Neu im Kino: A United Kingdom

Afrikanischer Königsanwärter lernt 1947 in England Britin kennen und lieben, doch Liebe und Heirat werden von vielen Seiten Steine in den Weg gelegt…

Wahre Geschichte

Mal wieder. Eine, die durchaus interessant ist, aber ein wenig zäh daherkommt. Interessant ist, zu sehen, wie gleich mehrere Seiten Einwände gegen die Ehe haben. Bei den Briten ist es die pure Gier nach Macht und Schätzen des afrikanischen Kontinents, die hier ihre Felle schwimmen sehen und ihren Einfluss nicht verlieren wollen. Tatsächlich nachvollziehbar ist allerdings die Seite des Onkels und derzeitigen Halters des Thrones, denn in einem Land, das von Apatheit geprägt ist, wo man im eigenen Land nicht Herrscher über sein eigenes Schicksal ist, kann man verstehen, dass man dem eigenen Volk nicht unbedingt eine weiße Königin vorsetzen möchte. Zudem war es in Adelskreisen schon immer so, dass in Sachen Hochzeit nicht das Herz bestimmend ist, sondern die Zweckehe.

Leider ist der Film selbst nicht ganz so spannend, wie es die Geschichte eigentlich hergeben sollte. So ist der Inhalt denn recht gut, die Art und Weise, wie er verpackt ist, hilft aber nicht unbedingt. Schön ist es allerdings, Jack Davenport von „Coupling“ mal wieder in einer größeren, wenn auch nicht ganz so sympathischen Rolle erleben zu dürfen.

Mit

David Oyelowe, Rosamund Pike, Jack Davenport, Tom Felton

Ab

30.3.2017 im Kino.

Neu im Kino: Die andere Seite der Hoffnung

Ein Mann, der sein altes Geschäft aufgibt, um sein Glück im Restaurantbusiness zu versuchen. Ein Flüchtling, den es nach Finnland verschlagen hat und der eigentlich seine Schwester sucht. Und jede Menge merkwürdige Figuren…

Ein Film von Aki Kaurismäki

Es muss nicht immer schnell sein – und man muss nicht immer reden. Und doch kann es verständlich und unterhaltsam sein, ohne jemals langweilig zu wirken. Mit diesem Film, der in einigen Szenen als Lehrstück für angehende Regisseure herhalten sollte, beweist Kaurismäki beides. Besonders in der ersten Szene des Films, in der man ohne Worte alles versteht, zeigt er, wie es gemacht wird. Dann gibt es noch jede Menge Figuren, die teils so skurril sind wie die Situationen. Und es gibt das schwere Thema Flüchtlinge, das hier ohne Gutmenschentum und anderen aufdringlichen Mist bearbeitet wird. Arschlöcher Schrägstrich Naziwichser gibt es natürlich auch, aber die scheinen ja auch leider irgendwie nicht totzukriegen zu sein. Und irgendwo muss das Konfliktpotential ja auch herkommen.

Die andere Seite des Fazits

Ruhig, langsam, schräg, skurril. Gut gemacht, eine angenehme Mischung aus Dramatik und Humor, niemals aufdringlich, aber auch niemals langweilig. Ab 30. März 2017 im Kino.

Neu im Kino: Die versunkene Stadt Z

Zombies im Amazonas!

Äh…?

Wahre Geschichte!

Was?

Okay, nicht das mit den Zombies. Aber an die muss man ja inzwischen immer denken, wenn irgendwo ein Z im Titel auftaucht. So stehen uns schon bald die Zombie-Varianten von „FenZes“, „Zilence“ und natürlich „zZz – Die Rückkehr des Zander Cage“ ins Haus. Und natürlich „Fifty ShadeZ of Grey“… wobei das möglicherweise jeden dieser Filme aufwerten würde.

