Neu auf DVD: STAR TREK: The Original Series – The Roddenberry Vault

star_trek_roddenberry_vault_fr_xp_brDies ist das „Star Trek“ eurer Eltern!

Oder sagen wir: größtenteils! Warb doch J.J. Abrams Neustart des Franchise damit, sich eben nicht an diejenigen zu richten, die mit „Star Trek“ groß geworden sind und die Serie lieben, so können wir hier sagen, dass es sich um das alte Trek handelt… sieht man von der Überarbeitung der Spezialeffekte ab. Denn die hat man vor nicht allzu langer Zeit ausgetauscht, die in den 60er Jahren entstandenen Effekte durch neue Computeranimationen ersetzt – und die sind dann doch nicht immer ganz so toll, wie man sich das wünschen würde. Denn sie sehen aus wie Computeranimationen. Hin und wieder fügen sie den Szenen etwas hinzu, was früher wegen der Technik nicht möglich gewesen war, manchmal sehen sie aber auch nur einfach anders und nicht besser aus.

Raumschiff Enterprise“

Für mich war „Raumschiff Enterprise“ eigentlich die Serie meiner Jugend. Tolle Figuren, gute Science Fiction – großartige Sprecher! Denn damals, meine lieben Kinder, gab es keine DVDs, kein Internet, kein Streaming – es gab noch nichtmal Videorecorder. Jedenfalls keine erschwinglichen. Also hat man sich unter Umständen etwas anderes ausgedacht und seine Lieblingsserie vom Fernseher auf Audiokassette (das heutige mp3) aufgenommen, so konnte man sie zwar nicht sehen, aber wenigstens hören – was der Grund dafür ist, dass ich einige der Folgen von damals noch heute synchron mitsprechen kann. Zumindest fast, denn damals wurde leider viel gekürzt, sei es vom ZDF oder vom amerikanischen Sender selbst, der das Ausgangsmaterial zur Verfügung gestellt hat, was man inzwischen wieder korrigiert hat.

Zu diversen Sprecherwechseln kam es in der Serie aber schon vorher. Leider hatte das ZDF damals nur rund die Hälfte aller Episoden eingekauft, ein Fehler, den es nie wiederholen sollte – außer bei der Nachfolgeserie „The Next Generation“, die dann, wie auch ST zuvor, an SAT1 ging, die alle ausgelassenen Folgen nachholten. Schön, wenn man aus Fehlern lernt. Während das ZDF die Serie Anfang der 70er ins Fernsehen gebracht hatte, wurden es für die fehlenden Folgen bei SAT die 80er. G.G. Hoffmann (Sean Connery, Lex Barker, Paul Newman, Michel Piccoli) kehrte für Captain Kirk zurück, Herbert Weicker (Siynedy Poitier, Herbert Lom, Christopher Lee… und so ziemlich jeder Bösewicht in einer Münchner Bond-Synchro) für Spock, K.E. Ludwig für Scotty und Fred Klaus für Sulu. Rosemarie Kirstein (Ingrid Bergman) war, genauso wie Manfred Schott (Jack Nicholson, Dustin Hofman) leider verstorben. Ilona Granke sprang für Uhura ein und Randolf Kronberg (William Hurt, Eddie Murphie) übernahm Dr. McCoy. Warum Elmar Wepper nicht für Chekov zurückkehrte kann ich nicht sagen, aber seine Rolle übernahm Martin Umbach… so, wie er jüngst für Weppers Stammkunden Mel Gibson an dessen Stelle in „Blood Father“ sprach. Jedenfalls hat „Raumschiff Enterprise“, besonders in der ersten Version, eine Synchronbesetzung, wie man sie heute nicht mehr findet und die einfach ein Fest für die Ohren ist.

Star Trek – Die Rekonstruktion

Doch, wie gesagt, wurden viele Episoden gekürzt und so hat erst das Digitalzeitalter eine Rekonstruktion mancher Folgen zur Folge gehabt, da man dem Zuschauer ja das ungekürzte Material anbieten wollte, aber ohne störende Untertitel. So begab es sich, dass zur Erstveröffentlichung von „Raumschiff Enterprise“ auf DVD alle fehlenden Stellen nachsynchronisiert wurden, leider teils mit anderen Sprechern, da die Originale bereits verstorben waren. Deshalb liegen nun alle Folgen ungekürzt auch auf Deutsch vor – aber für welche hat man sich bei dieser Box entschieden?

