2017, 464, 225, 71, 20, 15

2017

464 Artikel

225 mal im Kino

71 Serien

20 ausgewählte Titel und…

15 mal frühzeitig rausgegangen!

Beginnen wir mit dem Ende:

Der „Krieg der Sterne“ geht weiter

Bringen wir es direkt hinter uns. Der Film, den ich erwartet habe wie keinen anderen: Star Wars – Die letzten Jedi. War er befriedigend? Ja. War er perfekt? Nein. Der Hauptplot ist derart, dass die Rebellen vor der Ersten Ordnung fliehen – die verfolgt sie mit Sternenzerstörern und kann sie nicht einholen??? Ein Rennen dieser Art ergibt keinen Sinn, wenn man soetwas wie einen Hyperantrieb zur Verfügung hat. Die Rebellen können nicht damit fliehen, aber das Imperium (o.ä.) bräuchte nur einen Sternenzerstörer damit überholen zu lassen und schon könnte man von vorne kommen – zumal die Rebellen für einen der sinnlosesten Nebenstränge mit einer hypersprungfähigen Rettungskapsel einen kleinen Ausflug zum Casinoplaneten machen (da hätte der Cameo von Daniel Craig hingehört), um danach wieder zur Flotte zurückzukehren, es wäre also möglich. Nichtsdestotrotz habe ich den Film die meiste Zeit sehr genossen, aaaaaaber: Es ist anderes „Star Wars“ als die alte Trilogie, es fühlt sich anders an. Allerdings auch als die Prequels – und das ist ja das Schöne daran!

Gute Fortsetzungen nach langer Zeit (mit Drogen)

Anfang des Jahres kamen zwei Filme, von denen ich die ersten Teile mochte, die beide mehr als ein Jahrzehnt zurückliegen und bei denen ich auch diese späte Fortsetzung sehr genossen habe, Einer kommt aus Deutschland, der andere aus England (ehemals EU), in beiden geht es um Drogen und beide machen eine Menge Spaß: Lommbock und T2 Trainspotting. So kann man’s auch machen.

Nach wahren Begebenheiten

Das Leben schreibt vielleicht die besten Geschichten, aber nicht unbedingt die besten Drehbücher. In den folgenden Fällen ist das anders. Sie alle wurden von wahren Ereignissen inspiriert, Bis auf den ersten, denn der ist eine echte Doku, und den letzten, denn der ist… anders. Aber beginnen wir mit herrlich schräger Unterhaltung. Gimme Danger zeigt uns etwas über Iggy Pop – und macht einfach jede Menge Spaß, denn der Typ ist witzig und der Regisseur weiß, wie man eine Dokumentation richtig gestaltet. Um den Gründer der bekanntesten Burgerbude der Welt geht es in The Founder – die Entstehung von McDonald’s. Spaßig, interessant und super gespielt, u.a. von Michael Keaton. In die Welt der Kunst erhaschten wir einen Einblick mit Maudie, in dem Sally Hawkins eine darstellerische Glanzleistung bringt, die den Film absolut sehenswert macht. Dann wechseln wir in die Welt des Sports mit Borg/McEnroe, denn wenn ein Film über Tennis mich, der mir Tennis ziemlich am Arsch vorbeigeht, spannend unterhalten kann, dann kann man ihm das wohl hoch anrechnen. Und wer nicht weiß, wie das Finale zwischen den beiden ausgeht, nicht nachschlagen, angucken und mitfiebern. Zum Abschluss dieses Abschnitts dann der Ausreißer, aber der passte sonst nirgendwo rein: Stephen Kings Es entpuppte sich als sehr schöne Umsetzung (eines Teils) des Buches und man kann nur hoffen, dass die Fortsetzung (hoffentlich nicht mit Jessica Chestpain ist) ihm dann das Wasser reichen kann.

Superheldenzeugs

Da es hier um die Filme geht, an denen ich meinen Spaß hatte, seien also auch ein paar der großen Blockbuster und Comicverfilmungen genannt. Ich mochte Spider-Man: Homecoming und Thor: Tag der Entscheidung, weil beide einfach sehr schöne Komödien mit Actionanteil waren. Und dass DC ebenfalls einen wirklich guten Superheldenfilm mit einer guten Handlung und jeder Menge Humor machen kann, hat es dieses Jahr auch bewiesen. Mit The Lego Batman Movie… obwohl ich jetzt nicht weiß, ob der zum Kanon zählt. Besser als der Mist von Zack Snyder ist er aber allemal. Also, DC, geht doch!

