Film Fest Cologne: Elle

Frau wird in ihrem eigenen Haus vergewaltigt. Da sie eine schwierige Vergangenheit mit der Polizei hat, zeigt sie die Tat nicht an. Zudem hat sie ein Verhältnis mit dem Mann ihrer besten Freundin und ihr Sohn ist auch in einer schwierigen Beziehung…

Paul Verhoeven ist zurück!

Endlich mal wieder ein Film, der sich auch wie ein Film anfühlt und nicht nur wie eine Aneinanderreihung von Szenen. Man merkt Struktur und Ineinandergreifen, nicht pures hintereinanderzeigen. Dinge haben Einfluss auf andere Dinge und das Ganze hat eine Dichte, die man sich von einem Spielfilm wünschen würde. Ob das allein an Paul Verhoeven liegt, sei dahingestellt, aber dieser Film zeigt, dass er es noch immer drauf hat. Und mit dem Thema Vergewaltigung vereint und verbindet „Elle“ quasi die beiden Hauptmerkmale von Verhoeven-Werken: Sex und Gewalt. Dass das keine leichte Kost und für jeden das Richtige ist, muss man eigentlich nicht groß erklären. Und doch wandelt der Film nicht allein im düsteren Territorium, das er natürlich auch ausgiebig besucht, er bietet auch zwischenzeitlich jede Menge Humor, um von Anfang bis zum Ende unterhaltsam zu sein – und einfach ein großes Vergnügen für Freunde des holländischen Großmeisters. Vielleicht ist es ein bisschen schade, dass man nicht tiefer in die Vergangenheit der Hauptfigur und ihres Vaters eingetaucht ist, aber auch ohne das hat man immernoch eine Menge Spaß… sofern man sowas über Vergewaltigung sagen kann…. was aber auch irgendwie ein Thema des Films ist.

IsabELLE Huppert

Die Titelfigur wird dargestellt von Isabelle Huppert, die hier eine kleine Glanzleistung vollbringt und der eigentlich schwierigen Rolle eine erfrischende Leichtigkeit verleiht. Einer ihrer Verehrer stammt sogar aus Deutschland, zumindest der Schauspieler, Christian Berkel, der es offensichtlich auch endlich in internationale Produktionen geschafft hat und dabei auch sehr gut ist. Für Verhoeven bedeutet dieser Film, dass er inzwischen in Holländisch, Englisch, teils Deutsch („Black Book“) und nun auch Französisch gedreht hat… welcher andere Regisseur kann das schon von sich behaupten?

Fazithoeven

Nichts für jeden, aber trotzdem endlich mal wieder ein Film, der diese Bezeichnung auch verdient. Wandelnd zwischen Spannung und Humor und mit interessantem Verhalten seiner Figuren bleibt „Elle“ vom Anfang bis Ende interessant und unterhaltsam – und man sollte unbedingt darauf achten, was die Nachbarin am Ende sagt. Tja, da kann man nur hoffen, dass dieser Film auch in deutsche Kinos kommt!

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