Neu auf DVD: Doctor Who – Der Film

Der Doktor ist zurück… endlich… zum letzten Mal… vorerst…

Doktor Häh?

Doctor Who“ begann in den 60er Jahren in England und fand einen brillanten Weg, den Namensgeber und Hauptdarsteller auszutauschen, indem er sich in eine andere Person aka einen anderen Schauspieler regenerierte. Anders als bei Serien, wie James Bond zum Beispiel, konnte man so seinen Star wechseln, ohne sich groß Sorgen machen zu müssen, dass sich jemand fragte, warum der Doktor plötzlich anders aussah… und benahm, denn man gab jedem neuen Doktor auch gleich eine neue Persönlichkeit. Das ging über viele Jahre ziemlich gut, doch irgendwann dann schlich sich ein bisschen Ermüdung und Abnutzung ein, was dann spätestens bei Sylvester McCoy zum Abbruch der Serie führte. Für mehrere Jahre.

Doch, wie wir aus dem wie immer sehr umfangreichen, schönen und ehrlichen Zusatzmaterial erfahren, lebte die Serie auch ohne aktuelle Bildschirmpräsenz weiter, z.B. in Comicform. Sie blieb in den Gedanken und Herzen der Zuschauer und so wurde, wie seinerzeit bei „Star Trek“, der Gedanke geboren, sie einmal mehr neu aufleben zu lassen… oder zu regenerieren?! Serie, Kinofilm, Fernsehfilm, all das wurde hin und her geworfen – auch das gibt das Zusatzmaterial sehr schön wieder. Und so entstand ein neuer Versuch zur Wiederbelebung des Doktors, den wir nun in diesem Film vorliegen haben…

Doktor Who regeneriert sich und muss gegen seinen alten Widersacher, den Master, antreten, der nebenbei noch die Erde zerstören würde, wenn man ihn denn ließe!

und wurde nach McCoy zu einem neuen Sargnagel für das Franchise. Im Doktoraffinen England schien der Fernsehfilm erfolgreich gewesen zu sein, doch beim amerikanischen Publikum schien er nicht so recht landen zu können. Und das, obwohl dies wohl der unbritischste „Doctor Who“ aller Zeiten ist, denn er wurde in Kanada gedreht und irgendwie fehlt da einfach das britische Flair, das die Serie so auszeichnet – und das einfach dazu gehört. Also wurde der Doktor wieder auf die Strafbank geschickt und blieb dort, bis ihn Russell T. Davies Anfang des nächsten Jahrtausends wieder beleben sollte – und diesmal so erfolgreich, dass er auch heute noch läuft und es sowohl nach Amerika als auch nach Deutschland geschafft hat.

Doktor Nummer ?

Sylvester McCoy, der hier die Staffelübergabe übernehmen darf, war der siebte Doktor, Paul McGann nun ist der achte. Und er regeneriert sich in… John Hurt. Wie wir in dem dankenswerterweise beigefügten „The Night of the Doctor“ sehen dürfen, womit die DVD alle Fernsehauftritte von McGann beinhaltet… alle beide! Rückwirkend ist denn also Hurt Doktor Nummer 9, Christopher Eccleston 10, David Tennant 11… und 12, wenn wir dem Weihnachtsspecial glauben dürfen, und Matt Smith 13, welcher im erwähnten Special ein bisschen Energie zugeschustert bekommt, die dann auch alle Doktoren in Zukunft erklären dürfte, angefangen mit Peter Capaldi, der damit 14 ist… oder 1.0.

Paul McGähn

McGann ist „der romantische Doktor“, so sagt man. Muss an Outfit und Frisur liegen. Leider ist er in diesem seinem ersten und fast einzigen Auftritt eher dröge. Das hätte sich möglicherweise im Verlauf einer Serie geändert, aber hier kommt er nicht so spannend rüber. Was durchaus schade ist, da er, wenn man ihn so sieht und hört, nicht nur ein ausgezeichneter Schauspieler ist, sondern auch jede Menge Humor hat. Da wäre also noch eine Menge Spiel nach oben gewesen – und wenn wir ihn in der beiliegenden „Nacht des Doktors“ sehen, hätte er aus pfiffigen Dialogen auch wirklich etwas machen können. Wer mehr von ihm und Doktor 8 erfahren möchte, dem bleiben die im Bonusmaterial erwähnten Comics und die britischen Hörbücher.

