Neu im Kino: The Lego Batman Movie

Batman ist damit beschäftigt, Gotham von Ganoven zu säubern, doch dann taucht plötzlich eine neue Polizeichefin auf, und ein Waisenkind – und der Joker hat auch mal wieder einen teuflischen Plan…

Bester DC-Film seit langem!

Um das DC-Filmuniversum ist es schlecht bestellt, da keiner der letzten Filme so richtig überzeugen konnte. Dieser hier kann! Also vielleicht sollten sich die Leute in der Chefetage mal von dieser Batman-Variante, die sich nicht so ganz (gar nicht!) ernst nimmt, aber trotzdem eine wirklich gute Batman-Geschichte erzählt, inspirieren lassen. (Werden sie nicht, weiß ich auch, aber man kann es ja mal in den Raum stellen.)

Natürlich ist Lego in der Lage, nicht nur aus dem Batman-Universum zu schöpfen, sondern auch aus anderen Franchises, von denen es die Rechte hat – so dass, wie im „Lego Film“, Figuren aus „Der Herr der Ringe“, „Harry Potter“, „Doctor Who“ und anderen Serien (ich wusste nicht, dass Lego auch Matrix-Spielzeug im Angebot hat) auftauchen und im wahrsten Sinne des Wortes damit gespielt wird. Ohne diese Zusatzstoffe wäre auch gegangen, aber die Möglichkeit, solche Figuren in die Handlung einzubauen, ist nicht nur schön, sondern wird auch gleichermaßen wunderbar wie parodistisch genutzt. Das macht, wie der ganze Film, richtig Spaß und verleiht ihm auch noch eine Metaebene… mit der er eigentlich schon beginnt.

Ein bisschen subversiv

Das war auch schon das erste Leinwandabenteuer aus dem Hause Lego und dieses hier ist es auch. Und eine bunte Achterbahnfahrt, die sich kein bisschen ernst nimmt, dafür aber nicht nur eine kurze Reise durch die Film- und Fernsehgeschichte von „Batman“ bietet, sondern auch herrliche Anspielungen, besonders auf den 60er-Jahre-Batman und ein paar von dessen unvergessenen Gimmicks. Für Kinder ist das lustig, für Kenner ein Fest, bei dem man merkt, mit wie viel Liebe zum Detail hier gearbeitet wurde.

Ein bisschen schade

Einen kleinen Abstrich gibt es für eine Besetzung in der deutschen Fassung. Die ist größtenteils ebenfalls mit einem Ohr für die Details besetzt – nur für den Joker, eine Rolle, in der Heath Ledger brillierte und den Simon Jäger seinerzeit in der deutschen Fassung hervorragend umgesetzt hat, hat man statt Jäger (oder überhaupt einem guten Sprecher) einen Youtube-Typen? oder so was besetzt? Das ist nicht nur den Könnern der Branche gegenüber gleichermaßen Schande wie Unverschämtheit, sondern schadet dank mangelndem Talent auch der Figur. Scha(n)de, Freunde, echt scha(n)de! Davon abgesehen ist die Besetzung sehr schön und eher in Bezug auf die deutsche Batman-Historie als auf die Schauspieler des Originals gestrickt. David Nathan, der neben dem Lego-Film vorher auch Christian Bales Dunklem Ritter seine Stimme lieh, kann hier zeigen, dass er nicht nur Düster-Baleman, sondern auch Spaßdüster-Dar(k)nett kann. Ein wahres Fest für die Ohren. Für seinen Butler Alfred geht, wie bei Nolan, Jürgen Thormann an den Start, einer der besten und dienstältesten deutschen Synchronstars (ein Titel, den er sich verdient hat, auch wenn ihn leider kaum einer benutzen wird), der Michael Caine seine Stimme leiht, aber auch dem kürzlich verstorbenem John Hurt, Peter O’Toole, Peter Sellers, Max von Sydow und diversen anderen – und es ist immer wieder eine große Freude, ihn zu hören. Claudia Urbschat-Mingues darf mit schöner Spielfreude „ihre“ Rosario Dawson sprechen – und selbst für Sauron hat man dessen Stimme Michael Brennicke aus München eingeflogen, ein wunderbares Detail, für das man (ich) dankbar sein darf. Hut ab davor! Udo Schenk, viel zu oft abgestempelt als Stimme für jeden verfügbaren Bösewicht, darf sogar eine Doppelrolle sprechen, denn er ist nicht nur Commissioner Gordon Gary Oldman in der Nolan-Trilogie, sondern auch die deutsche Stimme von Ralph Fiennes bei „Harry Potter“ – zwei Rollen, die er hier noch einmal auf legonisch zum Besten geben darf.

The Lego Batman Fazit

Einfach ein großer Spaß. Gespickt mit jeder Menge Anspielungen, wunderbaren Ideen, originellen Einfällen, viel Humor und sogar einer Geschichte um das Thema Einsamkeit, bei der man zwar weiß, wie sie ausgehen wird, die aber trotzdem gut ist. Abstriche nur was den deutschen Joker angeht, ansonsten mit viel Liebe für viele Details gemacht – und für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen unterhaltsam, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Ab 9.2.2017 im Kino.

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