Neu auf DVD: Mein Essen mit André / Digital Remastered

Die alten Freunde und Theaterleute Wallace Shawn und André Gregory treffen sich zum Abendessen in einem Restaurant und reden miteinander…

Die Louis Malle Miniretrospektive

Zwei Leute, die in einem Restaurant sitzen und sich unterhalten. Über Philosophie, das Leben, Theater, Erfahrungen, Findung und Selbstfindung. Wieder einmal klingt es so, als wäre das die beste Grundlage für ein Desaster – und wieder einmal straft uns Louis Malle Lügen. Denn statt einem langweiligen Film ist ein spannendes Gespräch dabei herausgekommen. Gut, man kann anzweifeln, ob man das auf der großen Leinwand sehen muss – aber letztlich kann man das dann bei Quentin Tarantinos „Hateful Eight“ auch tun, denn der bietet nun auch nicht so viele Schauwerte, wie sich der Regisseur das wünschen würde. Im Gegensatz zu Tarantinos Laberstreifen hat Malles Dialogfilm aber keinerlei Längen. Das hängt natürlich auch ein wenig damit zusammen, dass André Gregory der geborene Geschichtenerzähler zu sein scheint und Holger Hagen in der deutschen Fassung für ihn gleichermaßen spannend wie emotional in allen Geschichten mitgeht.

Es wird frei von der Leber weg geplaudert, über esoterische und abgedrehte Dinge, Sachen, die man nur als Theatermensch machen würde, aber dabei wird es nie langweilig. Auch wenn ich hier die Einschränkung machen würde, dass die Themen wahrscheinlich nicht jedem zusagen werden. Wenn man sich jedoch darauf einlassen kann, dann hat man einen wunderbaren Film mit wenig Handlung und viel Gespräch, in dem außer dem Verzehr eines Abendessens nicht viel passiert, der aber trotzdem durchweg interessant und unterhaltsam ist. Und davor, dass Louis Malle so etwas vollbracht hat, muss man einfach den Hut ziehen!

Bonus

Malles Film „…und das Streben nach Glück“, eine Dokumentation über Einwanderer in Amerika, in dem auch schon die Grenze zu Mexiko und ihre Überschreitung eine Rolle spielt.

Mein Essen mit André (1981)

Wallace Shawn (Horst Sachtleben), André Gregory (Holger Hagen) – Regie: Louis Malle

Mein Fazit mit Herrn Malle

Es verdient Respekt, einen Film über zwei Leute, die sich an einem Tisch sitzend unterhalten, so zu inszenieren, dass er weder statisch noch langweilig wird. Das hat Louis Malle geschafft und hat damit einen Dialogfilm geschaffen, an dem sich alle Nachfolger messen lassen müssen. Ab 26.1.2017 auf DVD und Blu-ray.

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