Neu auf DVD: Hacksaw Ridge – Die Entscheidung

Junger Mann will zwar als Sanitäter am Krieg gegen die Japaner teilnehmen, weigert sich aber, Menschen zu töten. Nach Widrigkeiten schafft er es, nach „Hacksaw Ridge“ zu kommen, einem schwer umkämpfen Felsen in Japan, wo er zeigen kann, ob er der Feigling ist, für den ihn alle halten…

Wahre Geschichte

Und:

Gute Geschichte!

Ein Mann, der in den Krieg zieht, ohne töten zu wollen, weil er das eine für seine Pflicht und das andere für Unrecht hält. Wäre dies ein rein amerikanischer Film (der Großteil der Besetzung besteht aus Australiern und Engländern), dann hätte die Hauptfigur spätestens am Ende seinen Fehler eingesehen, ein Maschinengewehr vom blutdurchtränkten Boden aufgehoben und Schlitzaugen niedergemetzelt, als gäb’s kein Morgen. Aber dankenswerter Weise passiert das nicht. Wir erleben die Geschichte eines Mannes, der seinen Prinzipien treu bleiben möchte – und, was das Schöne ist, wir bekommen eine echte Motivation dafür. Seine Handlungen sind also kein Selbstzweck, sondern haben eine gute Grundlage. Im Rückblick auf seine Geschichte erfahren wir, warum er nicht töten möchte – was ihm, wenn er zur Zweitbesetzung von „Full Metal Jackett“ kommt, ein paar Probleme bereitet, denn so ganz glaubt man ihm beim Militär seine Neigung zum Nichttöten nicht. Aber irgendwie schafft er es trotzdem in den Krieg, und dort erleben wir

Krieg ist kein Vergnügen!

Regisseur Mel Gibson zeigt uns den Krieg so, dass ihn nur komplette Vollidioten als Spaß und erstrebenswert ansehen würden. Es ist ein Gemetzel, blutig, brutal, hart, schmerzhaft. Der brutalste Kriegsfilm seit „Starship Troopers“, der die Anfangsszene von „Der Soldat James Ryan“ wie einen etwas aus dem Ruder gelaufenen Kindergeburtstag aussehen lässt. Hier geht es zur Sache und das ganze wirkt verdammt realistisch und nicht beschönigend. Krieg, wie man ihn sehen muss, als ein Geschäft, das niemand betreiben sollte.

Gibson ist aber nicht nur ein sehr realistischer Kriegsfilm gelungen, er schafft es auch, Vince Vaughn wie einen guten Schauspieler wirken zu lassen. Der ist so ziemlich der einzige Amerikaner in der Besetzung mit Teresa Palmer, Hugo Weaving und Rachel Griffith, die alle gewohnt gut spielen. Andrew Garfield, der die Hauptrolle spielt, wirkt ein bisschen wie ein junger Anthony Perkins, sowohl, was seine Körperhaltung, als auch, was die Tatsache angeht, dass er irgendwie unschuldig wirkt – was genau das Richtige für die Rolle ist. Und auch die Nebenfiguren, Hollywood, Ghoul und Private Idiot sind gut gecastet, so dass man sie gut wieder erkennen kann, trotz all dem Blut und Dreck.

Bonus

Sehr schönes, umfangreiches und interessantes Making-of, in dem man einiges über die Produktion erfährt, aber auch über die Hintergründe, denn auch der Sohn des Mannes, um den es in diesem Film geht, kommt zu Wort.

Mit

Andrew Garfield (Nico Sablik), Vince Vaughn (Stefan Fredrich), Sam Worthington (Alexander Doering), Teresa Palmer (Nicole Hannak), Hugo Weaving (Wolfgang Condrus) – Regie: Mel Gibson

Fazit Ridge

Harter, brutaler, sehr guter Kriegsfilm, der es nicht nur schafft, eine Geschichte über einen guten Menschen in einer schlechten Situation spannend und interessant zu erzählen, sondern auch bei den ausgedehnten Schlachtszenen kaum langweilt, was sonst sehr leicht passieren kann. Nur gegen Ende gibt es dann des Pathos ein wenig zuviel… aber so was lässt sich dann bei Kriegsfilmen wohl selten vermeiden. Ab 9.6.2017 auf DVD und Blu-ray.

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