Deutschland Who

Mit diesem Film nun schließt sich der Kreis des deutschen Doktors. Wir erinnern uns. Mit Sylvester McCoy betrat erstmals ein Doktor die deutschen Fernsehschirme, und da er wohl erfolgreich genug war, reichte man noch das Special „Die fünf Doktoren“ und nach Überspringen diverser Episoden noch den Rest mit Colin Baker nach. Nachdem all dieses auf deutsch vorhandene Material auf DVD erschienen war, fehlte nur noch dieser eine Puzzlestein, um die Lücke zwischen McCoy und Eccleston zu schließen, die letzte deutsch synchronisierte Folge des Doktors. Doch die scheint seinerzeit nicht im Fernsehen gelaufen zu sein. Offenbar war bei Erscheinen das Interesse am Doktor bereits abgeklungen und so wurde sie statt von RTL nun für eine VHS-Auswertung eingedeutscht. Das passierte, wie öfter bei Auskoppelungen für den Videomarkt, in Hamburg, wo man auch vielen Serien von „Magnum“ über „Baywatch“ bis „Knight Rider“ und dem „Sechs-Millionen-Dollar-Mann“ eine deutsche Fassung verpasste. Was für den Doktor bedeutete, dass er erstmals seine Stimme verlor… was schon ein bisschen komisch ist, da alle bis dahin aufgetauchten sieben Doktoren bislang nur von einem einzigen Schauspieler gesprochen worden waren, Michael Schwarzmaier. Doch den holte man nicht für eine VHS-Synchro nach Hamburg und so bekamen alter und neuer Doktor neue Stimmen – und erstmals zwei unterschiedliche!

Innen größer als außen: das Bonusmaterial

Wie üblich gibt es jede Menge Zusatzmaterial inklusive zwei Audiokommentare. Darin findet man eigentlich alle Antworten auf die Frage, was sich in der Geschichte von „Doktor Who“ rund um diesen Film und seine Entstehung so getan hat. Und wie immer sind die Beteiligten dabei so offen und ehrlich, dass es eine Freude ist – was natürlich auch für den Audiokommentar mit McGann und McCoy gilt, die fröhlich aus dem Nähkästchen plaudern.

Who vadis?

Mehr Doktor gibt es nicht… auf deutsch! Jedenfalls bis jetzt. Vom Doktor selbst gibt es noch so viele Folgen, dass man damit ganze Regale füllen könnte – und, in manchen Wohnungen, auch hat! Ob dieses Material nun aber für den deutschen Markt erschlossen wird, ob man es Original mit Untertitel herausbringt oder Geld in eine teure Synchronisation steckt, in Episoden, die teils schon mehr als 50 Jahre alt sind, das muss die Zukunft zeigen. Es gab schon eine kurze Ankündigung, dass der Anfang des Doktors kommen sollte… also wer weiß, vielleicht hat selbst der alte „Doktor Who“ noch eine Zukunft in Deutschland?!

Mit

Paul McGann (Kai-Henrick Möller), Sylvester McCoy (Harald Pages), Eric Roberts (Wolfgang Jürgen), Yee Jee Tso (Christian Stark), Daphne Ashbrook (Ela Nitzsche)

Fazit Who

Alle Episoden von Paul McGann in einer Edition! Anfang und Ende des achten Doktors… wobei die sechsminütige Endepisode besser geschrieben ist und besser aussieht. Nichtsdestotrotz, ein Muss für Wholigans, das in keiner Sammlung fehlen darf, wenn auch eher aus nostalgischen Gründen. Oder als abschreckendes Beispiel dafür, wie „Doktor Who“ wäre, wenn er nicht in England sondern in Amerika produziert werden würde. Ab 31.3.2017 auf DVD und Blu-ray.

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