Neu auf Netflix: Narcos – Staffel 3 / Episode 1 und 2

Nur weil Pablo Escobar, der Liebling unter den Drogenbaronen, aus dem Geschäft ist, heißt das noch nicht, dass der Drogenhandel vorbei ist…

Kartellunrecht

Es geht weiter mit den Drogen – und mit „Narcos“. Und das, trotz leichter Veränderungen, ohne Qualitätsverlust. Jedenfalls, soweit man das nach den ersten beiden Episoden beurteilen kann. Die schließen nahtlos an bzw. erzählen einfach weiter, wie es in Ländern eben so ist, in denen man es den Drogenbaronen erlaubt, ihre eigenen Gefängnisse für sich zu bauen… Kein Scherz, und Spoiler für Staffel 1. Es bleibt spannend, interessant und blutig – und auch ihrem eigenwilligen Erzählstil bleibt die Serie dankenswerterweise treu. Mehr kann – und wird – an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Die gesamte Staffel gibt es ab 1. September 2017 auf Netflix.

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Neu auf DVD: Große Erwartungen – Great Expectations

Waisenjunge, der flüchtigem Sträfling geholfen hat, wird in die hohe Gesellschaft eingekauft, doch später

Nach Charles Dickens

Dickens und Waisenkinder ist wie Kästner und Jungens ohne Vater, irgendwie das, was man vom Autoren erwartet. Diese Geschichte, die die BBC als kostümprächtige Serie umgesetzt hat, spielt im 19. Jahrhundert und bietet genug fürs Auge, um sich in die damalige Zeit hineinversetzt zu fühlen. Teils etwas düster, teils feine Gesellschaft, zeigt sie beide Seiten jener Jahre, mit einer Ausstattung, die sich – erwartungsgemäß bei der BBC – sehen lassen kann. Denn

Kostümdrama

können die Briten und darin ist die BBC wohl unangefochten. Interessant ist auch die Besetzung:

Agent Scully trifft Hercule Poirot

Leider nicht als Figuren. Aber wir haben hier eine wunderbare Gillian Anderson, die als eine Art ausgebleichtes Brautgespenst all das an Spiel und Leben zeigen kann, was ihr in „American Gods“ fehlte. Ein kleines Kabinettsstückchen. David Suchet war jahrelang Fernsehpoirot, aber hier spielt er nicht den französischen, Verzeihung, belgischen Schnüffler, sondern kann in einer leider viel zu kleinen Rolle ein wenig glänzen. Da man in britischen Serien nicht um „Doctor Who“ herumkommt, haben wir auch Harry Lloyd mit dabei, der dann aber auch das Spektrum mit „Game of Thrones“ abdeckt, wo er der Bruder der Mutter der Drachen war.

Mit

Douglas Booth (Benedikt Gutjan), Gillian Anderson (Franziska Pigulla), Ray Winstone (Roland Hemmo), David Suchet (Frank Engelhardt), Harry Lloyd (Max Felder), Mark Addy (Jan Odle)

Haben Sie Große Erwartungen?

Der Dreiteiler kann aufwarten mit gutem Aussehen, besonderes, was die Ausstattung angeht. Leider kommt er aber nicht ganz so schnittig daher, wie man es sich wünschen würde. Ein wenig Straffung hätte der Sache gut getan, denn in alldem steckt eine gute und vor allem spannende Geschichte. Die hätte man aber noch ein bisschen mehr herausarbeiten können. Ab 25.8.2017 auf DVD und Blu-ray.

Neu im Kino: MAGICAL MYSTERY ODER: DIE RÜCKKEHR DES KARL SCHMIDT

Karl „Charly“ Schmidt wird nach seinem langjährigen Ausflug in die Psychiatrie von seinen alten Freunden aus der Techno-Szene für eine letzte große „Magical Mystery Tour“ als Fahrer reaktiviert…

Tech…noooo!

