Neu auf DVD: Der Mann, der vom Himmel fiel / Digital Remastered

Ein merkwürdiger Mann landet in einer ländlichen Gegend der USA. Scheinbar ist er Engländer und er besitzt eine Mappe voller patentwürdiger Ideen, die ihn und andere reich machen. Doch das ist noch nicht die ganze Wahrheit…

Merkwürdig!

und die werden wir möglicherweise auch nie erfahren. Weil der Film sie uns vorenthält. Sicher, man kann das eine oder andere zwischen den Zeilen lesen, aber da man sich offensichtlich dagegen entschieden hat, eine stringente Geschichte zu erzählen, gibt uns der Film mehr zu sehen als zu verstehen. Er spricht mehr in Bildern als in Dialogen, es ist die Geschichte eines Außerirdischen auf der Erde als Kunstfilm, bei dem man sich scheinbar bemüht hat, alles, was Klarheit schaffen könnte, zu entfernen… oder gar nicht erst im Buch zu haben. Man erfährt nie, wie der Außerirdische auf die Erde kam (und warum er nicht auf dem gleichen Weg wieder zurück reist) oder was genau er da nun eigentlich will… oder woher er einen englischen Pass hat? Auf seiner Heimatwelt herrscht Wassermangel, aber es wird nie gesagt, dass er das irgendwie ändern will oder wie. Ab einem Punkt will er einfach den Heimweg antreten, doch dann greifen ohne nähere Erklärung andere in die Handlung ein, es gibt einen Zeitsprung, man macht mit ihm das, was man hierzuwelten mit allen Außerirdischen macht, aber am Schluss scheint auch das vergessen zu sein und Mr. Alien lebt wie ein Rockstar… und wenn man gedanklich an diesem Punkt angelangt ist, wird einem plötzlich klar, dass man da gerade vielleicht keinen etwas wirr geratenen Spielfilm gesehen hat, sondern die Herkunftsgeschichte von David Bowie. Der „spielt“ die Hauptrolle und ein bisschen wie vom andern Stern hat er ja immer schon gewirkt. Könnte dies also eine Art Filmbiographie von Bowie sein, die man uns einfach als Fiktion verkauft hat, weil alles andere zu phantastisch wäre? Nun, leider ist das wohl unwahrscheinlich – aber es würde nicht nur vieles erklären, sondern wäre auch eine verdammt gute Geschichte!

2016

Nun haben wir also gesehen, wie er zu uns gekommen ist aus den Sphären des Alls und leider ist es nun auch an der Zeit, uns von ihm zu verabschieden, denn dieses Jahr hat schon viele Künstler von uns genommen und David Bowie ist leider einer davon. Hoffen wir, dass er es geschafft hat, gut in seine Heimatwelt zurückzukehren, ohne dass er die Leiden durchmachen muss, die dieser Film ihm abverlangt. Sehen wir dieses Werk, um ihn zu ehren – und ihm eine gute Reise zu wünschen! Er war einer der ganz großen, und er wird niemals vergessen werden.

Bonus

Umfangreiche Interviews, die ein sehr schönes Bild der Entstehung des Films, über die Abweichung zum Buch, über Bowie und Regisseur Roeg zeichnen. In den mehr als drei Stunden Zusatzmaterial erfährt man eigentlich alles, was man über die Produktion wissen möchte, informativer kann man also kaum sein.

Der Mann, der vom Himmel fiel (1976)

David Bowie (Joachim Kunzendorf), Rip Torn (Christian Rode), Bernie Casey (Michael Chevalier) – Regie: Nicolas Roeg

Der Mann, der vom Fazit fiel

Ein bisschen wirr, ein bisschen unübersichtlich, eine Science Fiction Geschichte als Kunstfilm. Man kann in etwa erkennen, worum es geht – aber eine klarere Struktur hätte der Sache vielleicht ganz gut getan. Ab 18.11.2016 auf DVD und Blu-ray.

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