Bei der versunkenen Stadt Z geht es nun aber nicht um Zombies, sondern das Ganze basiert scheinbar auf einer wahren Geschichte, was die eine oder andere Fehlentscheidung erklären… könnte? Oder auch nicht.

Abenteuerfilm trifft britischen Standesdünkel

So könnte man das nennen. Schöner wäre gewesen:

Indiana Jones trifft Jane Austen

Wobei damit nicht eine Folge aus der Fernsehserie über die Abenteuer des jungen Indiana Jones (oder des Jungen Indiana Jones) gemeint ist, sondern ein Filmkonzept, aber leider trifft der Film das eben auch nicht so ganz. Zwischenzeitlich denkt man, das hätte ein schöner Abenteuerfilm sein können, aber dann wird wieder viel Zeit von der zu langen Laufzeit von 141 Minuten mit anderen Dingen verschwendet und so ist das Endergebnis nicht so befriedigend oder erfüllend, wie man es sich erhofft hätte.

Soldat soll Landvermessung im Amazonasgebiet machen und findet Spuren einer sagenhaften Stadt, so dass er andere Leute zu weiteren Expeditionen überreden möchte…

Da ist ein bisschen Abenteuer drin, entdecken fremder Völker, die Oper im Dschungel, die an „Fitzcarraldo“ erinnert, ein paar sehr nette Elemente. Aber dann treffen Film, Buch und/oder Wirklichkeit ein paar Entscheidungen, die nicht so ganz nachvollziehbar sind. Dass der Heimkehrer am Anfang siegreich ist, wird durch den Film leider nicht erklärt, man denkt zunächst, es ist, weil er Hinweise auf die verlorene (von ihm völlig idiotisch als Z bezeichnete) Stadt gefunden hat, aber die anschließende Diskussion darüber, zeigt, dass dem nicht so ist – und wenn er seine landvermessene Aufgabe tatsächlich erfüllt hat, sagt uns der Film das nicht. Dann hat man bei einer anderen Expedition die Stadt eigentlich so gut wie gefunden – aber weil es regnet kehrt man um und fährt stantepede zurück nach England??? Gut, das ist jetzt überspitzt ausgedrückt, aber warum man direkt die komplette und vom Amazonas gesehen auch sehr lange Heimreise antritt, anstatt sich einfach neue Verpflegung zu besorgen und weiterzumachen, erschließt sich einem eher so überhaupt nicht. Dafür macht Robert Pattinson seine Sache recht gut, während Charlie Hunnam, der hier wie eine Mischung aus Daniel Craig und Brad Pitt (der auch produzierte, also kann das ein Zufall sein) daherkommt, keinen Mittelweg zwischen Schreien und Flüstern gefunden zu haben scheint.

Mit

Charlie Hunnam, Sienna Miller, Robert Pattinson, Tom Holland, Ian McDiamid, Franco Nero

Das versunkene Fa Z it

Hätte ein schöner Abenteuerfilm mit britischem Jahrhunderwendetouch sein können, doch Abzüge in der Struktur und die eine bis andere Länge schmälern den Genuss am Endergebnis leider ein wenig. Ab 30. März 2017 im Kino.

Neu im Kino: Zazy

Junges Mädchen will hoch hinaus und bedrängt Frau eines Fernsehmoderators mit Wissen über sie. Der sorgt dafür, dass sie an einem Casting teilnehmen darf. Und dann ist da noch ihr Freund, der nicht unbedingt der freundlichste Geselle ist…

Psychisch, thrillig

Es fängt ruhig an, hat aber seine Psychomomente. Schön ist, dass sich der Film nicht immer so entwickelt, wie man es vorhersehen würden. Das hält ihn, trotz einiger Längen, immer interessant. Auch ist das Mädchen nicht die Starke, nicht die Erpresserin, da da immer noch ihr Psycho-Freund mit hineinspielt, der die eigentliche Kraft hinter ihr zu sein scheint. So entwickelt sich ein spannender Film.