Besondere Erwähnung

Wo ich kann bewerbe und verteidige ich ihn: Valerian – Die Stadt der tausend Planeten. Dabei war er für mich noch nichtmal der beste Film des Jahres. Aber er ist ziemlich gut, hat ne brauchbare Geschichte und sieht toll aus. Da aber viele auf ihm rumhacken (und statt dessen den Blöd Runner unverdient in den Himmel loben) möchte ich einmal mehr eine Lanze für Luc Bessons neues Weltraumabenteuer brechen. Ich habe letztens mit einem Freund zusammen erst „Star Trek Beyond“ gesehen und dann habe ich ihm die erste Sequenz von „Valerian“ gezeigt – und wir beide waren der Meinung, dass das soviel besser war und dass da in den wenigen Minuten soviel mehr Handlung drinsteckte als in dem kompletten Film vorher. Ein weiterer europäischer SciFi-Actionfilm, der in Amerika wahrscheinlich untergegangen ist, aber ausgesprochen gut war, ist What happened to Monday? mit Noomi Rapace. Verändert unterwegs mehrmals die Richtung und obwohl man die eine oder andere Wendung erahnt ist er soviel besser als soviel anderes.

Klassiker

Manchmal muss – oder darf – man Filme wiederentdecken. Zazie in der Metro von Louis Malle ist herrlich schräg, voller Phantasie, abgedrehtem Humor, Absurditäten – einfach ein großer Spaß. Kann man auch heute noch super gucken. Und sollte man!

Die besten Komödien

Komödien gab es dieses Jahr auch zwei, und zwar zwei überraschende, weil man nicht damit gerechnet hätte, dass sie wirklich was taugen, Alibi.com aus Frankreich war besser als sein Titel vermuten lassen würde und Daddy’s Home 2 – Mehr Väter, mehr Probleme am Ende des Jahres war besser, als es der erste Teil vermuten lassen würde. Hab ich jedenfalls gehört. Ich hab ihn mir nicht angesehen. Denn da fehlen, offensichtlich, zwei wichtige Elemente: Mel Gibson – und Witz. Dieser hier hat beides, wobei letzteres zunächst ausschließlich mit ersterem verbunden ist, aber ab einem gewissen Punkt wird es einfach wirklich lustig, was den Film zu einem kleinen Highlight des Jahres macht.

Ziemlich beste Filme

Es gab aber auch vier Filme, die mich noch mehr begeistert haben als die bisher genannten und die ich daher als GROSSARTIG bis GRANDIOS bezeichnen würde. The Big Sick ist gleichermaßen lustig wie traurig, aber immer dann, wenn er es sein will und soll. Das funktioniert perfekt und ist mehr als sehenswert. Die beiden nächsten waren in Deutschland bislang noch nicht im Kino und kommen erst nächstes Jahr, aber da ich die Werke beurteile, die ich dieses Jahr gesehen habe, kommen sie noch in diesen Rückblick, was Ihnen aber die Gelegenheit gibt, sie noch zu sehen… oder, sagen wir, nachdem ich gerade The Disaster Artist gesehen habe, die nächsten drei. Ein Film darüber, wie der angeblich schlechteste Film aller Zeiten entstanden ist – ja, das erinnert an „Ed Wood“, fängt auch mit einer Theateraufführung an und endet mit einer Filmpremiere, zeigt aber einen grandiosen James Franco als Tommy Wiseau, der das Original verbrochen hat. Ein großes Vergnügen, witzig bis zum Umfallen mit einem perfekten Timing. So lustig kann schlechtes Filmemachen sein. Wind River ist eine Mischung aus Spätwestern und Krimi, ein Jäger, der mit einer FBI-Agentin in herrlichster Berglandschaft der Aufklärung eines Verbrechens hinterherjagt. Tolle Bilder, gute Geschichte, super Darsteller – und eine Handlung so klar wie die Bergluft, in der sie spielt. Zum Abschluss dann noch Three Billboards outside Ebbing, Missouri, ein Film, der in anderen Händen ein unerträgliches Drama geworden wäre, denn es geht um Vergewaltigung, Mord, Selbstmord, Rassismus… der aber einer der lustigsten Filme des Jahres war, wirklich, wirklich Lustig, mit wunderbaren Dialogen und einer grandiosen und grandios spielenden Besetzung. Ein grandioser Film, eine Tragödie, die lustiger ist als manche sogenannte Komödie – und definitiv mit das Beste, was ich 2017 gesehen habe,

In diesem Sinne hoffen wir mal, dass das nächste Jahr auch etwas ähnliches zu bieten hat, ich wünsche

EINEN GUTEN RUTSCH

und

EIN FROHES NEUES JAHR!

