Neu im Kino: T2 Trainspotting

Das schwer verständliche Drogenepos aus Schottland (daher der schwer verständliche Teil, zumindest rein sprachlich) geht nach 20 Jahren in die 2. Runde und wir erfahren, was inzwischen aus Renton, Spud, Sick-Boy und Begbie geworden ist…

Drugs, Drugs and Rockn’Drugs

Machen wir uns nichts vor, Sex spielte schon bei „Trainspotting“ keine so große Rolle, erst, Spoiler für den Film, wenn man seinen kalten Entzug hinter sich hat und endlich wieder etwas spürt.

Womit wir beim Thema wären: Dieser Film ist gleichermaßen eine gelungene Fortsetzung wie Reminiszenz an den ersten Teil. Es gibt eine klitzekleine Spur zu viele Zitate und Anspielungen auf das Original, dass der Film dadurch zu einer Art Mischung aus Fortsetzung und Remake wird. Das tut der Sache aber keinen Abbruch, da er die Geschichte vom ersten Teil sehr gut aufgereift und sinnvoll weiterführt.

Teil 1

So ist denn, was im Videozeitalter leicht möglich ist, allen eigentlich zu empfehlen, zunächst den ersten Teil zu sehen, denn dann hat man das volle Vergnügen, alle Anspielungen angemessen würdigen zu können. Und davon gibt es eine ganze Menge. Wobei die schönste Szene neu ist und eine Art „Moment der Erkenntnis“ kennzeichnet, gleichermaßen wunderbar inszeniert wie gespielt. Überhaupt strotzt der Film vor vielen visuellen Einfällen, die ihn im wahrsten Sinne des Wortes sehenswert machen. Ein weiteres großes Lob gebührt Ewen Bremner, der seinen Spud mit einer zu Herzen gehenden Mischung aus beschädigt und zerbrechlich spielt und damit zur tragischsten Figur des Films wird.

Sprachspotting

Im Original ist der Film eine echte Herausforderung, da besonders Robert Carlyle so dick schottisch aufträgt, dass allein die Untertitel weiterhelfen, nachzuvollziehen, was er sagt.

Interessant – und ein wenig traurig – wird es für die deutsche Fassung werden. Hier wird zu sehen sein, ob man sich bei der deutschen Besetzung an den heutigen Stammsprechern der inzwischen bekannter gewordenen Schauspieler oder an der damaligen Synchronbesetzung orientiert. Letzteres wäre schöner, zumal Gudo Hoegel schon immer die beste Stimme für Robert Carlyle war – und für Begbie sowieso. Nur Philipp Brammer, der u.a. auch für David Tennant als „Doctor Who“ und Mike Mikers im ersten „Austin Powers“ sprach, wird nicht für Ewen Bremner zu hören sein, da er vor kurzer Zeit leider viel zu früh verstarb. Zu gerne hätte man gehört, wie er in dieser Rolle aufgegangen wäre.

Mit

Ewan McGregor, Ewen Bremner, Johnny Lee Miller, Kelly MacDonald, Robert Carlyle

Trainfazit

Neben „Lommbock“ dieses Jahr schon die zweite Fortsetzung nach 20 Jahren von einem Drogenfilm – und wieder ein voller Erfolg. Sehr schön gemacht, mal witzig, mal tragisch, mal spannend, bietet der Film neben Anspielungen auf das Original ein schönes Wiedersehen mit den Figuren und eine gute Weiterführung der Handlung. Wenn man das Original mag, sollte man diesen hier auch mögen. Ab 16.2.2017 im Kino.

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