Neu im Kino: Das kalte Herz

Armer Mann will schöne Tochter aus gutem Haus heiraten, also gibt er, nachdem er sich erst mit den Waldschraten eingelassen hat, sein Herz an einen zwielichtigen Typen…

Man muss ein Arschloch sein, um reich zu werden

Das dürfte in etwa unterm Strich bei diesem Film herauskommen – und ganz so falsch ist das ja auch nicht. Es ist irgendwie ein Märchen oder versucht eins zu sein. Leider muss ich mein Kredo der letzten Zeit wiederholen: Kürzen, kürzen, kürzen! Es hätte dem Ganzen gut getan, wenn man sich auf eine Geschichte konzentriert hätte, eben die titelgebende, aber es wirkt so, als hätte man einfach ein paar Märchen zusammengeworfen und auch wenn der erste Versucht mit dem Glasmännchen (bekannt aus „Unbreakable“) ein paar schöne Elemente hat, so hält das letztlich die eigentliche Handlung auf, denn es geht um das Verkaufen seines Herzen, also sollte man Umwege dorthin bitte vermeiden.

Und auch wenn ich kein Freund von Computereffekten bin, so wäre es doch hilfreich gewesen, wenn Glasmann und seine Kollegen nicht einfach aussehen würden wie ein beschmiertes Hippiegrüppchen, zumal sie sich a) so verhalten und b) Moritz Bleibtreus Figur genauso aussieht. Wenn man also Waldgeister hat, kann man die auch so aussehen lassen.

Zu Lau?

Während denn also Milan Peschel klischeemäßig den Waldhippie geben darf oder muss, wird die Hauptfigur dargestellt von Frederick Lau. Auch der ist nur bedingt zufrieden stellend. Zu Beginn wirkt er so, als wäre er selbst eine der trolligen Märchenfiguren, was nicht unbedingt sinnvoll ist, später dann zeigt er eine Veränderung zum Herzlosen hin, die zwar sichtbar ist, aber auch durchaus stärker hätte ausfallen können.

Das kalte Fazit

Moderner Märchenfilm, der dadurch, dass er seinen Fokus nicht auf sein Alleinstellungsmerkmal konzentriert hat, zwischenzeitlich ein wenig an Fahrt verliert und deshalb trotz schöner Ideen nicht ganz so befriedigend ist, wie er hätte sein können. Ab 20. Oktober 2016 im Kino.

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