12 aus 79

Diese Box nun bietet nicht die komplette alte Serie, sondern 12 Episoden, die „nach ihrer Bedeutung für das bisher ungezeigte Material“ ausgewählt wurden. Es sind:

– Pokerspiele
– Ganz neue Dimensionen
– Der schlafende Tiger
– Falsche Paradiese (mit neuem Audiokommentar mit
Gabrielle Stanton und Dorothy „D.C.“ Fontana)
– Horta rettet ihre Kinder
– Griff in die Geschichte (mit neuem Audiokommentar mit
Roger Lay Jr., Scott Mantz, und Mark A. Altman)
– Spock außer Kontrolle
– Metamorphose
– Der Tempel des Apoll
– Ein Paralleluniversum
– Kennen Sie Tribbles? (mit neuem Audiokommentar mit
David A. Goodman und David Gerold)
– Geist sucht Körper
Eine Auswahl…

aber, wie gesagt, offensichtlich kein Best of, auch, wenn ein paar durchaus großartige Folgen dabei sind. In „Der schlafende Tiger“ zum Beispiel haben wir die Grundlage dafür, dass es „Star Trek“ heute überhaupt noch gibt, denn nach dem eher trägen ersten Kinofilm suchte der neue Regisseur für Teil 2 in der Geschichte der Serie nach guten Folgen und war in der Lage, einen der besten Gegner Kirks aus der Versenkung (oder vielmehr von Ceti Alpha 5… oder 6?) zu holen,

Khaaaaaaaan!

in beiden Fällen dargestellt von Ricardo Montalban, dem auch ein Benedict Cumberbatch in der Neuauflage nicht das Wasser reichen kann. Hier haben wir das erste Zusammentreffen zwischen Kirk und Khan, dem genetischen Übermensch, der etwa im Jahre 1999 nach den Eugenischen Kriegen die Erde verließ… was in der deutschen Fassung um hundert Jahre nach hinten verlegt wurde. „Griff in die Geschichte“ ist eine sehr gute Zeitreiseepisode, in der eigentlich gezeigt wird, wie man’s macht – was aber selbst bei „Star Trek“ schnell wieder vergessen oder ignoriert wurde. Trotzdem ein schönes Dilemma mit einer harten Wendung am Schluss. „Spock außer Kontrolle“ ist vielleicht eher von einem Standpunkt her interessant: Um die Frage zu beantworten, ob Kirk eigentlich Geschwister hatte oder ein Einzelkind war? Wer die Antwort wissen möchte, findet sie hier. „Ein Paralleluniversum“ zeigt nicht nur eine schöne Verschiebung zwischen gut und böse (siehe Bart, der seitdem ein Symbol für eine nunmehr böse Figur ist, denn der böse Spock trägt Bart – und das hat genau hier seinen Ursprung), sondern auch die Grundlage für diverse Fortsetzungen, die sowohl bei „Deep Space Nine“ als auch als interessante Doppelfolge bei „Enterprise“ stattfanden. Insofern ein wesentlicher Bestandteil der Trek Mythologie. „Kennen Sie Tribbles“ (die ebenfalls Fortsetzungen bzw. Hommages bekam, nämlich in „The Animated Series“ und zum ST-Jubiläum in DS9) ist eine meiner Lieblingsfolgen. Clever, witzig, herrlich – und gehört in jede ST-Best-of-Box! Insofern hat man hier auf jeden Fall eine paar sehr gute Episoden dabei, wenn auch leider nicht alle.

The Vault

Aus „Roddenberrys Tresor“ bekommt man nun, statt einer furchtbaren Serie wie „Andromeda“ (nicht zu verwechseln mit Michael Crichtons „Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All“), ein bisschen Material, das man vorher so nie sehen konnte. Das umfasst sowohl geschnittene und alternative Aufnahmen, als auch Aufnahmen von den Dreharbeiten. Zudem gibt es ein paar neue Audiokommentare mit alten Autoren, die ebenfalls neue Einsichten versprechen. Auf diese Weise kann man den Klassiker „Star Trek“ einmal aus anderer Perspektive betrachten.

Mit

William Shatner (G.G. Hoffmann), Leonard Nimoy (Herbert Weicker), DeForest Kelly (Manfred Schott / Randolf Kronberg), James Doohan (K.E. Ludwig), George Takei (Fred Klaus), Nichelle Nichols (Rosemarie Kirstein (Ilona Grandke), Walter Koenig (Elmar Wepper / Martin Umbach) & Ricardo Montalban (Helmo Kindermann)

Far Zit

Ab 1.12.2016 auf Blu-ray von Universal Pictures.

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