Man mag die Musik mögen oder auch nicht, das tut dem Film selbst keinen Abbruch. Denn der hat eine kleine aber nette Story, ein Roadmovie mit hübschen Running-Gags und einer sympathischen Besetzung. Charly Hübner darf als Mann mit Drogenvergangenheit wortkarg und trotzdem ausdrucksstark sein, seine Kollegen stehen, sitzen und spielen ihm dabei in nichts nach. Und selbst Märschweinchen und Krokodile wurden lange nicht mehr so effektiv eingesetzt, wenn auch nicht in Kooperation.

Der Regisseur war so freundlich, meine DVD vom „Tatortreiniger“ bei der NRW-Premiere in Köln zu signieren

Neben dem schönen Spiel aller Beteiligten weist der Film auch sehr angenehme Dialoge auf, aber da als Regisseur Arne Feldhusen verantwortlich zeichnet, muss man sich da nicht wundern. Der ist nämlich ebenfalls Regisseur einer der wenigen wirklich guten deutschen Serien, vom „Tatortreiniger“. Da verwundert es auch kaum, dass man auch den Titelverteidiger der Serie, Bjarne Mädel, hier in einer kleinen Rolle sehen kann… aber die beiden haben ja auch schon bei „Stromberg“ miteinander gearbeitet. Und auch selbst-Regisseur Detlev Buck kann sich hier herrlich neben der Spur zeigen, was immens Spaß macht.

Mit

Charly Hübner, Detlev Buck, Marc Hosemann, Annika Meier, Bjarne Mädel – Regie: Arne Feldhusen

Magical Fazit

Eine nette Komödie, ab und an ein bisschen auf dem Drogentrip, aber (trotz der Technomucke) absolut sympathisch. Ab 31. August 2017 im Kino.

Neu auf DVD: The Heart Guy – Staffel 1

Herzchirurg wird wegen ein paar Problemen in sein altes Heimatdorf versetzt, wo er alte Bekannte, Lieben und Versuchungen vorfindet, die ihn wieder vom richtigen Weg abbringen könnten…

Der Herz Typ

Das Konzept dieser australischen Ärzte-Comedy ist nicht wirklich neu, der Mann, der aus der großen Stadt ins kleine Heimatdorf zurückkehrt, der große Fisch im kleinen Teich, der Fisch aus dem Wasser, all das ist so neu wie betrunkene Australier, die alle Bruce heißen. Und doch macht diese Serie einfach Spaß, denn immer dann, wenn das Was altvertraut ist, kommt es eben auf das Wie an und das ist hier sehr geglückt. Die Figuren sind gut gezeichnet, die Frauen können dem Ladykiller Paroli bieten und die Dialoge sind fein geschrieben. Mehr kann man von einer Serie eigentlich nicht erwarten – und doch bekommt man es bei den meisten nicht geboten. Hier schon.

Anders als bei ähnlichen Serien, wie „Doc Martin“, fehlt es dem Herz Kerl nicht an Charme und Humor. Auch wenn er sich daneben benimmt – was er tut – und vielleicht nicht immer ganz so kompetent ist, wie er sein sollte – was er nicht ist – nimmt man ihm das nur ganz selten krumm. Denn dafür versprüht er statt kaltem Fisch jede Menge Humor – er ist eben ein Mann fürs Herz… in mehrfacher Hinsicht.

Aus Tralien

Zudem bietet die Serie eine angenehme Frische. Da fragt man sich, warum nicht mehr gutes Fernsehen aus Australien zu uns herüberschwappt. Denn wenn es so ist wie das hier, immer her damit! Und für alle, die sich fragen, ob das hier vielleicht nur eine Art „Dr. House“ trifft „Crocodile Dundee“ ist, denen kann gesagt werden: Nein! Denn es gibt Down Under mehr als nur den Krokodilmann – und zwar jede Menge Alkohol. Und daran wird hier auch nicht gespart. Manchen Klischees muss man eben einfach treu bleiben.

The Faz Guy

Comedy aus Tralien, frisch, witzig, amüsant und auch ohne Rezept sehenswert! Ab 25.8.2017 auf DVD.

