Neu auf DVD: Affenkönig

Wir alle kennen die Geschichte von King Kong, dem berühmtesten Affen der Filmgeschichte, seine Entdeckung durch einen ehrgeizigen Filmemacher, sein Debüt auf dem Broadway, Talkshows, Drogen, leichte Mädchen und eine rasante Abwärtsfahrt, die in einem Selbstmordversuch auf dem Empire State Building endet. Dieser Film nun bringt uns die lang erwartete Vorgeschichte. Wie war Kong, bevor er König wurde? Wir erleben ihn in der Schule, wo er von anderen Affen gehänselt wird, ausgegrenzt, wir erleben seine Vorliebe für kleine, blonde Eingeboreninnen, wir sind dabei, wie er Ballettunterricht nimmt, denn sein größter Traum ist es, einmal in New York am Broadway aufzutreten…

Es ist ein Film, der zu Herzen geht. Voll emotionaler Momente, in denen wir das Gefühl haben, dass die Tiere viel menschlicher sind als wir Menschen selbst. Die Geschichte ist angefüllt mit wunderbaren Szenen, die einen vor Ergriffenheit erstarren lassen, aber auch mit genügend Humor, um uns durch die tragischen Momente, wenn Kongs Mutter von einem Affenbrotbaum erschlagen wird, zum Beispiel, zu bringen. Eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Leider, und das muss man an dieser Stelle leider zugeben, ist das nicht der Film, der sich hinter dem Titel „Affenkönig“ verbirgt – aber wenn man schon an einem Film selbst keinen Spaß hat, dann sollte man ihn wenigstens bei der Besprechung haben.

Affenzauber

Drei Typen aus Deutschland fahren ihren alten Kumpel in der Provence besuchen, denn der hat Geburtstag und sie haben ihn seit 20 Jahren nicht mehr gesehen. Musiker, Alkohol, Drogen, eine schwangere Frau und vier Drehbuchautoren – kann dabei etwas schief gehen? Nun, kann dabei etwas gut gehen, wäre die ehrlichere Frage, und dieser Film könnte einem eine Antwort darauf geben. Doch leider sind all die Dinge, die sich das Schreiberlingquartett möglicherweise als Plottwists vorgestellt hat, genauso vorhersehbar wie eigentlich alle Figuren irgendwie unsympathisch sind. Wenn man sich mit niemandem identifizieren kann oder will, ist es natürlich nicht einfach, der ganzen Sache irgendetwas abzugewinnen. Und so fragt man sich die ganze Zeit, was man anschließend über diesen weder spannenden noch lustigen Film, der genauso witzig ist wie eine deutsche Komödie (also gar nicht), demnach also wahrscheinlich eine sein soll, sich vielleicht aber doch selbst als tiefergehendes Sozialdrogentypenindiejahregekommentreffensichwiederselbstfindungsdrama sieht, schreiben soll… und wünscht sich, man hätte King Kong in der Abendschule gesehen, wo er sein Diplom als Schlosser nachmacht, um dann, für alle überraschend, während einer Show in New York seine Ketten zu öffnen und der Welt zu zeigen, dass er den Rekord im Gebäudeklettern hält – bis in „King Kongs Schwippschwager“ später sein Nachfahre die Petrona Towers in Kuala Lumpur besteigt… aber das ist eine andere andere Geschichte, die uns dieser Film hier nicht erzählt. Wer aber von dem hier geschriebenen nicht abgeschreckt ist und wer mit Trauer sehen möchte, dass der doch eigentlich recht gute Oliver Korritke inzwischen nur noch irgendwelchen Murks zu drehen scheint, der kann das ab 28.3.2017 auf DVD und Blu-ray gerne ausprobieren.

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