Neu im Kino: King Arthur – Legend of the Sword

Nun, wo wollen wir anfangen?

König Artus

Wir erinnern uns, früher wurde nicht alles 1:1 übernommen, die Globalität war noch nicht erfunden und in verschiedenen Ländern hießen Figuren mitunter unterschiedlich. Bilbo Baggins hieß bei uns Bilbo Beutlin, aus dem Shire wurde das Auenland und aus Rivendell Bruchtal. Heute würde das natürlich nicht mehr so gehen, dann wären selbst die biblischen Evangelisten Matthew, Peter, John und Billy Bob, so, wie sie im Original heißen… also im „Original“. Und auch der inzwischen als „King Arthur“ bekannte König der angelnden Sachsen ließ sich bei uns noch als König Artus feiern, was so viel schöner und der Zeit angemessener klingt. Nichts davon trifft auf den hier zu besprechenden Film zu.

Guy Ritchie

Wir erinnern uns, früher hat er mal gute Filme gemacht. Also zwei. Aber da gab es auch noch Videokassetten und Jason Statham war noch kein Actionheini. Und die Filme hatten was Originelles an sich. Aber inzwischen ist das vorbei und Ritchie hat es sich zur Aufgabe gemacht, bekannte Franchises und Namen zu schänden. Ein Sherlock Holmes, der seine Fälle mit den Fäusten statt mit den kleinen grauen Zellen (okay, das ist eine Agatha Christie Anspielung) löst, das ist schon ein krimineller Tiefschlag, also braucht man von King Artie hier auch nicht mehr zu erwarten. Der hat zwar hier und da eine Szene, in der Ritchie ganz nett mit einer Erzählung innerhalb einer Erzählung spielt, aber anders als bei seinen oben noch nicht genannten „Bube, Dame, König, Gras“ und „Snatch“ ist es hier nur Stil, führt aber zu nix. Was man unterm Strich über den ganzen Film sagen könnte – und ich an dieser Stelle auch tue. Man wird mit CGI vollgemüllt, alles sieht künstlich aus und ist zu viel zu viel zu viel. Das nimmt nicht nur ein bisschen den Spaß aus der Sache, sondern eigentlich eher komplett.

Herr der Ringe“ vs. „Game of Thrones“

Wir erinnern uns, der gute Herr Tolkien hat sich von den Sagen und Mythen der Wirklichkeit inspirieren lassen, um mit dem Mittelerde seines Herren der Ringe seine eigenen zu schaffen. Insofern kann man es natürlich als legitim ansehen, dass ein paar Dinge wieder zum Ursprung zurückkehren, sieht doch die Anfangsschlacht so aus, als habe man sie direkt aus der „Rückkehr des Königs“ kopiert, einschließlich Olyphanten. Das Problem, wie ich schon andeutete, ist nur, dass man sich bei HdR Mühe gegeben hat, das ganze irgendwie echt aussehen zu lassen, während sich hier ein Gefühl von Echtheit erst bei den Schriftzügen des Nachspanns einstellt. Und auch „Game of Thrones“, mit dem sich der Film ebenfalls vergleichen lassen muss, macht das rein visuell viel besser – und von der Geschichte her sowieso. Denn wenn es hier mal eine gäbe, wäre das schon schön gewesen, aber statt stringent den Pilotfilm zu King Arthur und seiner Sitzgruppe am runden Tisch (ist in der deutschen Fassung bestimmt keine „Tafel“ mehr, weil das keiner kennt, sondern „King Arthur und die Tischrunde“, was wie ein Rollenspielabend mit Arthur und seinen Freunden klingt, fragt sich also, was man aus dem Heiligen Gral macht, den Becher des Ewigen Lebens… oder so was? Google Glas? Ja, das klingt angemessen, denn auch rein sprachlich ist dieser Film moderner, als es die Geschichte zulassen würde, aber das soll ja bestimmt cool sein – ach ja, und Charlie Hunnam kann noch immer keinen Film tragen… und nichtmal Jude Law ist gut. Ach, seufz!) bekommt man ein Effektgewitter mit Mythologieansätzen, inklusive Schwert im Arsch (kein Witz… mehr oder weniger), das eher langweilig und uninteressant daherkommt, aber wen all so was nicht stört und wer gerne einen Haufen Effekte ohne eine sie wirklich rechtfertigende Handlung hat, der kann sich ab 11. Mai 2017 im Kino davon vollrieseln lassen.

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2 Gedanken zu “Neu im Kino: King Arthur – Legend of the Sword

  1. Pingback: Kritik: King Arthur – Wo gibt es sonst so coole Schnitte? – filmexe

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