Man muss sogar so weit gehen, deutschen Schauspielern ein Kompliment für ihre Arbeit zu machen. Ruby O. Fee funktioniert sehr gut als wankelmütiges Mädchen, in dem aber vielleicht mehr steckt. Höhepunkt ist dabei eine kleine Szene, in der sie bei der reichen Frau vorstellig wird, nachdem ihr Freund sie verlassen hat. Nur ein klitzekleiner Moment, in dem sie eine Menge zeigen kann. Also gut aufpassen. Paul Boche, der ihren arschlöcherigen Freund spielt, scheint direkt von der „Kinski School of Acting“ zu kommen, denn ab einem gewissen Punkt klingt er perfekt wie der viel zu früh verstorbene (Selbst)Darsteller. Das geht einem irgendwann so sehr auf den Nerv, dass man ihm den Tod wünscht – also macht er seine Aufgabe perfekt.

Mit

Ruby O. Fee, Paul Boche, Petra van de Voort, Philippe Brenninkmeyer – Regie: M.X. Oberg

Fazi

Auch wenn man hier und da ein wenig straffen könnte, ist es ein spannender Film mit guten Darstellern und einer Handlung geworden, bei der man nie so genau weiß, wo sie einen hinführen wird. Ab 30. März 2017 im Kino.

Neu auf DVD: Affenkönig

Wir alle kennen die Geschichte von King Kong, dem berühmtesten Affen der Filmgeschichte, seine Entdeckung durch einen ehrgeizigen Filmemacher, sein Debüt auf dem Broadway, Talkshows, Drogen, leichte Mädchen und eine rasante Abwärtsfahrt, die in einem Selbstmordversuch auf dem Empire State Building endet. Dieser Film nun bringt uns die lang erwartete Vorgeschichte. Wie war Kong, bevor er König wurde? Wir erleben ihn in der Schule, wo er von anderen Affen gehänselt wird, ausgegrenzt, wir erleben seine Vorliebe für kleine, blonde Eingeboreninnen, wir sind dabei, wie er Ballettunterricht nimmt, denn sein größter Traum ist es, einmal in New York am Broadway aufzutreten…

Es ist ein Film, der zu Herzen geht. Voll emotionaler Momente, in denen wir das Gefühl haben, dass die Tiere viel menschlicher sind als wir Menschen selbst. Die Geschichte ist angefüllt mit wunderbaren Szenen, die einen vor Ergriffenheit erstarren lassen, aber auch mit genügend Humor, um uns durch die tragischen Momente, wenn Kongs Mutter von einem Affenbrotbaum erschlagen wird, zum Beispiel, zu bringen. Eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Leider, und das muss man an dieser Stelle leider zugeben, ist das nicht der Film, der sich hinter dem Titel „Affenkönig“ verbirgt – aber wenn man schon an einem Film selbst keinen Spaß hat, dann sollte man ihn wenigstens bei der Besprechung haben.

