Neu im Kino: Haymatloz – Exil in der Türkei

Während die Nazis der Welt zeigten, wie man sich als Mensch niemals verhalten sollte, gab Kemal Attatürk vielen Deutschen Akademikern mit jüdischem Hintergrund die Möglichkeit, in die Türkei zu kommen und dort zu wirken. Ihre Nachfahren reisen nun nach vielen Jahren zurück in das Land, in dem sie geboren sind, um zu sehen, was ihre Vorfahren damals geschaffen haben und was davon heute noch übrig ist…

Geschichte

Ein interessantes Kapitel, sowohl der deutschen wie auch der türkischen Geschichte. Nach und nach erfahren wir mehr, wer diese Leute sind, die wir da sehen, was sie tun – und was ihre Eltern getan haben. Und ausnahmsweise sind es mal keine Kriegsverbrechen, sondern es handelt sich um gebildete Menschen, die offenbar einen großen Einfluss auf die Türkei hatten. Gerade dieser Aspekt des Films wird heute in einen traurigen Vordergrund gerückt, kann man doch zwischen und in den Zeilen lesen, dass das damals, zumindest was die Türkei anging, offenere Zeiten gewesen sind und all die Offenheit, all das Positive, derzeit den Bach runtergeht. Also besonders von diesem Standpunkt ist der Film gerade nicht nur sehr aktuell, sondern auch sehr interessant. Während sich Deutschland also damals in die Tiefen der Barbarei begab, war die Türkei so offen, wie man sie sich heute als Kandidat für die EU wünschen würde. Die Zeiten haben sich verkehrt. Im Film sehen wir das anhand der Nachfahren, die über die Veränderungen von damals nach heute sprechen, sowohl, was privates, aber auch, was die Welt der Universität angeht.

Attatürk vs. Erdogan

Klingt wie der Titel eines Comics – und wäre bestimmt etwas, für das man umgehend verklagt werden würde. Es wirkt so, als wäre Attatürk seiner Zeit voraus gewesen, während Erdogan eher nach Rückschritten strebt. Aber er hat unbestritten auch sein Gutes, denn als Antwort darauf, was er großes geleistet habe, sagt jemand im Film: „Die Autobahnen…“ Hmm, wo haben wir denn das schon mal gehört?

Fazüt

Vielleicht ein wenig sprunghaft in der Struktur, aber dennoch ein interessanter Blick auf Deutschland und die Türkei im Wandel der Zeit. Ab 27.10.2016 im Kino.

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