Neu auf DVD: Lilyhammer – Staffel 1-3 / Gesamtedition

New Yorker Mafioso verrät seine Leute und sucht sich als Ort zum Untertauchen im Zeugenschutzprogramm „Lilyhammer“ in Norwegen aus…

Lilly Hammer?

Der Grund für die Wahl dieses Ortes waren die Olympischen Spiele 1994 – und natürlich, weil man hier wunderbar zwei Welten aufeinanderprallen lassen kann. Den coolen New Yorker Gangster in der kühlen nordischen Welt. Aufeinanderprallen der Kulturen – bei dem der Gangster seine Methoden benutzt, um auch an diesem Ort immer das zu bekommen, was er bekommen will. Also Mafiamethoden im Hohen Norden – oder auch

Inoffizielles Soprano Spin-off

Theoretisch könnte man die Serie als inoffizielle Weiterführung der Geschichte der beliebten Mafiafamilie ansehen, was vor allem daran liegt, dass Steven Van Zandt auch schon an der Seite von James Gandolfini einen Mafioso verkörpert hat, der diesem hier sehr verwandt sein dürfte. Da viele Serien heutzutage aber eine Art „Bewusstsein“ und eine Metaebene entwickelt haben, gibt es in einer der Folgen eine direkte Anspielung, das wäre „wie eine Folge der Sopranos“ – und prompt gibt es einen Gaststar aus dieser Serie.

Lilyhammer“ nimmt es also mit Humor – und Untertiteln. Zumindest in der Originalfassung. Denn da die meisten der Darsteller tatsächlich Norweger sind, wird auch viel norwegisch gesprochen, was man in der deutschen Fassung vermieden hat. Im Original sind also, wenn man nicht gerade des Norwegischen mächtig ist, viele Untertitel angesagt, aber das nimmt der Sache nicht die Freude. Über die Handlung selbst ließe sich denn aber trefflich streiten, da es zwar irgendwie ganz lustig ist, wenn ein Mafiatyp in der Kleinstadt seine Methoden einsetzt, aber andererseits nutzt er sie nun nicht, „um gutes zu tun“, sondern bleibt eben ein Verbrecher – da darf man in der Frage, ob man so komplett hinter dem steht, was er tut, gespaltener Meinung sein.

Lillehammer

Einer der Scherze ist natürlich, dass der Amerikaner den Namen des Städtchens nicht richtig kennt, so dass aus Lillehammer Lilyhammer wird – was man fast als Anspielung auf die Sopranos sehen kann, wo in einer Folge die ganzen „italienischen Gangster“ nach Italien fahren und sich dort nicht verständigen können, weil sie die Sprache nicht beherrschen… oder als schlichte Inkompetenz von Amerikanern gegenüber dem Rest der Welt.

Schön ist natürlich der Kontrast zwischen dem Mafioso und der eisigen Ruhe Norwegens. Die ist sehr gut eingefangen, man kann die Kälte und Stille quasi spüren. Nur ein gutes Bild der Stadt Lillehammer selbst bekommt man irgendwie nie, was ein wenig schade ist.

Staffelübergabe

Die Staffeln variieren ein wenig in ihrer Struktur. Die erste ist noch relativ klar und geradlinig, der Einstieg am neuen Ort, die Eingewöhnung und die Rückkehr erwartbarer Probleme. Die zweite Staffel scheint aus mehreren kleinen Blöcken zu bestehen, mehrere Motive, die nacheinander kommen. Die dritte und letzte Staffel ist dann in viele kleine Stränge gespalten, die sich an unterschiedlichen Stellen wieder zusammenfügen, aber leider einen wirklichen Abschluss missen lassen.

Es gibt viele Figuren, die in der Serie auftauchen und bei denen einige auch einen Handlungsbogen und eine Entwicklung haben. Bei ein paar Elementen und Charakteren aus vorherigen Staffeln hat man aber irgendwie das Gefühl, dass sie nur die jeweilige Staffel bestimmt haben, danach aber nie wieder eine Bedeutung haben, wie z.B. das Bauprojekt vom Anfang oder die Polizistin aus Staffel 2. So gesehen gibt es eine Art Bogen über jede Staffel, eine Art durchgehende Handlung, die aber eher von Einzelepisoden bestimmt wird.

Fazithammer

Nette kleine Serie über das Aufeinandertreffen von zwei Welten, über die große Mafia in der kleinen Stadt, mit viel Humor erzählt, aber auch brutal und tödlich für einige Figuren. Wer die „Sopranos“ mag, sollte auch die Reise nach Lilyhammer wagen – und die ist jetzt mit der Komplettbox aller drei Staffeln sehr einfach geworden. Ab 1.12.2016 auf DVD und Blu-ray.

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