Affenzauber

Drei Typen aus Deutschland fahren ihren alten Kumpel in der Provence besuchen, denn der hat Geburtstag und sie haben ihn seit 20 Jahren nicht mehr gesehen. Musiker, Alkohol, Drogen, eine schwangere Frau und vier Drehbuchautoren – kann dabei etwas schief gehen? Nun, kann dabei etwas gut gehen, wäre die ehrlichere Frage, und dieser Film könnte einem eine Antwort darauf geben. Doch leider sind all die Dinge, die sich das Schreiberlingquartett möglicherweise als Plottwists vorgestellt hat, genauso vorhersehbar wie eigentlich alle Figuren irgendwie unsympathisch sind. Wenn man sich mit niemandem identifizieren kann oder will, ist es natürlich nicht einfach, der ganzen Sache irgendetwas abzugewinnen. Und so fragt man sich die ganze Zeit, was man anschließend über diesen weder spannenden noch lustigen Film, der genauso witzig ist wie eine deutsche Komödie (also gar nicht), demnach also wahrscheinlich eine sein soll, sich vielleicht aber doch selbst als tiefergehendes Sozialdrogentypenindiejahregekommentreffensichwiederselbstfindungsdrama sieht, schreiben soll… und wünscht sich, man hätte King Kong in der Abendschule gesehen, wo er sein Diplom als Schlosser nachmacht, um dann, für alle überraschend, während einer Show in New York seine Ketten zu öffnen und der Welt zu zeigen, dass er den Rekord im Gebäudeklettern hält – bis in „King Kongs Schwippschwager“ später sein Nachfahre die Petrona Towers in Kuala Lumpur besteigt… aber das ist eine andere andere Geschichte, die uns dieser Film hier nicht erzählt. Wer aber von dem hier geschriebenen nicht abgeschreckt ist und wer mit Trauer sehen möchte, dass der doch eigentlich recht gute Oliver Korritke inzwischen nur noch irgendwelchen Murks zu drehen scheint, der kann das ab 28.3.2017 auf DVD und Blu-ray gerne ausprobieren.

Neu auf DVD: John Carney Edition

3 Filme, jede Menge Musik!

Once“

Irischer Straßenmusiker trifft Musikerin und zwischen den beiden entwickelt sich etwas, zumindest musikalisch…

Statt „Liebe geht durch den Magen“ könnte man sagen „Liebe geht durch die Ohren“. Nett ist, wie wir auch aus einem der Audiokommentare erfahren, wie man eine an sich nicht so spannende Szene durch eine Musikimprovisation interessant gestalten kann und damit einiges an Informationen transportiert bekommt, ohne dass es dem Zuschauer zu sehr auffällt. Es geht um Liebe, enttäuschte Liebe, Enttäuschung, Trennung und natürlich die Musik, die aus solchen Tiefschlägen des Lebens entstehen kann.

Der Film wirkt fast ein wenig wie eine Dokumentation – und in klassischer Musicalmanier kommt er auch mehr oder weniger nur mit einer Melodie aus. Jedenfalls kommt es einem so vor, was ab und an ein bisschen anstrengend werden kann.

Sobald ich erstmal…

Eine sehr schöne Ergänzung ist der Audiokommentar mit Regisseur Carney und seinen beiden Hauptdarstellern. Denn dort – und nicht unbedingt (oder überhaupt) im Film – erfährt man, was der Titel „Once“ eigentlich bedeutet. Wie üblich in einem solchen Fall ist es ein bisschen schade, dass einem nicht der Film diese Dinge sagt, denn manchmal wird einem durch ein solches Detail auf einmal alles klar.

Mit

Glen Hansard (Jacques Breuer), Bill Hodnett (Norbert Gastell)

Can a Song safe your Life?”

Heruntergekommener Musikproduzent trifft begabte Songwriterin und möchte mit ihr arbeiten…

Es geht um Liebe, enttäuschte Liebe, Enttäuschung, Trennung und natürlich die Musik, die aus solchen Tiefschlägen des Lebens entstehen kann… Moment wo haben wir das schon mal gelesen?

Auch wenn sich einige Themen wiederzufinden scheinen, stellt dies einen enormen Quantensprung zum ersten Film dar. Schön strukturiert, besonders zu Beginn, gut geschrieben, super besetzt, toll gespielt. Ist der erste Film noch sehr einfach und zurückhaltend in allen Aspekten, gibt es hier eine komplette Steigerung, auch, was die Interessantheit der Geschichte angeht. Durch die vielen Personen wird auch die Handlung umfangreicher und vielschichtiger als der geradlinig erzählte erste Film mit überschaubarer Story. Er ist, wie wir im Making-of erfahren, ein Liebesbrief an New York – wobei er eigentlich eher ein Liebeslied an New York ist.

