Neu auf DVD: John Carney Edition

3 Filme, jede Menge Musik!

Once“

Irischer Straßenmusiker trifft Musikerin und zwischen den beiden entwickelt sich etwas, zumindest musikalisch…

Statt „Liebe geht durch den Magen“ könnte man sagen „Liebe geht durch die Ohren“. Nett ist, wie wir auch aus einem der Audiokommentare erfahren, wie man eine an sich nicht so spannende Szene durch eine Musikimprovisation interessant gestalten kann und damit einiges an Informationen transportiert bekommt, ohne dass es dem Zuschauer zu sehr auffällt. Es geht um Liebe, enttäuschte Liebe, Enttäuschung, Trennung und natürlich die Musik, die aus solchen Tiefschlägen des Lebens entstehen kann.

Der Film wirkt fast ein wenig wie eine Dokumentation – und in klassischer Musicalmanier kommt er auch mehr oder weniger nur mit einer Melodie aus. Jedenfalls kommt es einem so vor, was ab und an ein bisschen anstrengend werden kann.

Sobald ich erstmal…

Eine sehr schöne Ergänzung ist der Audiokommentar mit Regisseur Carney und seinen beiden Hauptdarstellern. Denn dort – und nicht unbedingt (oder überhaupt) im Film – erfährt man, was der Titel „Once“ eigentlich bedeutet. Wie üblich in einem solchen Fall ist es ein bisschen schade, dass einem nicht der Film diese Dinge sagt, denn manchmal wird einem durch ein solches Detail auf einmal alles klar.

Mit

Glen Hansard (Jacques Breuer), Bill Hodnett (Norbert Gastell)

Can a Song safe your Life?”

Heruntergekommener Musikproduzent trifft begabte Songwriterin und möchte mit ihr arbeiten…

Es geht um Liebe, enttäuschte Liebe, Enttäuschung, Trennung und natürlich die Musik, die aus solchen Tiefschlägen des Lebens entstehen kann… Moment wo haben wir das schon mal gelesen?

Auch wenn sich einige Themen wiederzufinden scheinen, stellt dies einen enormen Quantensprung zum ersten Film dar. Schön strukturiert, besonders zu Beginn, gut geschrieben, super besetzt, toll gespielt. Ist der erste Film noch sehr einfach und zurückhaltend in allen Aspekten, gibt es hier eine komplette Steigerung, auch, was die Interessantheit der Geschichte angeht. Durch die vielen Personen wird auch die Handlung umfangreicher und vielschichtiger als der geradlinig erzählte erste Film mit überschaubarer Story. Er ist, wie wir im Making-of erfahren, ein Liebesbrief an New York – wobei er eigentlich eher ein Liebeslied an New York ist.

Musik ist unser Leben

In diesem Film tauchen wir tiefer in die Musikszene ein, in diesem Aspekt bleibt sich Autor und Regisseur John Carney also treu. Musik ist und bleibt der gesungen rote Faden, der sich durch den Film zieht und ihn von anderen Filmen abhebt. Hier wird er überdies aber getragen von der Besetzung. Besonders Keira Kneightley und Mark Ruffalo bieten dabei ein wunderbares Zusammenspiel. Gerade letzterer neigt dazu, die Filme, in denen er mitmacht, durch seine Anwesenheit zu veredeln und auch hier scheint ihm das Spielen genauso Spaß zu machen, wie es Spaß macht, ihm dabei zuzusehen.

Mit

Keira Knightley (Dascha Lehmann), Mark Ruffalo (Norman Matt), Catherine Keener (Anke Reitzenstein), Hailee Steinfeld (Jamie Lee Blank), Adam Levine (Leonhard Mahlich), Mos Def (Björn Schalla), James Corden (Julien Haggége)

Sing Street“

Irischer Junge gründet in den 80ern eine Band, um angebetetes Mädchen zu beeindrucken…

Es geht um Liebe, enttäuschte Liebe, Enttäuschung, Trennung und natürlich die Musik, die aus solchen Tiefschlägen des Lebens entstehen kann

Wobei die Trennung diesmal eher in einer anderen Generation stattfindet. Aber wenn wir das als die Themen von John Carney ansehen wollen, dann sind sie irgendwo doch vertreten. Ein bisschen ist der Film eine Mischung aus den ersten beiden, quasi die Richtung des ersten Films mit den Mitteln des zweiten erzählt, nur in die 80er Jahre verlegt, wo es eine starke Mischung von echten Songs aus der Zeit und für den Film erfundenen gibt. Das Ganze beginnt als Komödie und wandelt sich später in einen Liebesfilm. Die Lieder werden weniger verwendet, um die Handlung zu erzählen, als vielmehr, um sie zu kommentieren. Und das ist ausgesprochen gut gelungen.

Musik von Herzen

Auch wenn der Vorgänger der hollywoodigste weil starlastigste Film ist, so ist es vielleicht dieser, der das Herz am rechtesten Fleck hat. Der Eindruck mag sich einem aber auch deshalb aufdrängen, weil Carney im Zusatzmaterial sagt, dass er mit diesem Film in gewisser Weise eine Jugendphantasie umgesetzt hat. Diese Aussage kann man nicht überhören oder vergessen, denn das Bonuszeugs ist ausgesprochen redundant und wiederholend, so dass man ein paar ausgewählte Zitate, sowohl von ihm als auch aus dem Film, wieder und wieder vorgesetzt bekommt, was anstrengend und eher nervig als hilfreich ist. Nichtsdestotrotz erzählt der Film eine schöne Geschichte auf schöne Weise und bietet gleichzeitig eine Verbeugung vor der Musik der 80er Jahre – so furchtbar die auch war!

Mit

Jack Raynor (Leonhard Mahlich), Aidan Gillen (Alexander Brem), Kelly Thornton (Melinda Rachfahl)

John Fazit Edition

Musik nutzen, um eine Geschichte zu erzählen, Musik zum festen Bestandteil einer Geschichte machen, Musik und Film als gleichberechtigte Partner innerhalb einer Erzählung. Das macht diese Werke von John Carney aus und hebt ihn damit von vielen anderen Filmemachern ab. Er hat einen eigenen Stil und man kann hier mit drei seiner Filme eine schöne Entwicklung erkennen. Ab 23.3.2017 auf DVD und Blu-ray.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Filme veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s