Neu auf DVD: Ein Sommernachtstraum

Ein unbarmherziger Herrscher, eine Hochzeit, verliebte Jugendliche und jede Menge Waldgeister…

Nach William Shakespeare

Und mit Waldgeister sind natürlich Elfen gemeint, aber dann hätte das Ganze zu sehr wie eine Variante von „Game of Thrones“ geklungen, auch wenn es hier weniger Nacktheit und Brutalität gibt.

Shakespeare ist bekanntlich bekannt für seine Verse und davon bekommt man hier eine ganze Menge zu hören – allerdings in der poetischen Weise, die ihnen angemessen ist. Das macht diesen „Sommernachtstraum“ ansehnlicher oder sagen wir „verständlicher“ als die jüngste „Macbeth“-Verfilmung mit Michael Fassbender, bei der man von den lyrischen Texten des gebrexiten Dichters nur hier und da ein Wort verstehen konnte, nicht aber komplette Sätze. Nichtsdestotrotz ist dieser Traum einer Sommernacht nichts zum nebenbei schauen, denn wenn man, zumindest beim Originalton, etwas verstehen möchte, muss man schon aufpassen und zuhören.

Russell T. Shakespeare

Aber auch wenn man nicht auf alle Texte achtet, bietet der Film doch genügend visuelle Anregungen, um die Handlung trotz allem nachvollziehen zu können. Das liegt an Meister Russell T. Davies, der uns „Doctor Who“ nach langer Pause zurückbrachte und damit großartige Dinge geleistet hat, bevor er den Staffelstab an Steven Moffat weitergab. Hier nun wartet er mit einer schönen Mischung aus buntem Elfenstück und modernisiertem Nazi-1984 auf, allerdings ohne dabei zu düster zu werden. Eine wundervolle Adaption eines Shakespeare-Klassikers, die gleichermaßen ansprechend wie ansehnlich ist und damit sowohl etwas für die Ohren als auch für die Augen bietet.

Wholigans

John Hannah darf hier den bösen, kalten Diktator geben – und das macht er ausgesprochen gut. Er hatte seinen ersten Durchbruch in „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ und wurde dann durch die „Mumie“-Filme (Fraser, nicht Cruise) bekannt. Ebenfalls mit dabei ist einer, der nicht nur bei ein paar der „Ist ja irre“-Filmen dabei war, sondern auch die Ehre hatte, zwei Doktoren zu treffen. In Davies Weiterführung von „Doctor Who“ traf er mehrmals mit David Tennant zusammen, seinen ersten Auftritt im Whoniversum hatte er aber 1966 – aber nicht auf dem kleinen Bildschirm, sondern auf der großen Leinwand. Dort spielte er an der Seite des kurzlebigen „Film-Doktors“, dem kürzlich in „Rogue One“ wieder auferstandenen Peter Cushing.

Mit

Maxine Peake, Matt Lucas, John Hannah, Bernard Cribbins, Nonzo Anozie

Ein Sommernachtsfazit

Sehr schöne Shakespeare-Adaption, die sich hören und sehen lassen kann. Ab 12.6.2017 auf DVD.

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