Musik ist unser Leben

In diesem Film tauchen wir tiefer in die Musikszene ein, in diesem Aspekt bleibt sich Autor und Regisseur John Carney also treu. Musik ist und bleibt der gesungen rote Faden, der sich durch den Film zieht und ihn von anderen Filmen abhebt. Hier wird er überdies aber getragen von der Besetzung. Besonders Keira Kneightley und Mark Ruffalo bieten dabei ein wunderbares Zusammenspiel. Gerade letzterer neigt dazu, die Filme, in denen er mitmacht, durch seine Anwesenheit zu veredeln und auch hier scheint ihm das Spielen genauso Spaß zu machen, wie es Spaß macht, ihm dabei zuzusehen.

Mit

Keira Knightley (Dascha Lehmann), Mark Ruffalo (Norman Matt), Catherine Keener (Anke Reitzenstein), Hailee Steinfeld (Jamie Lee Blank), Adam Levine (Leonhard Mahlich), Mos Def (Björn Schalla), James Corden (Julien Haggége)

Sing Street“

Irischer Junge gründet in den 80ern eine Band, um angebetetes Mädchen zu beeindrucken…

Es geht um Liebe, enttäuschte Liebe, Enttäuschung, Trennung und natürlich die Musik, die aus solchen Tiefschlägen des Lebens entstehen kann

Wobei die Trennung diesmal eher in einer anderen Generation stattfindet. Aber wenn wir das als die Themen von John Carney ansehen wollen, dann sind sie irgendwo doch vertreten. Ein bisschen ist der Film eine Mischung aus den ersten beiden, quasi die Richtung des ersten Films mit den Mitteln des zweiten erzählt, nur in die 80er Jahre verlegt, wo es eine starke Mischung von echten Songs aus der Zeit und für den Film erfundenen gibt. Das Ganze beginnt als Komödie und wandelt sich später in einen Liebesfilm. Die Lieder werden weniger verwendet, um die Handlung zu erzählen, als vielmehr, um sie zu kommentieren. Und das ist ausgesprochen gut gelungen.

Musik von Herzen

Auch wenn der Vorgänger der hollywoodigste weil starlastigste Film ist, so ist es vielleicht dieser, der das Herz am rechtesten Fleck hat. Der Eindruck mag sich einem aber auch deshalb aufdrängen, weil Carney im Zusatzmaterial sagt, dass er mit diesem Film in gewisser Weise eine Jugendphantasie umgesetzt hat. Diese Aussage kann man nicht überhören oder vergessen, denn das Bonuszeugs ist ausgesprochen redundant und wiederholend, so dass man ein paar ausgewählte Zitate, sowohl von ihm als auch aus dem Film, wieder und wieder vorgesetzt bekommt, was anstrengend und eher nervig als hilfreich ist. Nichtsdestotrotz erzählt der Film eine schöne Geschichte auf schöne Weise und bietet gleichzeitig eine Verbeugung vor der Musik der 80er Jahre – so furchtbar die auch war!

Mit

Jack Raynor (Leonhard Mahlich), Aidan Gillen (Alexander Brem), Kelly Thornton (Melinda Rachfahl)

John Fazit Edition

Musik nutzen, um eine Geschichte zu erzählen, Musik zum festen Bestandteil einer Geschichte machen, Musik und Film als gleichberechtigte Partner innerhalb einer Erzählung. Das macht diese Werke von John Carney aus und hebt ihn damit von vielen anderen Filmemachern ab. Er hat einen eigenen Stil und man kann hier mit drei seiner Filme eine schöne Entwicklung erkennen. Ab 23.3.2017 auf DVD und Blu-ray.

