dass ihm Komödien durchaus gelingen können. Also warum bitte rückt man, statt einen lockeren Ton anzuschlagen und das ganze mit zwei lachenden und nur einem weinenden Auge zu zeigen, ab in die Tiefen der Ernsthaftigkeit, nimmt den Spaß aus den psychischen Krankheiten und quält einen mit einer Szene nach der anderen? Denn das ist genau das, was passiert, man wird während des Zuschauens gequält, und sei es auch nur durch das permanente Ringen eines Telefons während eines der wenigen freudigen Augenblicke für die Hauptfigur. Natürlich ließe sich das damit rechtfertigen, dass wir die Welt nun genauso wahrnehmen, wie sie, eben anstrengend, nervig und quälend. Natürlich schleicht sich hier und da der eine oder andere heitere Moment ein, aber im eher dramatisch angelegten Ton des Films wirkt das dann weniger befreiend als vielmehr als Hinweis darauf, dass man sich denkt: Wenn du den Film komplett in diesem Ton gemacht hättest, er wäre soviel besser gewesen!

Little Miss Psycho“

Frau mit Problemen aber Talent und noch mehr Pech soll an einer Castingshow teilnehmen, doch da ist ihre komplette psychisch nebenspurige Familie und ein junger Galan, die sie dabei ausbremsen…

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