Neu im Kino: Timm Thaler oder das verkaufte Lachen

Junge verkauft sein Lachen an den Teufel, doch als er merkt, wie freudlos das Leben trotz Geld ist, hätte er es gerne zurück…

Der Teufel spielt Horst Frank

Und nicht umgekehrt. Denn Horst Frank war einfach so unglaublich gut, dass da selbst der leibhaftige Teufel schwer mithalten kann. Aber hier reden wir von der Erstverfilmung als Fernsehserie mit Tommi Ohrner, der in diesem Film einen (klitze)kleinen Gastauftritt hat.

Lassen wir die Katze direkt aus dem Sack, der Film ist nicht die erwartende Katastrophe. Denn: Er macht vieles anders, lässt die Geschichte nicht in der Gegenwart spielen, sondern in der Vergangenheit – und kupfert sogar eine kleine Sache von „OSS 117 – Er selbst ist sich genug“ ab, wenn wir da mal ehrlich sind. An einer Stelle sieht man nämlich das, was der Teufel sich für die Zukunft vorstellt – also für unsere Gegenwart. Und das erinnert, wenn man mal darüber nachdenkt, ein wenig daran, dass die Nazis bei OSS ein Bild der Welt entwerfen, wie sie sie sich schaffen wollen, das frappant an unsere Wirklichkeit erinnert. Jedenfalls gibt es ein paar Dinge, die der Film recht gut macht und dass er sich weit von der Serie entfernt ist ebenfalls hilfreich, weil er ihm nicht nur etwas Eigenständiges verleiht, sondern auch nicht zu einem zu starken Vergleich auffordert. Dass Justus von Dohnányi trotz alledem mit Horst Frank nicht ganz mithalten kann, nun, das ist dann doch nicht überraschend, denn, seien wir ehrlich, wenn es schon der Teufel selbst nicht kann, wer kann es dann schon?

Aaaaber

Neben dem guten, ein paar netten Ideen und einem wie immer sehr angenehmen Charly Hübner, der ein wenig Herz und Seele des Films ist, gibt es dann aber auch noch weniger schöne Dinge, wie zum Beispiel zwei ausgesprochen nervige Figuren, die sich zwischenzeitlich zu CGI-Viechern verwandeln… und die man komplett aus der Handlung hätte streichen können, ohne, dass es sich ausgewirkt hätte – außer positiv, natürlich. Warum eine der Figuren von einem Mann im Frauenkostüm gespielt wird, nun, durch den Film wird es nicht gerechtfertigt.

Mit

Arved Friese, Justus von Dohnányi, Axel Prahl, Andreas Schmidt, Jule Hermann, Charly Hübner, Bjarne Mädel

Timm Fazit

Die etwas andere Herangehensweise tut dem Film sehr gut, aber perfekt wird er dadurch leider noch nicht. Er ist immer dann gut, wenn er intelligente Lösungen für Probleme findet, wenn die Leute begreifen, wie man Timm Thalers Fähigkeit sinnvoll einsetzen kann. Eigentlich, aber das geht wahrscheinlich auf die literarische Vorlage selbst zurück, müsste die Handlung sein: Timmy verzaubert alle mit seinem Lachen, der Teufel kommt in seinem Job so grimmig nicht weiter, Timmy verkauft sein Lachen, der Teufel setzt es ein, um die Menschen zu verführen, Timmy verzweifelt mehr und mehr und während der Teufel immer erfolgreicher wird, nur Dank des Lachens, also sucht Timmy einen Weg, es zurück zu bekommen… In Ansätzen ist das im Film, aber wenn man schon eine Neuinterpretation macht, hätte man sich eigentlich auf diese Kernpunkte fokussieren können. Ab 2. Februar 2017 im Kino.

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