Neu auf DVD: The Missing – Die komplette erste Staffel

Acht Jahre nachdem ihr Sohn in einem französischen Dorf verschwunden ist, findet der Vater neue Hinweis, mit denen er den Polizisten von damals zu neuen Ermittlungen überzeugen will…

Die Zeit heilt nicht alle Wunden

Im Falle einer Kindesentführung hält sie sie eher offen und streut stetig Salz hinein. Gerade dieser Aspekt ist hier sehr realistisch geschildert, die Hoffnung, das nicht Loslassenkönnen, das Wunschdenken und natürlich die Selbstvorwürfe. Da ist die Ungewissheit, ebenso wie das Verlangen, endlich Klarheit zu bekommen. Wir sehen zwei Seiten, die eine, die eine Besessenheit gepackt hat, die andere, die versucht, ein neues Leben zu beginnen. Aber die Serie geht noch weiter und präsentiert uns nicht nur die Seite der Opfer eines solchen Verbrechens, sondern auch die derer, die man gerne als Schuldige pauschalisiert: die Pädophilen. Und auch das ist ein interessanter Aspekt, den man in dieser Weise sonst wahrscheinlich eher selten geboten bekommt.

Die Handlung spielt größtenteils in zwei Zeitebenen, dem Jahr 2006, als es passiert ist, und 2014, als alles wieder aufkocht. Es ist ein ernstes Thema, aber es ist auch ein spannender Krimi, in dem viele Verdächtige und Theorien auftauchen, kleine Hinweise, die hoffentlich zu einer Antwort führen… doch wie in einem guten Krimi gibt es die erst ganz am Ende. So bleibt „The Missing“ mit seinen vielen Figuren und Fährten spannend bis zum Schluss – und ein wenig schmutzig bleibt es auch, denn das kann und sollte bei einem solchen Thema nicht ausbleiben.

Jekyll und die sieben Zwerge

Eine britische Serie, die größtenteils in Frankreich spielt, da kann man direkt mit einer zweisprachigen Besetzung trumpfen. Und tut es auch. Der Vater wird gespielt von James Nesbitt, der wie üblich ein glaubwürdiges und intensives Spiel bietet. Im eher enttäuschenden „Der Hobbit“ geht er als einer von gefühlt 42 Zwergen eher unter, aber wer ihn in Höchstform erleben möchten, dem sei an dieser Stelle die Serie „Jekyll“ von „Sherlock“-Miterfinder und derzeitigem „Doctor Who“-Chefautor Steven Moffatt empfohlen, in der Nesbitt wahrhaft genüsslich beide Seiten einer Persönlichkeit auslebt. Leider setzt er auch damit für sich selbst die Latte so hoch, dass er sie mangels angemessener Drehbücher wohl nie wieder erreichen kann.

Seine Frau wird gespielt von „Mrs. Selfridge“, Frances O’Connor. Sie schafft es perfekt, eine Frau zu spielen, die erst gebrochen ist, dann aber versucht, mit ihrem Leben klarzukommen und weiterzumachen, ohne dabei unsympathisch oder unglaubwürdig zu wirken.

Als Ermittler hätten wir dann noch einen namhaften Franzosen, wenn auch mit einem schwer zu schreibenden Namen: Tchéky Karyo. Der ist gleichermaßen in französischen wie internationalen Produktionen zu sehen, u.a. in Luc Bessons „Nikita“ und Pierce Brosnans erstem James Bond Film „GoldenEye“… in dem er aber eher verschenkt ist.

Was man, wie man hier sehen kann, beim „Hobbit“ auch über Ken Stott sagen kann. Dort ist er, neben Nesbitt, einer von vielen, aber hier kann er zeigen, dass er eine wirkliche Präsenz hat, die man gerne öfter und in größeren Rollen sehen würde.

Bonus

Zu jeder Folge gibt einen kurzen Episodenkommentar.

Mit

James Nesbitt (Michael Lott). Frances O’Connor (Ulrike Stürzbecher), Tchéky Karyo (Ralph Schicha), Jason Flemyng (Thomas Loibl), Ken Stott (Wolfgang Müller), Arsher Ali (Oliver Scheffel), Said Taghmaoui (Pierre Kiwitt)

Fazit

Schwieriges Thema, spannende Serie. Ein Krimi über ein verschwundenes Kind, in dem es immer wieder kleine Hinweise gibt, die die Spannung bis zum Ende aufrechterhalten. Sehenswert… aber nicht unbedingt für Kinder. Ab 21.4.2017 auf DVD und Blu-ray.

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