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Kino: GREATEST SHOWMAN

P.T. Barnum eröffnet in New York ein Museum, in dem er „Freaks“ ausstellt, einen Zwerg, eine bärtige Frau, einen komplett tätowierten Mann etc., was nicht jeder toll findet…

Filmbiographie und Musical in einem

Hier werden zwei Bereiche bedient. Wer ein Musical sehen möchte, dürfte auf seine Kosten kommen. Wer eine interessante Geschichte über einen interessanten Mann sehen möchte, ebenfalls. Wenn man beides mag, super, wenn man nur eins davon mag… muss man das andere eben irgendwie durchstehen. Die Musiknummern sind zwar sehr schön choreographiert und actionreich wie farbenprächtig in Szene gesetzt, die Musik selbst erscheint aber an manchen Stellen ein wenig anachronistisch, zu modern. Wie gesagt, wenn man’s mag, toll, wenn nicht gibt es dann ja immernoch den filmbiographischen Anteil, der durchaus eine erzählenswerte Geschichte ist.

Huge Jack, man

Die Hauptrolle wird gespielt von Hugh Jackman – und der kann es einfach. Er singt und tanzt und sieht dabei oft so jung aus, als würde er gleich seinen ersten X-Men-Film drehen, voller Energie und Tatendrang. Und dabei überragt er seinen Spielpartner Zac Efron eigentlich in allen Belangen – so gesehen sogar beim Alter. Der macht seine Sache zwar gut, aber gegen Jackman hat er eben keine Schnitte. Wobei die eigentlichen Stars des Films eigentlich Jackmans zwei Filmtöchter sind, nicht nur, weil sie wunderbar spielen, sondern auch, weil ihre Figuren dem entstehenden Zirkus und seinen Mitgliedern so offen gegenüberstehen. Das macht ihre Auftritte zu einer kleinen Freude.

Mit

Hugh Jackman, Zac Efron, Michelle Williams, Rebecca Ferguson, Zendaya

Hugh Fazitman

Mischung aus Musical und Filmbiographie, die einige Schauwerte bringt, eine interessante Geschichte erzählt – und viele Musikeinlagen hat. Ab 4. Januar 2018 im Kino.

Kino: Die Spur

In einem polnischen Dorf gehen nach und nach Jäger in die ewigen Jagdgründe ein…

Öko-Krimi

Oder besser

Naturschutz-Krimi

So könnte man das in etwa nennen – mit Betonung leider nicht auf Krimi. Theoretisch hätte man da auch in der Richtung mehr herausholen können, wenn man z.B, als Mordmethode gewählt hätte, die Opfer mit Pheromonen zu infizieren und die Tiere als Täter zu missbrauchen. Doch hier wird auch mit der Möglichkeit gespielt, dass die Tiere selbst sich vielleicht an den Jägern gerächt haben könnten. Gerade das Thema Jagd und der Umgang mit Tieren spielt eigentlich die größte Rolle und führt am Ende zu einer ziemlich eindeutigen Aussage. Leider nur dauert es bis dahin ein wenig, weil der straffungswürdige Film, dessen Musik teilweise ein wenig an „Fargo“ erinnert, stolze 128 Minuten lang ist, die man leider auch fühlt.

Ab 4. Januar 2018 im Kino.

Kino: Das Leuchten der Erinnerung

Ein altes Pärchen, das bessere und vor allem gesündere Jahre gesehen hat, fährt mit dem Wohnmobil, für das das gleiche gilt, noch einmal in die Welt hinaus…

Gut, aber anstrengend

Denn es geht um Alter und Krankheit – und das ist eben in vielen Fällen anstrengend. Was der Film sehr gut wiedergibt. Das liegt natürlich an seinen beiden Hauptdarstellern. Helen Mirren und Donald Sutherland zeigen einmal mehr, dass sie zwar zum alten Eisen gehören, dass man damit aber trotzdem immernoch tolle Sachen schmieden kann. Die beiden fahren durchs Land, um Hemmingways Haus zu sehen, doch hier und da taucht neben oder wegen des Vergessens auch mal etwas neues auf. Es gibt ein paar lustige Szenen, ein paar anrührende und ein paar berührende. Und wir lernen:

Alt werden könnte so schön sein – muss es aber nicht!

Beide Hauptdarsteller haben lange Karrieren hinter sich – und hoffentlich noch vor sich. Helen Mirren ist eine der großen Damen des Kinos, die zum Glück weiterhin gute Rollen bekommt und damit ihr Talent so einsetzt, dass wir davon profitieren können, von ihrem wunderbaren Spiel. Sie scheint mit dem Alter mehr und mehr aufzublühen und möglicherweise sogar bessere Rollen zu erhalten als in jungen Jahren, was ja eher ungewöhnlich ist.

