Neu im Kino: Alien: Covenant

Ein Raumschiff voller tiefschlafender Siedler fängt eine Botschaft auf, die von Menschen zu kommen scheint, und ändert den Kurs, um der Sache nachzugehen…

ALEIN… ALIEN!

Wir wissen, wie das ausgeht. Denn dies ist nicht „Terrence Malicks Alien“, in dem wir keine Geschichte haben, aber das Alien uns dumpf auf dem Off mit irgendwelchen Banalitäten zuquatscht. Natürlich schrauben wir nach der intellektuellen Bankrotterklärung „Prometheus“ unsere Erwartungshaltung erstmal ein bisschen runter, denn, machen wir uns nichts vor, so gut wie die ersten beiden Filme der Reihe wird es wahrscheinlich eh nie mehr werden, denn beide haben die Standards ziemlich hoch gesetzt, zumal oder gerade weil sie ziemlich unterschiedlich sind. Der erste ist eine Art Horrorfilm im Weltraum, der zweite ein Kriegshorroractionfilm, beide sind gut, beide sind spannend. Interessanterweise verbindet „Alien: Convenient“ vieles aus beiden Filmen miteinander. Einiges vom Look und der Einrichtung erinnert an Ridley Scotts ersten Teil, die kleine Crew, das Deck mit den Terraforminggeräten. Dann geht es in die Fortsetzung über, wenn die Besatzung runter auf den Planeten geht und dort die Dinge aus dem Ruder zu laufen beginnen, nur, dass man diesmal auch ein paar Leute an Bord des Mutterschiffs lässt. So gesehen orientiert man sich am Besten der Reihe…

Proletheus

und bügelt sogar ein paar Dinge aus dem schlechtesten der Reihe aus. Dies ist eine ziemlich direkte Fortsetzung von „Prometheus“ und dankenswerterweise werden ein paar Antworten gegeben. Sogar Guy Pierce in jung taucht auf, was dessen muppetmäßigen Auftritt im Vorgänger fast rehabilitiert. Wir erfahren, was nach dem letzten Film passiert ist – und wir erfahren leider auch, wie unsere geliebten Facehugger entstanden sind. Da macht Ridley Scott eigentlich den gleichen Fehler wie George Lucas, denn uns ist letztlich scheißegal, wie Darth Vader als Kind war, er ist böse und gut – und ebenso wenig müssen wir wissen, wie die Aliens entstanden sind, denn das ist einfach eine Rasse, die sich so vermehrt, wie sie das eben tut, also warum muss man dann krampfhaft eine Erklärung dafür herbeireden, warum die Klingonen in der Fernsehserie anders aussehen als im Kino… falls Sie verstehen, worauf ich hinauswill?

Hinzu kommt, dass gewisse Dinge dann beim näheren Hinsehen nicht zusammenpassen. Im ersten Teil hat das alles noch etwas gedauert, John Hurt wurde vom Hugger abgeknutscht, der hat sich Zeit gelassen, und mit Zunge, dann fällt er irgendwann ab, Hurt schläft noch n bissken, dann gibt’s die Zigarette danach und Frühstück und erst dann bricht es aus ihm heraus… heutzutage gibt’s kein Vorspiel mehr, alles geht in Windeseile, nichtmal kuscheln hinterher, und Freund Alien ist größer und stärker, als hätte er heimlich Steroide genommen. Da das hier vor „Alien“ spielt, passt das dann nicht so ganz.

Mit

Michael Fassbender (Norman Matt), Billy Crudup (Peter Flechtner), Danny McBride (Michael Iwannek), Guy Pierce (Philipp Moog) – Regie: Ridley Scott

Alien: Fazinant

Es ist ein blutiger Horrorfilm, durchaus spannend, weit blutiger als die anderen, Michael Fassbender, der gegen sich selbst anspielen kann, ist großartig und es ist immer schön, wenn man Jerry Goldsmiths wunderbares „Alien“-Thema auf der großen Leinwand… hören kann. Der Film ist nicht ärgerlich und weit besser als der Vorgänger, aber letztlich auch nicht der beste der Reihe. Nicht ganz verständlich ist auch, warum man ein bewährtes Schema aufgebrochen hat, denn nach Ash, Bishop, Cal und David hätte der Android doch eher Edgar heißen müssen als Walter, oder? Ab 18. Mai 2017 im Kino.

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Ein Gedanke zu “Neu im Kino: Alien: Covenant

  1. Pingback: Kritik: Alien: Covenant – filmexe

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