Neu auf DVD: Six – Staffel 1

Zwei Jahre nach einem Einsatz des Seal Team Six gerät ein Ex-Mitglied in die Hände von Boku Haram – doch auch die Taten der Vergangenheit holen es wieder ein…

Seehundgruppe Sechs

Ein bisschen ist die Serie zweigespalten – und ich darob zwiegespalten. Denn ein wenig ist sie getrennt in zwei Stränge, den Handlungsbogen mit Boku Haram und ein bisschen das Privatleben von Seals, wenn sie mal nicht gerade in der Welt herumreisen und böse Gegner Amerikas umlegen. Das ist irgendwie leider nicht ganz so spannend, wie man sich das wünschen würde. Hinzu kommt, dass die Typen alle ein wenig wie austauschbare Bartträger wirken, inklusive einem Channing Tatum Klon und einem Sam Worthington Doubel. Da fragt man sich manchmal, wer wer ist und welche Hintergrundgeschichte hat, aber eigentlich möchte man nur, dass man wieder zum interessanten Teil kommt:

Walton Goggins

Bei „The Shield“ war er irgendwie noch wenig sympathisch, aber spätestens seit „Justyfied“ hat er gezeigt, dass er in manchen Ensembles dem Rest der Kollegen locker die Schau stehlen kann. Und auch wenn er hier dem Club der Bartträger beigetreten ist, so hat er doch so viel Charisma und Ausstrahlung, dass man ihn sofort erkennt. Er gehört eben zu denen, die nicht viel tun müssen – und doch ist er im interessantesten Segment dieser Serie, dem Teil, der das alles sehenswert macht. Denn er ist spannend und Goggins muss sich quasi im Alleingang gegen Terroristen durchsetzen und entführte Mädchen retten. Und das ist genau das, was diese Serie ausmacht!

Fazit

Da das Leben von Navy Seals privat genauso langweilig ist wie das von Normalsterblichen, kann man sich hier auf einen charismatischen Walton Goggins freuen, der in seinem Handlungsstrang Entführung mit Terrorismus verbindet, bevor dann irgendwann beide Handlungsbögen wieder ineinanderlaufen. Ab 29. August 2017 auf DVD und Blu-ray.

Neu auf DVD: Generation der Verdammten

Die komplette Mini-Serie

1914 beginnt der erste Weltkrieg. Ein junger Mann aus England und einer aus Deutschland kommen zu den Waffen. Aus ihrer Perspektive erleben wir Teile des Krieges, der das Antlitz von Europa und der ganzen Welt drastisch veränderte…

The Great War

Also den „großartigen Krieg“ nannte man den Ersten Weltkrieg, bevor die Fortsetzung bewiesen hat, dass man aus dem Thema mit etwas mehr Geld und weit mehr Toten noch mehr herausholen kann, ein Konzept, das die Filmindustrie später aufgegriffen hat und noch heute so verwendet. Diese BBC-Serie nun gibt uns, anlässlich des hundertjährigen Geburtstags des Krieges, einen kleinen Einblick in das Geschehen, angefangen damit, was junge Männer tun, um überhaupt zu den Waffen zugelassen zu werden. Eingeflochten in die fiktive Geschichte sind, wie es scheint, Originalaussagen und Originalzitate, z.B. aus Briefen, die von Beteiligten des Krieges verfasst wurden, unterlegt mit Originalaufnahmen aus dem Krieg. Das verankert die Serie stark in der Realität und gibt ihrer Handlung eine sichere Basis. Ein Krieg, zwei Schicksale. Die Geschichte eines Engländers und eines Deutschen, gespiegelt, denn beide sind sich sehr ähnlich.

