Neu im Kino: Die Mitte der Welt

Die erste große Liebe auf dem Dorf, aber natürlich läuft nicht alles so glatt, wie man sich das erhoffen würde…

Rückblenden

Aber da ist natürlich noch mehr, eine Vorgeschichte, gerade, was die Mutter angeht, und die uns immer in kleinen Rückblenden vorgestellt wird. Das ist ein sehr schönes Element, da es viele Kleinigkeiten gibt, die aus dem Ganzen mehr machen als eine einfache Liebesgeschichte, da gibt es ein paar „Geheimnisse“, z.B. den Vater, der Zwist zwischen Mutter und Tochter, auf die es nach und nach (oder eher ziemlich gegen Ende) die eine oder andere Antwort gibt. Das ist größtenteils schön, weil es einen nicht unbefriedigt zurücklässt, auch wenn man „Tschechows Schneekugel“, um es mal so zu formulieren, etwas besser hätte ausspielen können, denn leider verpufft das, was man damit hätte machen können, so ein wenig. Nicht ganz in den Film zu passen scheint die „Gabe“ der Schwester, die man vielleicht hätte streichen können, da sie a) nicht passt und b) nicht unbedingt etwas zum Rest beiträgt, aber unterm Strich ist das hier eh eine Art

Märchen

oder eine Fantasystory, denn der junge Erzähler lebt quasi auffem Dorf, aber dort gibt es scheinbar weder Konflikte mit dem lesbischen Paar, das er kennt, noch mit seiner eigenen Homosexualität. Auch nicht in der Schule, die doch wohl sonst ein Hort für Anfeindungen in diesem Bereich gewesen wäre, doch davon ist nichts zu sehen, also ein bisschen Fantasy und Wunschvorstellung einer Welt, wie sie sein sollte, aber wahrscheinlich wohl eher nicht ist. Ein bisschen unterstützt wird diese Vorstellung dadurch, dass man gerade am Anfang auf ein paar schöne Details geachtet hat, der Bahnhof heißt schlicht „Bahnhof“, der Supermarkt „Supermarkt“ und auf dem Nummerschild steht MDW. Nette Elemente, die man leicht übersehen kann, insofern etwas schade, dass es wenig Möglichkeit gab, das auch gegen Ende etwas weiter auszudehnen.

Die Liebesgeschichte an sich ist recht nett, aber das Konfliktelement wirkt leider ein bisschen gewollt. Dafür haben wir mit Louis Hofmann einen guten Schauspieler, der den Film problemlos trägt und dabei wirklich gute Arbeit leistet. Und auch Sascha Alexander Gersak, der in „Auf einmal“ und „Outside the Box“ eher weniger bestach, kommt hier sehr sympathisch rüber und zeigt damit eine gewisse Vielfalt.

Mit

Louis Hofmann, Sabine Tomoteo, Jannik Schümann, Ada Philine Stappenbeck, Inka Friedrich, Nina Proll, Svenja Jung, Sascha Alexander Gersak

Das Fazit der Welt

Mehr als eine Liebesgeschichte, die durch Rückblenden größere Dichte und interessante Nebenhandlungen bekommt, bei denen man sich aber vielleicht von der einen oder anderen hätte trennen können. Ab 10.11.2016 im Kino.

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