Neu auf DVD: The Good Wife – Staffel 7

Gerichtsverhandlungen, Wahlkampf und Intrigen innerhalb einer Kanzlei – Willkommen zur letzten Staffel von „The Good Wife“.

Anfang

Die Staffel beginnt großartig und es macht mich ein wenig traurig, erst jetzt, nachdem ich sie zuende geschaut habe, darüber zu schreiben, denn… ein wenig ist die Freude raus. Aus mehreren Gründen. Zu denen wir noch kommen werden.

Aber zunächst einmal ist alles großartig und es drängt sich einem beim Schauen der Folgen immer wieder das Wort

Phantastisch!!!

auf, weil es einfach wunderbar geschrieben ist und man seine helle Freude daran haben kann, wenn intelligente Menschen intelligente Dinge tun. Von diesem Standpunkt aus also nicht nur eine der besten Anwaltsserien überhaupt, sondern

eine der besten Serien überhaupt!

Jeder hat schon einmal von „Game of Thrones“ gehört, aber wer bitte kennt „The Good Wife“? Diese Serie verdient definitiv mehr Aufmerksamkeit, denn sie gehört zum Besten, was in den letzten Jahren fürs Fernsehen produziert wurde und auch wenn sie dort vielleicht ein wenig übersehen wurde, so hat man jetzt, da sie vollständig auf DVD vorliegt, die Möglichkeit, sie zu sehen statt sie zu übersehen.

Herrlich clever geschrieben!

Man kann sie einfach nicht genug preisen – auch wenn wir uns gleich leider ein wenig davon verabschieden müssen. Aber vorher können wir noch sagen, dass sie gleichermaßen großartige Schauspieler wie Figuren hat. Archie Panjabi, die toughe Detektivin, hat die Serie inzwischen verlassen, was gewissermaßen durch zwei neue Figuren aufgefangen wird, von denen eine ein Ermittler und die andere ebenfalls eine britische Frau ist, die eine Amerikanerin spielt. Da es heißt „Ladies first“ fangen wir mit dem neuen Detektiv an, der von Jeffrey Dean Morgan gespielt wird. Eine tolle Wahl, denn der Mann hat gleichermaßen Charme wie Charisma (also die zwei großen Ch des Showbusiness) und sollte schon länger auf gute Rollen besetzt werden, da er als Bruce Waynes Vater in „Batman Vucks Superman“ mehr als verschwendet ist. Hier ist er das nicht und stellt eine glorreiche Bereicherung dar. Ebenso wie Cush Jumbo, die den Anteil der Vertrauten von Alicia Florrick übernimmt, den einst Panjabi hatte. Wie diese stammt sie aus dem Engeland, wo sie vor allem durch die dritte Staffel des „Doctor Who“-Ablegers „Torchwood“ aufgefallen ist. Sie tritt ein in die lange Reihe intelligenter und starker Frauen, die „The Good Wife“ zu bieten hat.

Was die Stammbesetzung angeht, so ist es immer ein Vergnügen, Alan Cumming zu sehen – und ein ganz besonderes, dass man Michael J. Fox trotz seiner Krankheit nicht ausgrenzt und nie mehr besetzt, sondern eben diese zu seiner Stärke macht und derart damit spielt, dass man sein Mitleid mit ihm verliert. Allein dafür würde die Serie eine Auszeichnung verdienen.

Ende

Womit wir beim schwierigen Teil angekommen wären. So wunderbar die Dialoge und so brillant die Fälle auch sind, ein bisschen schlingert die Serie dann doch irgendwann wieder in ihre Klischees. Dass es einen Wahlkampf gibt ist eine Sache, dass aber auch die ständigen Rangeleien und Machtkämpfe innerhalb einer Kanzlei nicht aufhören, ist dann doch ein wenig anstrengend und Carey Argos sagt irgendwann ganz zurecht, dass das nicht so seine Sache ist.

Schön ist, dass Alicia irgendwann das tut, was sie eigentlich schon in der ersten Staffel hätte tun sollen, aber ein paar der roten Fäden werden am Schluss nicht so richtig verknüpft und wer sich ein gutes Ende mit angemessenem Abschluss erhofft, der wird hier leider enttäuscht werden. Zwar erfahren wir im Zusatzmaterial, dass sich hier ein Kreis schließt, aber Befriedigung sieht anders aus – und nach einer so großartigen Serie ist ein nicht ganz so befriedigendes Finale dann doch irgendwie schade.

Zukunft

Aber auch wenn dies das Finale ist, so ist es noch nicht das Ende, denn inzwischen gibt es einen Ableger namens „The Good Fight“, in dem ein paar der Figuren ihre Arbeit weiterführen. Mal sehen, ob es das irgendwann bis zu uns schafft.

Bonus

Interessante Making-ofs, in denen auch auf die Entstehung der hervorragenden Musik eingegangen wird.

Mit

Julianna Margulies (Anke Reitzenstein), Cush Jumbo (Anne Düe), Chris Noth (Tom Vogt), Matt Czuchry (Dominik Auer), Christine Baranski (Liane Rudolph), Alan Cumming (Viktor Neumann), Makenzie Vega (Lisa May-Mitsching), Zach Grenier (Andreas W. Schmidt), Peter Gallagher (Hans-Jürgen Dittberner), Christopher McDonald (Ronald Nitschke), Jerry Adler (Rüdiger Evers), Stockard Channing (Marianne Gross), Margo Martindale (Almut Zydra), Kurt Fuller (Bernd Rumpf), Amy Irving (Karin Grüger), Saul Rubinek (Frank Ciazynski), Mary Beth Peil (Gertie Honeck), Sarah Steele (Nadine Zaddam), Matthew Lillard (Jaron Löwenberg), Patrick Breen (Klaus-Peter Grap), Will Patton (Lutz Mackensy), Carrie Preston (Christin Marquitan), Dallas Roberts (Markus Pfeiffer), Denis O’Hare (Uwe Büschken), Gary Cole (Joachim Tennstedt), Josh Charles (Peter Lontzek), Jeffrey Dean Morgan (Charles Rettinghaus) und Michael J. Fox (Sven Hasper)

The Very Good Fazit

Eine phantastische Serie, die besonders zu Anfang der Staffel beim Schauen noch richtig glücklich macht, aber dann leider nicht ganz so befriedigend endet, wie es Figuren und Zuschauer verdient hätten. Ab 25. Mai 2017 auf DVD und Blu-ray von Universal Pictures.

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