James Bond 007 – Band 2 – EIDOLON

James Bond ist zurück…

Im Comic. Wann der berühmteste Agent Ihrer Majestät auf die große Leinwand zurückkehrt, ist bislang noch nicht bekannt – ebenso wenig wie die Frage, wer ihn denn diesmal verkörpern wird, d.h., ob sich Daniel Craig mit viel Geld und eigentlich wenig anderen erfolgreichen Projekten noch einmal dazu breitschlagen lassen wird, den charmelosen Muckibond zu geben oder ob wir endlich einen neuen Darsteller bekommen, der hoffentlich besser ist – doch da gibt es inzwischen eine gute Alternative, nämlich

James Bond als Comic

Mit „Vargr“ lag bis vor kurzem bereits ein erster Band vor und nun folgt darauf mit „Eidolon” eine Fortsetzung. Die Figuren sind dieselben… wie im vorherigen Comic. Wie zu diesem Thema bereits geschrieben, gab es schon immer Unterschiede zwischen Film und Buch sowie nun auch zwischen Comic, Film und Buch. Die Figuren ähneln einander, sind jedoch nicht wirklich identisch, außer, was die Namen angeht. Dies ist also keine Filmhandlung, die es einfach nicht auf die Leinwand geschafft hat und erzählt damit die Geschichte des Craig-Bonds weiter, sondern es ist eine Art eigenständiger Bond – wobei ein wenig die Frage ist, wie seine Grundlagen, seine „Mythologie“ aussieht. In den Filmen ist sie nicht verwurzelt, sondern eher in einer Mischung aus Filmen und Büchern, aus denen er sich, wie mir scheint, seine eigene Parallelmythologie bastelt. Sehr schön erkennen kann man das an einer Figur, die aus Büchern wie Filmen gleichermaßen (wenn auch extrem unterschiedlich) bekannt ist und demnächst in Comicform seine eigene Serie bekommen wird:

Felix Leiter

Gäbe es ein Quiz zu dieser Kolumne, wäre die Frage heute, welches die einzigen beiden Schauspieler sind, die die Rolle des Felix Leiter zweimal gespielt haben – und bei wem wie viele Jahre und wie viele Bond-Schauspieler dazwischen lagen. (David Hedison, auch „bekannt“ als Al Hedison aus der ersten Verfilmung von „Die Fliege“ mit Vincent Price, spielte in Roger Moores erstem und Timothy Daltons zweiten Bond-Film den CIA-Mann, Jeffrey Wright tat es in Daniel Craigs ersten beiden Filmen… aber da bei Hedison nicht nur anderthalb Jahrzehnte dazwischen liegen, sondern auch Connery für „Sag niemals nie“ [mit dem ersten schwarzen Leiter] zurückkehrte, gewinnt er nach Jahren und Darstellern.) Dieser Comic-Leiter nun entspricht dem „späteren“ Leiter, d.h. dem, der Bond schon länger kennt – und der diese Bekanntschaft mit ein paar Körperteilen bezahlen musste. Man sieht seinen „Haken“, den er statt einer Hand hat, was, unserer Zeit angepasst, eher einer Cyborgprothese entspricht und er erwähnt, dass ihn Haie Hand und Bein gekostet haben. Im Buch wäre das in „Leben und sterben lassen“ passiert, im Film war es dann „Lizenz zum Töten“, wo man diese Szene aufgriff… lustigerweise die beiden Filme, in denen David Hedison Felix Leiter spielte! Da man seine Verstümmelung in den Filmen nie zu sehen bekam, ist der Comic damit näher an den Büchern. Und wie seine eigenen Abenteuer aussehen und ob James Bond dort vielleicht sogar einen Gastauftritt haben wird, werden wir vielleicht schon bald erleben.

EIDOLON

Im neuen Band wird die Geschichte von Teil 1 konsequent weitergeführt, denn die Politik untersagt es Auslandsagenten im britischen Inland Waffen zu tragen – was für den Killer Ihrer Majestät natürlich wenig dienlich ist, bremst das doch ein wenig seine Lizenz zum Töten aus. Nicht, dass er dafür unbedingt Waffen brauchen würde. Problematisch wird es dann natürlich, wenn im Inland böse Mächte ihr Unwesen treiben und 007 mit in die Geschichte involviert ist. Was wie eine altmodische Überläufergeschichte beginnt, wächst sich zu einer Gefahrensituation aus, die mal wieder ganz England Kopf und Krone kosten kann – es sei denn, Bond übergeht ein paar Vorschriften und macht das, was er am besten kann…

Herausgekommen ist dabei eine spannende Geschichte mit jeder Menge Action und Gewalt. Auch da liegen die Comics weit vor den Filmen, denn ist deren Gewalt, genau wie der Sex, eher kindgerecht, kommt sie hier schon fast einem „Preacher“-Comic gleich, nicht ganz so heftig, aber schon auf einem blutigen Weg dorthin. Anstößige Nacktszenen gibt es auch hier nicht, aber dafür macht Bond etwas, das er in den Büchern gerne tat, was Dank politischer Korrektheit bei Craig aber völlig ausgestorben ist: er raucht! Das ist nicht unbedingt cool und auf keinen Fall eine Vorbildfunktion, aber es gehört halt zu Figur. Und wer würde schon gerne Präsident Lincoln ohne Bart sehen, hm?

Titel

Während der Titel von Band 1 mit „Vargr“ nicht nur sehr vokalarm, sondern auch ein wenig deplaziert daherkommt, ergibt „Eidolon“ im Laufe der Handlung ziemlich schnell (Ende von Kapitel 2) einen sehr schönen Sinn. Das ist die Art von Mehrdeutigkeit, die man sich öfter wünschen würde. Und auch im Gesamtkontext der Bond-Reihe ist das eine schöne Weiterführung einer alten Bedrohung.

Mein Name ist Fazit, James Fazit

Eine gute Bond-Geschichte, geschrieben von Warren Ellis, gezeichnet von Jason Masters, erschienen im Splitter-Verlag, die uns ein neues Abenteuer mit Frauenflachleger James Bond beschert – auch wenn das, genau wie in den Büchern, in den Comics nicht so sehr zum Tragen oder besser Liegen kommt wie in den Filmen (vor Craig). Am besten einen Bond-Soundtrack auflegen und eintauchen in die Welt von Bond, James Bond… Jetzt im Handel.

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