Neu auf DVD: The Job Lot – Das Jobcenter. Die komplette Serie

Die Arbeit in einem Arbeitsamt als Sitcom…

Ich, Daniel Blake“

In erwähntem, nebenbei großartigen, Film gibt es ebenfalls viele Szenen, die auf einem Arbeitsamt spielen und die auf deprimierende und sauer machende Weise die Schikanen zeigen, denen dort manche Jobsuchende ausgesetzt sind. Hier wird die Sache zwar etwas leichter und humoriger angegangen, aber es gibt eine Figur, die exakt der „Philosophie“ der Daniel Blake-Arbeitsamtwelt entspricht, was einen ebenso sauer macht.

Der Rest ist, wie gesagt, größtenteils leichter. Im Kern steht nicht, wie man Arbeitslose fertig macht, sondern teils die persönlichen Geschichten der dort arbeitenden Menschen, von denen es einige unterschiedliche gibt, was für unterschiedliche und abwechslungsreiche Storys sorgt. Daneben gibt es natürlich auch ein paar notorische Arbeitslose, und auch die scheinen eigentlich recht realistisch zu sein, wenn man da mal ehrlich ist.

Eine Box, drei Staffeln

Während die erste Staffel noch lose durch eine durchgehende Handlung verbunden ist, wird das in zwei und drei ein wenig dichter, zwei wirkt sich sogar auf die drei aus. Die Reihenfolge der Episoden hat also eine Bedeutung, was auch nicht in jeder Sitcom der Fall ist. Es kommt aber auch vor, dass die eine oder andere Figur von einer auf die andere Staffel verschwindet, ohne, dass das auch nur ansatzweise erwähnt wird. Und das Thema Arbeitsamt an sich spielt, wie gesagt, nicht in allen Folgen die Hauptrolle, manche hätten auch an einem anderen Handlungsort spielen können, da es bei ihnen mehr um andere Dinge wie Beziehungen geht.

Zur ersten Staffel gibt es noch ein kleines Making-of, das ein paar nette Einblicke vermittelt, aber keine Jobs.

Doctor Who is who?

Wenn man viele britische Serien schaut, begegnet man zwangsläufig immer wieder alten Bekannten. Das ist hier auch nicht anders. Da wäre zum Beispiel Russell Tovey. Der dürfte dem einen oder anderen bekannt sein aus „Being Human“, er absolvierte aber auch Gastauftritte in zwei anderen bekannten Serien, die beide irgendwie mit Steven Moffat zusammenhängen. Zum einen war er in der „Hund von Baskerville“-Episode von „Sherlock“ zu sehen, zum anderen gab er sich auf der Weltraumtitanic bei „Doctor Who“ die Ehre, und wie Captain Jack Harkness später erfahren durfte, sein Name war Alonzo. „Alonzee, Alonzo!“

Schön ist, dass Adeel Akhtar nicht klischeemäßig auf Terroristen besetzt wird, denn er ist als Komödiant einfach wunderbar… und obwohl eine seiner bekanntesten Rollen vielleicht tatsächlich eben die als Terrorist in Christopher Morris herrlicher Terrorismuskomödie „Four Lions“ ist. Aber auch in der wunderbar schrägen und bösen Serie „Utopia“ konnte er als Wilson Wilson zeigen, was in ihm steckt.

Um gleich zwei Kreise zu schließen, erwähnen wir noch einen Gast aus der ersten Staffel: Sean Pertwee. Der spielte in der amerikanischen Sherlock Holmes-Variante „Elementary“ Inspektor Lestrade – und sein Vater war dereinst kein geringerer als Doktor Who persönlich. Welche Nummer… nun, das müssen Sie dann schon selbst herausfinden!

Mit

Sarah Hadland (Katja Liebing), Russell Tovey (Arne Obermeyer), Angela Curran (Michaela Kametz), Jo Enright (Kordula Leiße), Martin Marquez (Stephan Schleberger), Adeel Akhtar (Michael Che Koch), Tony Maudsley (Thomas Balou Martin) ,Sophie McShera (Daniela Bette-Koch), Tamla Kari (Jenny Bischoff), Sean Pertwee (Volker Wolf)

The Fazit Lot

Hübsche BBC-Sitcom, keine Satire auf Arbeitsämter, denn wie wir in ein paar der Szenen sehen, die sich mit diesem Thema befassen, wäre das auf Dauer vielleicht doch zu deprimierend. Und das ist sie nicht, denn sie macht durchaus Spaß… also auch das Gegenteil von einem Besuch im Jobcenter! Ab 30.6.2017 auf DVD.

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