Monolingual

Zunächst ein bisschen verwirrend ist, dass alle englisch sprechen, auch die Deutschen. In einer Zeit, in der Serien wie „Narcos“ zeigen, dass man auch dann erfolgreich sein kann, wenn die Hälfte der Dialoge (oder mehr) untertitelt sind, erscheint es zunächst ein wenig merkwürdig und nimmt die durch die Originalaufnahmen gegebene Authentizität wieder ein wenig heraus. Doch dann kann man zu dem Schluss kommen, dass Autor Tony Jordan, der Schöpfer der großartigen Serie „Hustle“, damit vielleicht bewusst eine Sache erreichen können wollte, die auch durch die Handlung, die Figuren, die Handlungen der Figuren und das, was sie erleben, unterstützt würde: Grenzen zu verwischen. Zu zeigen, dass es hier nicht wirklich schwarz und weiß, gut und böse gibt, denn beide Seiten verhalten sich sehr ähnlich. Und da nun auch die sprachliche Barriere fällt, macht das, besonders bei den Originalaussagen zum Krieg, nicht klar, wer was sagt, ob es der Engländer oder der Deutsche ist. Und das ist durchaus interessant – und schafft eine erfrischende Gleichheit zwischen beiden Seiten, die in dieser Weise viel zu selten erreicht wird.
Seitenwechsel
Jack Lowden, der hier den Deutschen spielt, kehrte dieses Jahr ins Kriegsgeschehen zurück, wobei er allerdings die Seiten wechselte. In Chrisopher Nolans „Dunkirk“ spielt er einen englischen Piloten – womit er in seinen jungen Jahren bereits in zwei Weltkriegen kämpfte… zumindest filmtechnisch.

Generation der Fazits

Angenehm ausgewogene Serie über den Ersten Weltkrieg, die beide Seiten zeigt, ohne dabei zu verurteilen. Sehenswerter als das Original… also der Krieg! Ab 25.8.2017 auf DVD und Blu-ray.

Neu auf DVD: Millionenstadt über den Wolken

Die erstaunliche Welt des Flugverkehrs

Nur Fliegen ist schöner… aber eine Dokumentation darüber, was uns das Fliegen heutzutage überhaupt erst ermöglicht, kann auch eine Menge Spaß machen. Wie diese hier. Denn mit der „Millionenstadt über den Wolken“ ist das gemeint, was wir am Himmel sehen, wenn wir nach oben blicken: All die vielen Flugzeuge, die sich gerade in der Luft befinden und deren Insassen die Bewohner dieser Stadt am Himmel bilden. Wer wissen will, was alles dazu gehört, dass diese Stadt überhaupt existieren kann, der wird mit dieser dreiteiligen Doku sehr auf seine Kosten kommen.

Alles übers Fliegen

Man erfährt Dinge, die man zwar vielleicht unterbewusst wahrnimmt, mit denen man sich aber wahrscheinlich nie wirklich auseinandergesetzt hat. Zum Beispiel, wie ein Flughafen aufgebaut oder vielmehr „designed“ ist. Schon da fängt die Faszination Flugverkehr an, die dann im wahrsten Sinne des Wortes in die Tiefe geht, also in die Tiefe des Flughafens, wo wir erleben, was mit dem Gepäck geschieht, das wir einmal aufgeben und dann niemals wieder bekommen haben. Hier erfahren wir, wohin es verschwindet. Aber da das ja nur quasi die „Bodenstation“ der Stadt über den Wolken ist, erfahren wir auch eine Menge über Flugzeuge, das Fliegen – und auch das Landen, denn auch wenn es so treffend heißt, „runter kommen sie alle“, ist hier doch wohl das Wie entscheidend.

Augenschmaus

Natürlich wäre das alles wohl auch interessant, wenn es einem nur anschaulich erzählt werden würde. Aber hier geht es ums Fliegen und was bietet sich da mehr an, als tolle Aufnahmen aus der Luft zu zeigen – und in der Luft? So bekommt man hier also nicht nur was für den Verstand, sondern auch fürs Auge geboten. Tolle Aufnahmen von Flugzeugen in Aktion machen die Serie zu einem visuellen Genuss – und wenn nur Fliegen schöner ist, dann ist das Zusehen beim Fliegen zumindest schön.

Fazit über den Wolken

Faszinierender Einblick in die Welt des Luftverkehrs unserer Zeit, garniert mit beeindruckenden Bildern. Ab 7.8.2017 auf DVD .