Neu auf DVD: I Wanna Hold Your Hand

Beatles-Mania: Ein paar junge Mädchen wollen nach New York, um sich in das Hotel einzuschleichen, in dem die Beatles residieren, bevor sie abends in der „Ed Sullivan Show“ auftreten…

Wahre Geschichte

Das würde heutzutage im Vorspann stehen, auch wenn damit in dem Fall nur gemeint wäre, dass es sowohl Ed Sullivan als auch seine Show und die Beatles sowie eine Stadt namens New York gegeben hat. Dass der Rest drumherum völlig erfunden ist, hat auch Filme wie „The Conjuring 2“ nicht davon abgehalten, sich auf geschichtliche Wahrhaftigkeit zu berufen, auch wenn das mit „grob zusammengelogen“ noch freundlich formuliert wäre. Aber zurück zu einem besseren Film, denn dieser Spielfilm, in dem die Beatles wie Götter behandelt werden, macht nicht nur irrsinnig Spaß, er hat auch großartige Musik. Denn wenn man einen Film dieser Art macht, dann sollte die Musik von vorne bis hinten auch ja die der Beatles sein – und genau das bietet „I Wanna Hold Your Hand“. So wird die nette Geschichte, die Beatlesmania mit Kleinstadtlieben verquickt, von einem Soundtrack getragen, der sich hören lassen kann. Schon allein akustisch kommt dabei die richtige Stimmung auf, die dann durch nette Einfälle und Wendungen in der Handlung noch unterstrichen wird. Zwar ist in vielen Fällen schon recht früh absehbar, wie es für die Figur wohl enden wird, aber das tut der Sache keinen Abbruch.

Zeitreise mit Zemeckis

Da es sich bei dem Film, der in den 60ern spielt, aber erst Ende der 70er gedreht wurde, also nicht um eine Doku handelt, entführt uns Regisseur Robert Zemeckis gewissermaßen auf eine Zeitreise. Was natürlich ein schöner Satz ist, handelt es sich bei den Filmen, die ihn wirklich bekannt gemacht haben, doch um die drei „Zurück in die Zukunft“-Filme, die aber erst später kamen… und früher. Zeitreisehumor. Wie gut Zemeckis ist, zeigt sich besonders am Ende des Films, wo er die Originalfernsehaufnahmen der Beatles zeitgleich mit „der Live-Aufnahme im Studio“ zeigt, bei der man zwar nicht die Gesichter sieht, die Bewegungen aber so perfekt zum Fernsehbild passen, dass man vor dieser künstlerischen Meisterleistung einfach den Hut ziehen muss. Kein Wunder also, dass er es Jahrzehnte später schaffte, mit „The Walk“ das nicht mehr existierende World Trade Center so wiederauferstehen zu lassen, dass alles so wirkt, als wäre es am Originalschauplatz gedreht. Und wer glaubt, die Beatles-Hysterie sei nicht so stark gewesen, wie es uns der Film weismachen will, dem sei die hervorragenden Dokumentation The Beatles: Eight Days A Week – The Touring Years vom letzten Jahr empfohlen, die man mit diesem Film eigentlich als Doppelvorstellung sehen könnte, da sie eine schöne Ergänzung darstellt.

I Fazit Your Hand

Netter Spielfilm über eine Geschichte, wie sie sich zu Zeiten der Beatles-Mania genau so zugetragen haben könnte, eine Komödie und ein doppelter Liebesfilm, einmal über die Liebe zu den Beatles, aber auch über andere Liebe, die daraus entsteht. Gute Unterhaltung – mit großartiger Musik! Ab 23.2.2017 auf DVD.

Dieser Beitrag wurde unter Filme veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.