James Bond 007 – Kill Chain

James Bond kehrt zurück… im Comic!

Eine MI6-Agentin verkauft offenbar Geheimnisse. Aber an wen? Bond bleibt ihr auf der Spur, doch dann wird eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, die die Welt verändern könnte – und das nicht zum Positiven…

Mein Name ist Comic, Bond Comic

Es ist ein wenig traurig, aber die einzigen, die sich offenbar derzeit bemühen, gute Bond-Filme zu machen, scheinen die Comicmacher zu sein. Hier haben wir wieder eine Geschichte, die sich sehr schön als Film gemacht hätte, weil sie sich sehr gut und stetig weiterentwickelt, die aber auch perfekt auf die Einzelhefte oder „Kapitel“ zugeschnitten ist, so dass es pro Episode auch Action gibt, die den Leser bei der Stange hält. Sehr angenehm ist, wie sich alles entwickelt, dass Bond selbst aktiv werden und Nachforschungen anstellen muss, dass ihn jedes neue Stückchen Information zum nächsten Punkt der Reise bringt und dass die Actionsequenzen aus der Handlung heraus begründet sind und nicht einfach da, weil man den Leser wach bekommen will. Die Auflösung am Schluss, wer nun hinter allem steckt und warum, ist nicht nur erschreckend aktuell und nicht völlig unrealistisch, sie versöhnt einen auch für die Nazi-Sache am Anfang, die dann doch mal wieder zu klischeehaft ist. Und es gibt ein Ende, das ein Anfang für etwas neues ist, was auch ein schöner Zug ist.

‚Geheim‘ ist nicht so Ihre Stärke, was?“

Da spricht sie einem aus dem Herzen. Wunderbar. Weil wir auf den nächsten Bond-Film wahrscheinlich noch eine Weile warten müssen – und zwar, bis Daniel Craig die Rolle endlich abgibt – sind die Comics nicht nur eine gute sondern derzeit so ziemlich die einzige Alternative für den Bond-Fan (da ich nicht weiß, wie es um die Romane bestellt ist). Sie bieten auch weit mehr von dem, was die Filme vor der Craig-Ära ausgezeichnet hat, z.B. eine Prise Humor. Alte Bekannte gibt es diesmal auch wieder, einschließlich Aston Martin, Major Boothroyd (Q), Tanner und „Universal Exports“, der alte Deckmantel des britischen Geheimdienstes (taucht neben den Fleming-Büchern auch in den Filmen „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“, „In tödlicher Mission“ und „Ein Quantum Toast“ auf). Die Erotik überträgt sich bei den Comics bislang so wie bei den Craigs (also gar nicht), aber dafür ist die Brutalität wieder mal fast so blutig wie in einem Paul Verhoeven-Film.

Und da ist noch etwas, das den gezeichneten Bond von vielen seiner Gegenparts unterscheidet: Er ist ein kaltblütiger Killer, der nach dem Gespräch, wenn er die Leute nicht mehr braucht, auch gerne mal seiner Walther die Gesprächsführung überlässt. Das ist eine Härte, die sich die Craigs zwar auf die Fahne schreiben, aber dort sind es nur Lippenbekenntnisse, während hier Bond nicht nur eiskalt ist, sondern auch knallhart und tödlich.

Gecomict, nicht gefilmt

James Bond ist wieder da – und er zeigt, zu was er fähig sein kann, wenn sich die richtigen Leute seiner annehmen. Bond kann knallhart sein, eine Spur Humor haben, aber auch eine gute Handlung erzählen, die eventuell sogar aktuellen politischen Bezug hat. Dies ist der Beweis – würden sich die Filme doch ein paar Scheiben von den Comics abschneiden! Ab 23.4.2018 im Handel.

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