Neu auf DVD: The Young Pope – Staffel 1

Junger Amerikaner wird Papst…

Erwartungshaltung

Es ist nicht ganz das, was man erwartet. Und das hält es interessant. Denn man würde denken, es folgt eine harsche Abrechnung mit dem Vatikan, Kindesmissbrauch durch Priester und eingestaubten Ansichten der Katholischen Kirche, die es langsam mal zu verändern gelte. Man würde meinen, wir hätten einen jungen Papst mit jungen Ansichten, der jetzt mal gründlich aufräumt und das Christentum mit neuer Offenheit füllt – doch das ist „The Young Pope“ nicht.

Natürlich gibt es Erwartungen, die nicht enttäuscht werden. Ein junger Papst, der sich nicht kontrollieren lässt und gegen den altgediente Kirchenherren intrigieren – doch auch das wird nicht so sehr ausgespielt, wie es manch andere Serie getan hätte.

So bleibt es immer frisch und überraschend, da Papst Pius XIII. nicht nur die Erwartungen durchbricht, die man in der Welt der Serie an ihn stellt, sondern auch die des Zuschauers. Er hat etwas vor mit der Kirche, einen Weg, einen Plan, ihr wieder Bedeutung zu geben. Und auch wenn er unkonventionell ist – und ein Geheimnis hat – so ist er doch nicht der Papst, der die Kirche abschaffen oder ruinieren möchte.

Visuell

Es gibt eine Handlung mit vielen Figuren, diversen Handlungssträngen und auch einigen Rückblicken, denn dieser Papst ist ein Suchender. Ob es die Suche nach Gott oder die nach anderen Personen, die ihm wichtig sind, ist, muss jeder selbst herausfinden, aber sie spielt bis zum Ende eine große Rolle.

Umgesetzt ist das ganze mit einer sehr guten Regie und schönen Bildern. Fast schon wie ein Deckengemälde im Petersdom ist das, was uns die Kamera hier zeigt – wenn auch in bewegter Form. Die Serie bietet also nicht nur eine interessante Geschichte, sondern auch was fürs Auge.

Und damit sind nicht nur die Darsteller gemeint. Die frühere Partnerin von Woody Allen ist mit dabei, Diane Keaton, die hier zum Glauben gefunden hat. James Cromwell, der nicht nur „Ein Schweinchen namens Babe“ betreut hat, sondern auch Ehemann der „Queen“ war, in dem hervorragenden „L.A. Confidential“ ermittelte und die erste Person ist, die in diesem Franchise die Worte „Star Trek“ sagen durfte (in „Star Trek: Der erste Kontakt“). Er spielt hier den Mann, der Papst sein wollte – was natürlich Konfliktpotential bereitstellt.

Allen voran sei aber Jude Law genannt. Der hat nicht nur ein hübsches Gesicht, er weiß auch, wie man damit umgeht. Bewiesen hat er das ausgiebig in „Dom Hemmingway“, in dem er großartig war, und hier darf er das auch immer wieder zeigen. Denn die Höhepunkte der Serie sind, wenn er mit den Leuten clevere Dialoge führen und zeigen kann, was in ihm steckt. Einfach göttlich!

Bonus

Making-of und Interviews, die uns ein wenig Einblick in die Serie, die Figuren und was die Darsteller über sie denken, geben.

Mit

Jude Law (Florian Halm), Diane Keaton (Traudel Haas), James Cromwell (Jochen Schröder), Silvio Orlando (Martin Umbach), Javier Cámara (Olaf Reichmann), Scott Shpherd (Viktor Neumann), Ludivine Sagnier (Anne Helm), Guy Boyd (Rüdiger Joswig), Sebastian Roché (Mathias Klie), Tony Plana (Lutz Mackensy) – Regie: Paolo Sorrentino

The Young Fazit

Heiliger oder Satan? Vielleicht… beides? Man ist sich nicht sicher. Und auch, wenn er das Licht der Öffentlichkeit meidet – sehenswert ist dieser Papst auf jeden Fall! Ab 31.3.2017 auf DVD und Blu-ray.

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