Donald Sutherland, der mit dem Ehrenoscar ausgezeichnet wird (also schnell ins Kino gehen, denn das hier könnte die letzte Gelegenheit sein, ihn dort zu sehen), kann auf mehr Filme zurückblicken als Gott – oder zumindest auf bessere. Teilweise. Aber er war in „Das Millionen-Dollar-Gehirn“… drin, da muss man schon aufpassen, dass man ihn nicht verpasst, kann aber auch von „Das dreckige Dutzend“ über „Der Adler ist gelandet“ bis zu „Die Nadel“ und „Wenn die Gondeln Trauer tragen“, das ausgezeichnete Remake von „Die Körperfresser kommen“, „Der große Eisenbahnraub“ an der Seite von Sean Connery, „Weiße Zeit der Dürre“, „JFK“ bis hin zu jüngst den „Hunger Games“ und Gastrollen in Fernsehserien wie „Simon Templar“ und „Mit Schirm, Charme und Melone“ so viele Auftritte vorweisen, dass man ihn eigentlich nur als Legende und einen der noch arbeitenden ganz Großen bezeichnen muss.

Mit

Helen Mirren, Donald Sutherland, Christian McKay, Janel Moloney

Das Fazit der Erinnerung

Sehenswert, aber nicht zwingend ein Vergnügen – wie das Altern selbst. Ab 4. Januar 2017 im Kino.

Kino: OPER. L’OPÉRA DE PARIS

Interessante Einblicke in die Pariser Oper

Und das ist es genau. Einblicke. Durchaus interessant. Ein paar Blicke hinter die Kulissen. In Proben, Gedanken, Ideen.

Schön wäre es gewesen, wenn es mehr gegeben hätte. Zum Beispiel wird an einer Stelle ein Sänger ersetzt. Da wäre es interessant gewesen, zu sehen, wie der erste Schauspieler die Rolle angelegt und wie der Unterschied zu dem, der einspringt, ausgesehen hätte. Überhaupt wäre nach Proben und Gesprächen schön gewesen, ein bisschen was vom Endprodukt zu sehen, so, wie man es im Saal erleben würde.

Das wäre auch in einer Szene interessant gewesen, in der zwei Frauen darüber sprechen, dass die Frau auf der Bühne gerade schwitzen würde wie Sau – dann soll man das auch zeigen, entweder, dass sie recht haben, oder aber, dass sie es nicht tun. So bleibt auch dieser Ausflug in die Ehrlichkeit hinter den Kulissen nicht wirklich befriedigend.

Auch das Thema Geld kommt zu einer interessanten Stelle. Offenbar wird die Pariser Oper von Subventionen finanziert. Dann wird darüber gesprochen, was die teuerste Eintrittskarte kostet. Hier hätte ich gerne gewusst, was man denn für die billigste hinblättern muss und ob sich das Volk diese Tickets überhaupt leisten kann.

Für erste Einblicke in die Opernwelt also durchaus sehenswert, aber da wäre durchaus noch Spiel nach oben gewesen. Ab 28. Dezember 2017 im Kino.

Kino: THE KILLING OF A SACRED DEER

Ein Arzt, seine Frau, ihre zwei Kinder, ein Junge eines verstorbenen Patienten, um den er sich kümmert…

…uuund…

furchtbare Dialoge, bei denen einem der Instinkt sagt, dass man diesen quälende 121 Minuten langen Film schleunigst verlassen sollte, denn es dauert noch eine gaaaaanze Weile, bis überhaupt was passiert, wenngleich auch unbedeutendste Spaziergangszenen mit Hardcore-Horror-Musik unterlegt sind, was als Parodie nett gewesen wäre, in diesem vielleicht am treffendsten als

Designer-Müll

bezeichneten Machwerk aber zieht es sich und zieht und zieht, dann käme was, aus dem man was hätte machen können und dann is irgendwann das blöde Ende da, das einen sich fragen lässt, was das denn bitte alles soll und warum und überhaupt?

Mit

Colin Farrell, Nicole Kidman, Barry Keoghan, Alicia Silverstone

The Fazit of a boring Film

Die Grundgeschichte hätte einen spannenden Thriller abgeben können, aber… isses nich geworden. Und warum Colin Farrell so klingt, als hätte er Mark Wahlberg gefrühstückt, wer weiß? Ab 28.12.2017 im Kino.