Neu im Kino: Power Rangers

Fünf amerikanische Jugendliche, die alle Farben des Spektrums abdecken (womit man sich auch einmal mehr an den asiatischen Markt anbiedert) werden zu Power Rangers, um die Welt vor einer Gefahr in Form von Elisabeth Banks zu retten…

Entstehungsgeschichte

Das sei hier direkt gesagt, die titularen Power Rangers tauchen erst ganz am Ende, zur (langweiligen) Endschlacht auf, denn es geht in dem Film darum, wie aus einer Gruppe Außenseiter die Ranger werden. Wer also die Helden in farblich abgestimmten Kampfanzügen in Aktion sehen möchte, der muss bis zum zweiten Teil warten… den es aber nur geben wird, wenn genug in den ersten gehen, so ist das nun mal.

Ich habe die Power Rangers nie gemocht!

Was wahrscheinlich der Grund dafür ist, dass ich mit diesem Film durchaus leben konnte – denn sie kommen halt so gut wie gar nicht drin vor. Der Rest ist eine Entstehungsgeschichte, wie man sie auch schon zigmal gesehen hat, Außenseiter, Ausgestoßene, Training, Selbstfindung – und dann erst Kampf. Da ist nicht wirklich viel neues dabei – aber es tut auch nicht so weh wie erwartet. Und das ist ja schon mal was heutzutage.

Power Fazit

Freunde der Reihe werden möglicherweise enttäuscht sein, weil ihre alten Helden erst gegen Ende auftauchen. Aber dafür erfahren sie, wie sie dazu geworden sind… wenn sie das denn wollen. Ab 23. März 2017 im Kino.

Neu auf DVD: Bedeviled – Das Böse geht online

Jugendliche haben eine Killer-App, die sie einen nach der anderen umbringt…

beDEVILed

Klingt besser als es ist. Killer-App, das wär n schönes Thema gewesen, aber dafür hätte man es konsequent durchziehen müssen. Die Tode hätten stets in Verbindung mit dem Handy stattfinden müssen, aber wenn König Demon aus seinem Festnetz herauskommen und in der Wirklichkeit Halluzinationen erschaffen kann, dann wird das Ganze ein wenig wahllos und nichtig.

Be Devil Ed…?

Hinzu kommt, dass man mit ein wenig Nachdenken möglicherweise schnell eine Lösung für das Problem gefunden hätte. Zum Beispiel das Handy einfach ausschalten. Oder n neues kaufen, auf dem die App nicht drauf ist. Aber das wäre denn ja wohl zu einfach, also labert man in Anwesenheit des Smartphones, das einmal mehr smarter ist als seine Besitzer, über die geheimen Ängste, die man so hat, obwohl man genau weiß, dass die stets mithörende App sich genau diese Ängste zum Umbringen aussucht. Kluger Schachzug, Leute, sterbt wohl!

beFAZITed

Tja, eigentlich braucht man nicht viel mehr dazu zu schreiben. Wenn man eine Art Grundidee hat, dann sollte man sie konsequent verfolgen und sich nicht der Austauschbarkeit preisgeben, z.B. indem die App bei Facebook Sachen postet oder einfach mal was Teures im Internet bestellt. Das ist zwar in klitzekleinen Ansätzen drin, aber nicht genug, um das Thema zu rechtfertigen. Es gibt zwar ein paar nette Gänsehautstellen, aber die sind bei der Lauflänge dann doch ein wenig rar gesät. Ab 24.3.2017 auf DVD und Blu-ray… oder ladet ihn euch doch einfach auf euer Smartphone runter!

Neu im Kino: Life

Weltraumreisende finden eine außerirdische Lebensform, die beginnt, einen nach dem anderen von ihnen umzubringen…

Idiots in Space… again!

Klingt wie ein billiges Rip-off von „Alien“, ist aber ein teures Rip-off von „Alien“. Genau genommen verbindet es grob die Handlung von „Alien“ mit den Idioten von „Prometheus“ und der Schwerelosigkeit von „Gravitiy“. Hätte man also auch „Progralien“ nennen können, wäre ehrlicher gewesen. Die Handlung spielt auf der ISS, also der Raumstation des IS… nein, der Internationalen Raumstation und es beginnt mit einem sehr langen Kameratake, aber um das Visuelle muss man sich ja keine Gedanken machen, eher um die Handlungen der Beteiligten. Denn die sind mal wieder so strunzdumm, dass man sich fragt, wie die überhaupt Astronauten werden konnten. Sollten wir dem Mix also noch einen Schuss „Idiocracy“ hinzufügen? Nun, erklären würde das eine ganze Menge.

