Neu im Kino: Florence Foster Jenkins

Nach einer unglaublichen, wahren Geschichte“

Die besten Geschichten schreibt ja, wie man an den vielen beschissenen Filmen sieht, nicht der überbezahlte Hollywoodautor, sondern das Dings, na, das Leben. Und so haben wir hier die Geschichte einer Frau, die es auf die Bühne zieht und die dafür extra beim besten Gesangslehrer der Stadt (und die ist New York im Jahre 1944) Unterricht nimmt und sich eigens einen Klavierspieler, der mit ihr mithalten kann, für die Proben engagiert, und dann kommt das, was niemand, nicht einmal ihr sie bereitwillig unterstützender Ehemann, jemals für möglich gehalten hätte: Ein Auftritt vor ausverkauftem Haus in der Carnegie Hall…

Oscar-Abo

Natürlich erwarten wir alle, das Meryl Streep auch hierfür für den Oscar nominiert wird, scheint sie doch in den letzten Jahren eine Art Abo dafür zu haben und ganz automatisch nominiert zu werden – obwohl das durchaus nicht ganz unverdient geschieht, wenn man da mal ehrlich ist. Hier bietet sie auch wieder eine gute Performance, und, wenn es gefordert ist, auch eine perfekt schlechte. Doch es ist nicht nur das, was sie einbringt, was den Film an manchen Stellen unglaublich witzig macht, es sind vor allen Dingen die darauf gezeigten Reaktionen der anderen. Selten hat ein Film so sehr mit Reaktionen gearbeitet – und so nutzt er sie perfekt, um das wahre Potential der Florence Foster Jenkins zu zeigen. Leider dauert es ein bisschen bis zu ihrer ersten Gesangseinlage, doch das Warten hat sich gelohnt, denn sie ist ihr Geld wert. Und jede davon, strategisch über den Film verteilt, gehört zu den Höhepunkten. Das dazwischen muss zwar sein, um Hintergründe etc. zu erklären, aber das, worauf es wirklich ankommt, ist der Gesang.

Als Pianist dürfen wir hier Simon Helberg erleben, der sonst eher damit beschäftigt ist, die „Big Bang Theory“ zu beweisen – und nebenbei eine perfekte Nicolas Cage Parodie spielen kann. Hier zeigt er mit seinem Gesicht mehr, als manch andere mit ihrem ganzen Körper (Pornodarstellerinnen ausgenommen). Der Ehemann, der um das eigenwillige Talent seiner Frau weiß und sie nach allen Regeln der Kunst unterstützt, wird von Hugh Grant gespielt. Der macht das auch sehr gut, aber irgendwie wünscht man sich von ihm immer so wunderbare Dialoge, wie sie ihm Richard Curtis in einigen Fällen geschrieben hat. Ach, wäre es nicht wunderbar, wenn Curtis ihm eine witzige Krimirolle schreiben würde, in der er mit seinem üblichen Charme und Witz Fälle aufklärt? Ich würd mich freuen!

Fazit Foster Jenkins

Ein netter Film von Stephen Frears, der zwar ein bisschen braucht, um in die Gänge zu kommen, aber einige wunderbare Momente bereithält und, was ihm hoch anzurechen ist, seine Figuren niemals verrät. Ab 24. November 2016 im Kino.

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Ein Gedanke zu “Neu im Kino: Florence Foster Jenkins

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