Wie dem auch sei, sie nehmen etwas an Bord und statt direkt mal in medias res zu gehen, zieht sich das ganze mit dem hin, was die Macher wahrscheinlich als Charaktervorstellung gesehen haben, so dass einem hinterher nicht egal ist, wenn die alle kaltgemacht werden – eine Rechung, die leider nicht aufgeht. Zumal das Ding weit intelligenter ist, als alle beteiligten Menschen – also hätte das vielleicht das Drehbuch schreiben sollen? Jedenfalls macht man ab einem gewissen Punkt so ziemlich das Gegenteil von dem, was ein vernünftiger Mensch tun würde, was ein bisschen die Freude an der Sache nimmt. Ganz ehrlich, wenn das Ding stundenlang draußen im Weltraum rumjuckelt, dann ist die Schlussfolgerung, dass Sauerstoffmangel ihm vielleicht was antun könnte, eher schwachsinnig.

Mit

Jake Gyllenhaal, Ryan Reynolds, Rebecca Ferguson

Fazit

Alien“ macht das alles viel besser, wenn auch weniger blutig. Obwohl… wenigstens legen sie ein ausgesprochen befriedigendes Ende hin. Aber ob das den Film vorher rechtfertigt? Ab 23.3.2017 im Kino.

Neu im Kino: Der Himmel wird warten

Ein Mädchen, das von Terroristen angeworben wurde und das Leben danach. Ein Mädchen, das von Terroristen angeworben wird. Und eine

Mutter, deren Tochter von Terroristen angeworben wurde…

Verführung

Der französische Spielfilm zeigt uns erschreckend realistisch und realistisch erschreckend, wie junge Mädchen für die Sache des Terrors angeworben werden. Wir erleben die Verführung einer jungen Frau, den Umgang mit ihr, wie sie von einer Art islamistischem „Romeo-Agenten“ manipuliert und systematisch auf den von ihm gewollten Weg gebracht wird. Das ist sehr spannend, zu sehen, wie sich das Mädchen verändert, welche Knöpfe er bei ihr drückt und wie er mit ihr umgeht.

Entzauberung

Dann haben wir das Mädchen, bei dem all das schon passiert ist und bei dem nun eine Art Rückumerziehung oder Deprogrammierung stattfinden muss. Das Verhalten von Eltern und Verwandten – auch das sehr glaubwürdig.

Entsetzen

Und die Mutter, die ihrer Tochter hinterher reisen will, um sie da wieder herauszuholen.

Terror

Das ist das einzige Element, das man stärker hätte herausarbeiten können. Es wird zwar angedeutet, was aus den Mädchen wird, aber es wird nicht gezeigt. Da wir den Weg sehen, wie man jemanden zum Terror hin manipuliert, wäre vielleicht auch noch sinnvoll gewesen, zu zeigen, zu was genau diese Mädchen dort missbraucht werden, um die Verführung durch einen aufrechten Prinzen aus dem Fernen Osten noch mehr zu entzaubern und das Schicksal solcher Mädchen in seiner knallharten Brutalität zu zeigen.

Fazit

Leider ist der Film am Anfang ein wenig zerrissen und braucht ein wenig, aber irgendwann hat er einen dann in seinen Bann gezogen und ist spannend bis zum Schluss. Sollte man gefährdeten, verführbaren jungen Mädchen zeigen – und hoffen, dass sie auf Betrüger wie die im Film nicht hereinfallen. Ab 23.3.2017 im Kino.